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Ausrüstungspflege in der Schonzeit: So bringen Sie Rute, Rolle und Tackle auf Vordermann

Bellybootangeln auf Ostseedorsch – Ein Erfahrungsbericht Du liest Ausrüstungspflege in der Schonzeit: So bringen Sie Rute, Rolle und Tackle auf Vordermann 5 Minuten Weiter Gummiköder selbst giessen: Schritt für Schritt zum eigenen Gummifisch

Die Seen liegen still, manche Flächen schimmern unter einer Eisschicht, und die Fische stehen träge am Grund – die Schonzeit ist da. Statt die Hände in den Schoss zu legen, lohnt es sich, einen Blick auf die eigene Ausrüstung zu werfen. Im Laufe der Saison hat man sich den einen oder anderen Wartungsschritt für später vorgenommen – und genau dieses „Später" ist jetzt. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihre Rute, Ihre Rolle und Ihr übriges Tackle fachgerecht pflegen.

Pflege der Rolle

Pflegeutensilien:

  • Waschbenzin
  • Seifenwasser
  • Lappen
  • Zahnbürste

Damit alle Scharniere und Gelenke der Rolle langfristig geschmeidig bleiben, beginnen Sie mit dem Waschbenzin: Tröpfeln Sie davon sparsam an alle beweglichen Punkte – das Steigbügel-Scharnier, den Kurbel-Ansatz und den Rollenhalter. Anschliessend wischen Sie den Überschuss mit einem Lappen wieder ab.

Für die äussere Pflege empfiehlt sich ein zweiter, leicht mit Seifenwasser angefeuchteter Lappen. Wichtig dabei: Das Tuch sollte nicht zu nass sein. Arbeiten Sie die Rollenoberfläche damit gründlich durch, und trocknen Sie sie anschliessend mit einem Handtuch sorgfältig ab – so behält das Gehäuse seinen Glanz.

Ein oft vernachlässigter Punkt ist die Rollenbremse, die den Schnurlauf reguliert und dabei dauerhaft unter Spannung steht. Die Wintermonate sind der ideale Moment, ihr eine Auszeit zu gönnen: Drehen Sie die Bremse vollständig auf, sodass sie über die kälteren Monate entlastet wird und im kommenden Frühjahr wieder voll funktionstüchtig ist.

Frisch polierte Rolle mit offener Bremse

Ruten-Blank und Korkgriff

Pflegeutensilien:

  • Schleifpapier
  • Seifenwasser
  • Waschöl
  • Lappen
  • Kork-Kit

Einem abgenutzten Korkgriff rücken Sie mit feinem Schleifpapier zu Leibe: Schleifen Sie die oberste Schicht sachte ab, und der Griff wirkt danach wieder frisch und griffig.

Bei tieferen Beschädigungen oder grösseren Fehlstellen greifen Sie zum Kork-Kit, das in jedem Baumarkt erhältlich ist, und spachteln die betroffenen Stellen damit sauber zu.

Tipp:
Haben Sie gerade kein Kork-Kit zur Hand, lässt sich auch der Korken einer Weinflasche in kleine Teile raspeln.

Die Korkreste werden mit Holzleim vermengt und in die schadhaften Stellen eingearbeitet. Nach dem vollständigen Aushärten glätten Sie die Oberfläche erneut mit Schleifpapier. Abschliessend nehmen Sie etwas Autopolitur oder Seifenwasser und reinigen damit den Blank – das Ergebnis wird Sie überraschen: Die Rute sieht aus wie aus dem Laden.

Korken kleinraspeln, mit Holzleim vermengen und die Löcher im Korkgriff auffüllen.

Kork raspeln und Griff reparieren

Ringeinlagen

Pflegeutensilien:

  • Watte
  • Nagelfeile / Sandpapier
  • Lack

Selbst hochwertige Ringeinlagen können im Laufe der Zeit winzige Risse oder Kerben entwickeln, die Ihre Schnur langsam beschädigen. Da diese Stellen mit blossem Auge kaum zu erkennen sind, hat sich der Wattetrick bewährt: Formen Sie ein Stück Watte zu einem weichen, gleichmässigen Strang, dessen Durchmesser gerade gross genug ist, um eng durch den Rutenring zu gleiten und dabei die gesamte Innenfläche zu berühren. Ziehen Sie den Strang dann behutsam hin und her – bleibt die Watte an einer Stelle hängen, haben Sie einen Schaden lokalisiert.

Markieren Sie die betroffene Stelle und bearbeiten Sie sie vorsichtig mit einer Nagelfeile oder feinem Sandpapier. Um die frisch geschliffene Fläche dauerhaft zu schützen, versiegeln Sie sie abschliessend mit einem geeigneten Lack.

Watte ist ein gutes Hilfsmittel, um kleinere Unebenheiten und Risse zu lokalisieren

Watte ist ein bewährtes Hilfsmittel, um kleinste Unebenheiten und Risse in Ringeinlagen zuverlässig aufzuspüren.

Sind Ruten, Rollen und Ringe wieder in einwandfreiem Zustand, können Sie sich dem restlichen Tackle widmen.

Schnur

Sowohl monofile als auch geflochtene Schnüre büssen über die Zeit an Tragkraft und Geschmeidigkeit ein – vor allem durch UV-Strahlung. Um das Sprödewerden zu verhindern, sollten Sie Ihre Schnüre konsequent vor direktem Sonnenlicht schützen. Ein praktischer Ansatz: Verstauen Sie die Spulen in einem Beutel und lagern Sie diesen im Keller, wo die Luftfeuchtigkeit ausgeglichener ist und kein Sonnenlicht hingelangt.

Rostiges Eisen

Wer kennt das nicht: Man greift zu Blinkern oder Spinnern und stellt fest, dass Haken oder Spinnerblätter von Rost befallen sind. Sinnvoll ist es daher, spätestens zum Saisonende alle rostigen Haken auszutauschen und durch scharfe Neuware zu ersetzen. Da Rost sich überträgt, sollten Sie Ihre Blinker und Spinner konsequent sortieren: rostbehaftete Teile kommen getrennt von rostfreien in eigene Fächer. Besonders kleine Roststellen verdienen dabei Ihre volle Aufmerksamkeit – selbst ein winziger Fleck kann benachbarte Köder „anstecken".

Zusammenfassung

Die Schonzeit muss keine verlorene Zeit sein. Die hier beschriebenen Pflegeschritte lassen sich ohne grossen Aufwand umsetzen, und das meiste Material – Lappen, Schleifpapier, Seifenwasser, Watte – haben Sie wahrscheinlich ohnehin bereits zu Hause. Was fehlt, finden Sie rasch und günstig im nächsten Baumarkt. Nutzen Sie die ruhigen Winterwochen, damit Ihre Ausrüstung zur Eröffnung der neuen Saison in Topform ist.

Tight Lines – Ihr Josef.

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