Dein Fischereischein für Sachsen-Anhalt!

Der Fischereischein in Sachsen-Anhalt: Alles Wissenswerte auf einen Blick

Die Angelgemeinde wächst stetig. Über 1,5 Millionen Menschen in Deutschland zieht es regelmässig ans Wasser - und die Zahlen steigen weiter. Zeit in der Natur, Ruhe, Entschleunigung und der Gedanke, gelegentlich frischen Fisch auf den Tisch zu bringen: Das sind gewichtige Argumente für dieses besondere Hobby. Doch einfach eine Rute schnappen und loslegen funktioniert hierzulande nicht. In ganz Deutschland ist zum Angeln ein Fischereischein - umgangssprachlich oft als Angelschein bezeichnet - gesetzlich vorgeschrieben. Voraussetzung für diesen Schein ist das Bestehen der Fischereiprüfung. Da das Fischereirecht in Deutschland auf Landesebene geregelt ist, weichen die Prüfungsinhalte und -bedingungen von Bundesland zu Bundesland teils deutlich voneinander ab.

Dieser Beitrag liefert Ihnen einen vollständigen Überblick über alle Regelungen rund um den Fischereischein in Sachsen-Anhalt. Sie erfahren, welche Voraussetzungen gelten, welche Unterlagen Sie benötigen und wie der gesamte Prozess von der Anmeldung bis zur Ausstellung des Scheins abläuft.

Wer bereits weiss, dass er die Fischereiprüfung in Sachsen-Anhalt ablegen möchte, dem legt hechtundbarsch.ch die Anglerschmiede ans Herz. Deren Online-Kurse ermöglichen eine flexible, ortsunabhängige und effiziente Vorbereitung - ganz nach Ihrem eigenen Tempo.

Tabelle zur Übersicht - Details im Fliesstext!

Für einen raschen ersten Überblick finden Sie nachfolgend die wichtigsten Informationen zum Fischereischein in Sachsen-Anhalt in kompakter Tabellenform. Die nachfolgenden Abschnitte vertiefen alle Punkte ausführlich.

Die wichtigsten Infos rund um den Fischereischein in Sachsen-Anhalt

Zuständiger Landesverband

Landesanglerverband Sachsen-Anhalt e.V.

Gibt es einen Unterschied zwischen Fischereischein und Fischereierlaubnisschein?

Der Fischereischein ist der persönliche Sachkundenachweis gemäss den landesrechtlichen Vorschriften und wird in der Regel durch das Bestehen der Fischereiprüfung erworben. Der Fischereierlaubnisschein hingegen ist die Berechtigung, an einem bestimmten Gewässer oder Gewässerabschnitt angeln zu dürfen. In aller Regel ist der Fischereischein die Grundvoraussetzung, um überhaupt einen Fischereierlaubnisschein zu erhalten. Wer in Deutschland angeln möchte, benötigt an fast allen Gewässern beide Dokumente.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um an der Fischereiprüfung in Sachsen-Anhalt teilnehmen zu können?

  • Mindestalter: ab 14 Jahre
  • Antrag auf Zulassung zur staatlichen Fischerprüfung in Sachsen-Anhalt
  • Zertifikat über Teilnahme am Vorbereitungslehrgang
  • Bestätigung über Teilnahme am Praxistag
  • Gültiger Reisepass (inklusive Meldebestätigung) oder Personalausweis
  • Kugelschreiber mit blauer oder schwarzer Tinte

Gibt es eine Sonderregelung für Menschen mit Behinderung?

Personen, die aufgrund einer Behinderung nicht in der Lage sind, die reguläre Fischereiprüfung abzulegen, können einen Sonderfischereischein beantragen. Dieser berechtigt zum Friedfischfang, jedoch ausschliesslich in Begleitung eines volljährigen Fischereischeininhabers.

Gibt es in Sachsen-Anhalt einen Jugendfischereischein?

Ja. Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 18 Jahren können nach einer vereinfachten, altersgerechten Fischereiprüfung den Jugendfischereischein erwerben und sind damit auch ohne Begleitperson zum Friedfischfang berechtigt.

