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Bellybootangeln auf Ostseedorsch: Ausrüstung, Sicherheit und Köder im Überblick

Zander, Egli und Hechte angeln in Stralsund Du liest Bellybootangeln auf Ostseedorsch: Ausrüstung, Sicherheit und Köder im Überblick 6 Minuten Weiter Ausrüstungspflege in der Schonzeit: So bringen Sie Ihr Tackle wieder auf Vordermann

Dieser Beitrag gibt Ihnen einen praxisnahen Einblick in das Bellybootangeln - sowohl als Methode im Allgemeinen als auch ganz konkret auf der Ostsee mit dem Ziel Dorsch. Von der richtigen Ausrüstungswahl bis hin zu Köderempfehlungen und Sicherheitsaspekten finden Sie hier alles, was Sie für den Einstieg wissen müssen.

Was ist ein Bellyboot?

Bei einem aufblasbaren Schwimmring in Form eines kompakten Schlauchbootes hängen die Beine des Anglers direkt im Wasser. Die Fortbewegung erfolgt über Flossen, die an den Stiefeln der Wathose befestigt werden. Das Bellyboot ist damit ein Gerät, das Wathose und Boot auf clevere Weise miteinander verbindet. Im weiteren Verlauf dieses Artikels erhalten Sie einen Überblick über gängige Bauformen sowie die Zusatzausrüstung, die beim Einsatz auf dem Wasser entscheidend ist.

Was macht diese Bellyboote so attraktiv für Angler?

In gewisser Weise lässt sich das Bellyboot mit einem Ruderboot vergleichen: Beide ermöglichen es, Spots zu erreichen, die vom Ufer aus nicht zugänglich sind, und beide werden ausschliesslich durch Muskelkraft bewegt. Ein klassisches Angelboot bietet natürlich mehr Platz, die Möglichkeit, weitere Personen mitzunehmen, und man kann seine Position jederzeit verändern - das ist im Sitz eines Bellyboots so nicht realisierbar.

Schnell & komfortabel

Was das Bellyboot jedoch auszeichnet: Es lässt sich in kürzester Zeit einsatzbereit machen, bietet einen erstaunlich komfortablen Sitzkomfort, bringt in der Regel nicht mehr als 10 kg auf die Waage und findet in jedem Kofferraum Platz. Damit schlägt es im Transportvergleich sogar herkömmliche Schlauchboote. Der wohl grösste Vorzug liegt in der hohen Wendigkeit und dem minimalen Lärmpegel - ein nicht zu unterschätzender Vorteil gegenüber Ruder- oder Motorbooten, wenn es darum geht, Fische nicht zu verschrecken.

Woher kommt das Bellyboot?

Die Geschichte des Bellyboots reicht bis in die frühen 1920er Jahre zurück. Amerikanische Angler nutzten damals ausgediente Autoreifen als Schwimmhilfe, um dichter an die Fische heranzukommen. Mit wachsender Beliebtheit dieser improvisierten Methode folgte 1947 das erste kommerziell gefertigte Bellyboot - ein Produkt, das mit heutigen Modellen kaum noch etwas gemein hat.

Für den persönlichen Einsatz auf der Ostsee kommt das Fishcat 4 der Marke Outcast zum Einsatz. Mit einem Gewicht von lediglich 6,4 kg ist es ausgesprochen leicht - ein Faktor, der bei der Modellwahl den Ausschlag gab, da vom Haus bis zum Strand ein beachtliches Stück Weg zurückzulegen ist.

Worauf sollte man beim Bellyboot achten?

Wer ein Bellyboot anschafft, sollte zwingend darauf achten, dass das Modell über voneinander unabhängige Luftkammern verfügt und aus robustem Material wie Vinyl gefertigt ist. Beides sind keine Komfortmerkmale, sondern Sicherheitsmerkmale.

Das Fishcat 4 verfügt ausserdem über einen schwarzen PVC-Boden - beim Raubfischangeln ein relevantes Detail. Fische nehmen von unten primär den Untergrund des Bootes wahr, und ein dunkler Boden macht das Bellyboot so gut wie unsichtbar für sie.

Zwei grosse Taschen sowie eine Aufnahme für den Anker hinter der Rückenlehne runden die praktische Ausstattung des kleinen Schwimmkörpers ab.

Was sollte man beim Bellybootangeln mitnehmen?