Wo meldet man sich für die Fischereiprüfung an?

Die Anmeldung zur Fischereiprüfung erfolgt bei der zuständigen Unteren Fischereibehörde.

Ist es möglich, die Prüfung ausserhalb des eigenen Wohnortes abzulegen?

Das Ablegen der Fischereiprüfung an einem anderen Ort als dem gemeldeten Wohnort ist nur mit einer gesonderten Ausnahmegenehmigung möglich.

Wo und wann findet die Prüfung statt? Was benötigen Sie am Prüfungstag?

Aktuelle Prüfungstermine und -orte finden Sie auf dem offiziellen Portal der Fischereibehörde Sachsen-Anhalt.

Mitzubringen sind: Personalausweis oder Reisepass (bei Reisepass inklusive Meldebestätigung), Zertifikat über den absolvierten Vorbereitungslehrgang, Bestätigung über den Praxistag, der ausgefüllte Zulassungsantrag sowie ein Kugelschreiber mit blauer oder schwarzer Tinte.

Wie häufig findet die Fischereiprüfung statt?

Pro Ort und Jahr werden in der Regel zwei Prüfungstermine angeboten.

Sind Vorbereitungskurse verpflichtend?

Ja. Es muss entweder ein 30-stündiger Präsenzkurs oder ein gleichwertiger, anerkannter Online-Kurs absolviert werden. Ergänzend ist die Teilnahme an einem 6- bis 8-stündigen Praxistag zwingend erforderlich.

Wie lange ist der Fischereischein in Sachsen-Anhalt gültig?

Der Fischereischein kann in verschiedenen Laufzeiten beantragt werden: 1, 2, 3, 4 oder 5 Jahre sowie auf Lebenszeit. Die anfallenden Gebühren und Fischereiabgaben variieren je nach gewählter Laufzeit.

Besteht die Möglichkeit, in Sachsen-Anhalt ohne Fischereischein zu angeln?

Grundsätzlich nein. An jedem Gewässer sind sowohl Fischereischein als auch Fischereierlaubnisschein erforderlich. Eine eng gefasste Ausnahme bilden vollständig eingefriedete Privatgewässer mit weniger als 500 Quadratmetern Fläche - diese dürfen ohne Fischereischein befischt werden, jedoch ausschliesslich vom Grundstückseigentümer selbst oder mit dessen ausdrücklicher Einwilligung.

Wie ist die Fischereiprüfung in Sachsen-Anhalt aufgebaut?

Die Prüfung gliedert sich in einen schriftlichen und einen praktischen Teil. Der schriftliche Teil erfolgt im Multiple-Choice-Verfahren: Aus einem Fragenpool von 612 Fragen werden insgesamt 60 Fragen gestellt - jeweils 15 Fragen aus vier Themengebieten. Zum Bestehen müssen mindestens 45 Fragen korrekt beantwortet werden.

Die vier Themengebiete sind:

  1. Fischkunde
  2. Gerätekunde
  3. Gewässerkunde
  4. Gesetzeskunde

Im praktischen bzw. mündlichen Prüfungsteil werden Fragen zu folgenden Bereichen gestellt:

  • Verhalten beim Angeln
  • Umgang mit Angelgeräten
  • Fischereirecht und angrenzende Rechtsgebiete
  • Waidgerechtes Versorgen gefangener Fische

Die inhaltlichen Schwerpunkte des mündlichen Teils decken sich weitgehend mit denen des schriftlichen Teils. Alle relevanten Themen werden im Rahmen des Vorbereitungslehrgangs sowie am Praxistag vermittelt.

Inhaltsverzeichnis:

I.) Angeln in Sachsen-Anhalt

a.) Vielfältige Gewässer in attraktiver Natur

b.) Fischereischein und Fischereierlaubnisschein

II.) Der Fischereischein in Sachsen-Anhalt

a.) Voraussetzungen für die Fischereiprüfung

b.) Anmeldung für die Fischereiprüfung

c.) Ablauf und Inhalt der Fischereiprüfung

(1) Ablauf der Fischereiprüfung

(2) Was wird in der Theoretischen Prüfung verlangt?

(3) Was wird in der Praktischen Prüfung verlangt?

d.) Prüfungsvorbereitung

(1) Wie bereitet man sich optimal vor?

(2) Online-Angelschule: Prüfungsvorbereitung von zu Hause aus

(3) Was kosten Vorbereitungslehrgänge?

(4) Was lernt man in Angelschulen?

e.) Anwendungshinweis von hechtundbarsch.ch

f.) Fischereischein nach bestandener Prüfung beantragen

g.) Sonderfall: Friedfisch-Fischereischein

III.) Fischereierlaubnisscheine erwerben

IV.) Angeln ohne Fischereischein - Bussgelder

Magdeburger Elbe bei Hochwasser

I.) Angeln in Sachsen-Anhalt

a.) Vielfältige Gewässer in attraktiver Natur

Sachsen-Anhalt verfügt über ein beachtliches Netz an Fliess- und Stillgewässern. Die Elbe ist dabei wohl das bekannteste und prägendste Gewässer des Bundeslandes. Doch auch Saale und Mulde stehen ihr in puncto Fischbestand und Angelqualität kaum nach. Wer lieber an stehenden Gewässern fischt, findet mit dem Goitzschesee, dem Arendsee und den Mansfelder Seen attraktive Optionen. Abseits der bekannten Spots lohnt auch die Erkundung kleinerer Gewässer - nicht selten entdeckt man dabei echte Geheimtipps. Wer Wert auf unberührte Natur legt, wird im Nationalpark Harz sowie im dünn besiedelten Norden des Landes fündig: Hier findet man ruhige Angelplätze mit einem hohen Anteil an echtem Naturerlebnis.

Eine weitere Besonderheit Sachsen-Anhalts, die nur wenige Bundesländer bieten können, ist das Angeln auf Quappen im Winter. Dieser Süsswasserdorsch lässt sich in guten Stückzahlen in Unstrut, Mulde und Saale fangen - und das Beste daran: Je kälter es ist, desto aktiver beissen die Quappen. Das ist allerdings wirklich nur etwas für hartgesottene Angler.

Ein praktisches Hilfsmittel für alle, die neue Gewässer erkunden möchten, ist der Angelatlas Sachsen-Anhalt. Dabei handelt es sich um eine interaktive Karte des LAV Sachsen-Anhalt, auf der sämtliche Angelgewässer des Bundeslandes verzeichnet sind - ergänzt durch viele für Angler relevante Zusatzinformationen.

Wie in den meisten anderen Bundesländern auch, sind in Sachsen-Anhalt zwei Dokumente erforderlich, um legal angeln zu dürfen:

  • den Fischereischein, den Sie durch das Bestehen einer staatlichen Prüfung erwerben, sowie
  • einen Fischereierlaubnisschein für das jeweilige Gewässer, an dem Sie angeln möchten (in der Regel käuflich erhältlich)

b.) Fischereischein und Fischereierlaubnisschein

Wer in Sachsen-Anhalt angeln will, braucht für jedes Gewässer einen gültigen Fischereierlaubnisschein. Um diesen zu erwerben, ist wiederum der Fischereischein Voraussetzung - und für den Fischereischein müssen Sie erst einen Vorbereitungslehrgang absolvieren, einen Praxistag nachweisen und schliesslich die Prüfung bestehen. Auch wenn dieser mehrstufige Weg auf den ersten Blick aufwendig wirkt, ist er sinnvoll durchdacht.

Gründe für einen prüfungsgebundenen Fischereischein:

  • Schonzeiten, Mindestmasse und der ganzjährige Schutz seltener Fischarten sind nur dann wirksam, wenn Angler diese Arten sicher erkennen und korrekt einordnen können.
  • Grundlegendes Wissen über Gewässerökologie hilft dabei, drohende Fischsterben, Fischkrankheiten oder andere Umweltgefährdungen früher zu erkennen und zu melden.
  • Solides Basiswissen erleichtert den Einstieg ins Angeln und führt schneller zu ersten Fangerfolgen.
  • Der waidgerechte Umgang mit gefangenen Fischen wird gezielt vermittelt.