Wer mit dem Bellyboot auf die Ostsee hinausfährt, sollte folgende Ausrüstungsgegenstände unbedingt dabei haben:

  1. Schnellhärtender Sekundenkleber - für den Fall, dass ein Haken das Material beschädigt
  2. Rettungsweste
  3. Watgürtel zum Schutz vor eindringendem Wasser
  4. Anker oder Driftsack (auf der Ostsee und anderen strömungsreichen Gewässern empfohlen)
  5. Magnesiumtabletten und Trinkwasser - als Vorsorge gegen Muskelkrämpfe
  6. Mobiltelefon
  7. Kompass

Strömungen als Gefahr

Wer die Ostsee und ihre Strömungsverhältnisse noch nicht kennt, sollte sich unbedingt bei Ortskundigen informieren, bevor er das erste Mal hinausfährt. Die Strömungskräfte auf dem offenen Meer sind nicht zu unterschätzen, und bei höheren Windstärken sollte das Bellyboot grundsätzlich am Ufer bleiben. Im schlechtesten Fall kann eine Fehleinschätzung lebensgefährliche Konsequenzen haben.

Sicherheitstipp: Fahren Sie niemals alleine hinaus, ohne vorher eine feste Rückmeldezeit mit einer Vertrauensperson vereinbart zu haben. Auf dem Wasser ist der Mobilfunkempfang oft nicht vorhanden, und plötzlich aufziehender Nebel oder eine unerwartete Strömungsveränderung kann jederzeit eintreten. Eine klare Absprache an Land kann im Ernstfall entscheidend sein.

Köder sind beim Bellybootangeln auf Dorsch

Beim Dorschansitz vom Bellyboot aus kommt ein überschaubares, aber bewährtes Köder-Setup zum Einsatz. Der leuchtend orangefarbene Gummifisch "Möhrchen" der Marke Lieblingsköder hat sich dabei als zuverlässiger Dorschmagnet erwiesen. Bei den 10 cm und 12,5 cm langen Varianten ist in Kombination mit einem Jigkopf der Grösse 3/0 oder 4/0 kein zusätzlicher Stinger notwendig. Ergänzend kommen Pilker und Blinker der Marke Hansen zum Einsatz - wobei auch ein einfaches japanrotes Wurmimitat durchaus in der Lage ist, Dorsche zu überlisten.

Anwendungshinweis

Beim Gummifischangeln vom Bellyboot aus sollten Sie den Köder grundsätzlich langsam und bodennah führen. Dorsche halten sich bevorzugt in Bodennähe auf und reagieren besonders gut auf eine schleppende, unregelmässige Präsentation. Ein kurzes Anheben der Rute gefolgt von einer kontrollierten Absinkphase ist eine Technik, die sich auf der Ostsee vielfach bewährt hat. Achten Sie darauf, den Kontakt zur Schnur während der Absinkphase nicht zu verlieren - ein grosser Teil der Bisse erfolgt genau in diesem Moment.

Equipment zum Bellybootangeln

Als Rute kommt eine Shimano Vengeance mit 2,10 m Länge zum Einsatz. Bei einem Ausflug konnte ausserdem die #LMAB Custom Rod von Toni getestet werden - ein beeindruckendes Gerät. Ihr Wurfgewicht von 5 bis 35 g macht sie zur passenden Wahl fürs Dorschfischen vom Bellyboot, und mit 1,98 m Länge liegt sie genau im optimalen Bereich. Grundsätzlich gilt: Beim Bellybootangeln sind kurze Ruten klar im Vorteil, da der Aktionsradius im Sitz begrenzt ist.

Als Rolle wird eine Shimano Sienna 2500FD eingesetzt, bestückt mit einer geflochtenen Schnur der Stärke 0,15 mm.

Tipps fürs Bellybootangeln auf der Ostsee

Die bevorzugten Fangtiefen beim Dorschansitz liegen zwischen 8 und 15 m. Um diese Zonen vor der Küste bei Ahrenshoop zu erreichen, wird ein Abstand von mindestens 80 und maximal 180 Metern vom Ufer eingehalten. Da die Fische nicht täglich in derselben Tiefe stehen, empfiehlt sich das langsame Driften als effektive Suchmethode - ein Driftsack leistet dabei gute Dienste. Bei sehr wenig Wind und Strömung kann man auf ihn aber getrost verzichten: Je weniger Ausrüstung Sie mit sich führen, desto agiler bleiben Sie auf dem Wasser.

Zusammenfassung

Wir hoffen, dieser Beitrag konnte Ihnen wertvolle Impulse für Ihren nächsten Bellyboot-Einsatz geben. Rückmeldungen und Erfahrungsberichte aus der Community sind stets willkommen - nur so lässt sich der Inhalt auf hechtundbarsch.ch weiter verbessern.

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