Fischereischein vs. Fischereierlaubnisschein

Obwohl sich die Begriffe ähneln, bezeichnen sie grundlegend unterschiedliche Dinge:

  • Der Fischereischein (umgangssprachlich "Angelschein") ist Ihr persönlicher Sachkundenachweis. Er wird durch das Bestehen der Fischereiprüfung erlangt und belegt, dass Sie das Angeln unter Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und Verhaltensregeln beherrschen.
  • Der Fischereierlaubnisschein (auch als Fischereilizenz, Angelkarte oder Gewässerschein bekannt) ist die konkrete Genehmigung, an einem bestimmten Gewässer oder Gewässerabschnitt zu angeln.

Um einen Fischereierlaubnisschein zu erhalten, müssen Sie in der Regel bereits Inhaber eines Fischereischeins sein. Den Erlaubnisschein können Sie direkt beim Pächter oder Eigentümer des Gewässers, in einem Angelgeschäft oder über Online-Plattformen wie Hejfish erwerben.

Wichtig! Zwischen dem Angeln ohne Fischereischein und dem Angeln ohne Fischereierlaubnisschein besteht ein erheblicher rechtlicher Unterschied. Das Angeln ohne Fischereischein gilt als Ordnungswidrigkeit und kann in Sachsen-Anhalt mit Bussgeld geahndet werden. Das Angeln ohne Fischereierlaubnisschein - also ohne die Genehmigung des Eigentümers oder Pächters - erfüllt hingegen den Straftatbestand der Fischwilderei gemäss § 293 StGB und kann mit Geldstrafe oder sogar einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren bestraft werden.

Die Zander-Koryphäe von der Elbe: Veit Wilde

II.) Der Fischereischein in Sachsen-Anhalt

(Prüfungsvoraussetzungen, Prüfungsanmeldung, Fischereiprüfung, Prüfungsvorbereitung, Beantragung des Fischereischeins, Erwerb von Fischereierlaubnisscheinen, Sonderfall Friedfisch-Fischereischein)

In nahezu allen deutschen Bundesländern* ist der Fischereischein gesetzlich vorgeschrieben. Wer in Deutschland ans Wasser möchte, kommt an ihm praktisch nicht vorbei.

*In Niedersachsen ist das zwar formal nicht der Fall, jedoch vergeben die Fischereirechtsinhaber (Eigentümer, Pächter) Fischereierlaubnisscheine in der Praxis ausschliesslich an Inhaber eines Fischereischeins.

In Sachsen-Anhalt müssen Prüflinge nachweisen, dass sie sich mit einheimischen Fischarten, Gewässern, Angelgerät sowie den relevanten Fischereigesetzen auskennen. Für die Zulassung zur Prüfung sind mehrere Voraussetzungen zu erfüllen.

a.) Voraussetzungen für die Fischereiprüfung

  • Mindestalter: 14 Jahre
  • Anmeldung spätestens 4 Wochen vor dem Prüfungstermin
  • Antrag auf Zulassung zur staatlichen Fischerprüfung in Sachsen-Anhalt
  • Kursnachweis: Zertifikat über den absolvierten Vorbereitungslehrgang inklusive Bescheinigung über den Praxistag
  • Ausweisdokument: Kopie des Personalausweises oder Reisepasses (beim Reisepass inklusive Kopie der Meldebescheinigung)
  • Wohnsitz in Sachsen-Anhalt

b.) Anmeldung für die Fischereiprüfung

Die Anmeldung zur Fischereiprüfung kann online direkt bei der Fischereibehörde vorgenommen werden. Wer den Online-Vorbereitungskurs der Anglerschmiede absolviert hat, kann sich über das dortige Online-Portal ebenfalls für die Prüfung anmelden und findet dort auch eine Übersicht der verfügbaren Prüfungs- und Praxistagtermine.

Die Anmeldefrist endet spätestens vier Wochen vor dem Prüfungstermin. Zu beachten ist: Ohne den abgeschlossenen Vorbereitungslehrgang und den nachgewiesenen Praxistag ist eine Teilnahme an der Prüfung nicht möglich. Beide Nachweise sind zwingend erforderlich.

Nach erfolgter Anmeldung ist die Prüfungsgebühr fristgerecht zu überweisen. Diese beträgt für Erwachsene ab 18 Jahren einen entsprechenden Betrag, für Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren einen reduzierten Satz.

c.) Ablauf und Inhalt der Fischereiprüfung

(1) Ablauf der Fischereiprüfung

Ort und Zeitpunkt der Prüfung legen Sie bei der Anmeldung fest. Wichtig ist, dass die Anmeldegebühr rechtzeitig beglichen wird, damit Ihre Zulassung gesichert ist.

Wichtig! Vor Prüfungsbeginn findet eine Identitätsprüfung statt. Bringen Sie daher zwingend Ihren Personalausweis oder Reisepass mit - beim Reisepass zusätzlich eine Kopie der Meldebestätigung. Ausserdem benötigen Sie einen Kugelschreiber mit blauer oder schwarzer Tinte.

Die Fischereiprüfung in Sachsen-Anhalt besteht aus zwei Teilen:

  • Der schriftlichen Prüfung mit 60 Fragen aus vier Themengebieten im Multiple-Choice-Verfahren
  • Der praktisch-mündlichen Prüfung mit mündlich gestellten Fragen

Bei der schriftlichen Prüfung stehen zu jeder Frage drei Antwortmöglichkeiten zur Wahl, von denen genau eine korrekt ist. Aus einem Fragenpool von 612 Fragen werden je 15 Fragen aus vier Themenbereichen zusammengestellt.

Die mündliche Prüfung knüpft inhaltlich eng an die schriftliche Prüfung an und vertieft die dort behandelten Themenfelder.

Nach erfolgreich bestandener Prüfung erhalten Sie das Prüfungszeugnis, mit dem Sie anschliessend zur zuständigen Gemeinde gehen und den Fischereischein beantragen können.

(2) Was wird in der Theoretischen Prüfung verlangt?

Der schriftliche Teil der Fischereiprüfung basiert auf einem festen Fragenpool von 612 Fragen aus vier Themenkomplexen:

- Fischkunde: Körperbau, Organfunktionen, Krankheiten, Besonderheiten bei Fischen, Krebstieren und Neunaugen sowie artspezifische Merkmale hinsichtlich Fortpflanzung, Lebensraum und Physiognomie.

- Gerätekunde: Angelgeräte, Zubehör und Knotentechniken.

- Gewässerkunde: Gewässertypen und deren ökologische Eigenschaften.

- Gesetzeskunde: Landesfischereigesetz Sachsen-Anhalt, geschützte Tierarten an Gewässern sowie Rechte und Pflichten von Angelnden.

Für die Prüfung werden aus dem Gesamtpool jeweils 15 Fragen pro Themenbereich ausgewählt, sodass Sie insgesamt 60 Fragen beantworten. Zum Bestehen sind mindestens 45 korrekte Antworten notwendig. Jede Frage bietet drei Antwortmöglichkeiten, von denen genau eine anzukreuzen ist.

(3) Was wird in der Praktischen Prüfung verlangt?

Die praktisch-mündliche Prüfung baut inhaltlich auf dem schriftlichen Teil auf. Im Fokus stehen das Verhalten am Wasser, der sachgerechte Umgang mit dem Angelgerät, das Fischereirecht sowie angrenzende Rechtsgebiete und der waidgerechte Umgang mit gefangenen Fischen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Fischereiordnung von Sachsen-Anhalt. Alle relevanten Inhalte werden im Online-Kurs der Anglerschmiede sowie am Praxistag umfassend vermittelt.

Prüfungsvorbereitung: Wie lange sollte man einplanen?

Eine pauschale Antwort auf diese Frage gibt es nicht, da Vorwissen, Lerngeschwindigkeit und verfügbare Zeit stark variieren. Als grobe Orientierung gilt: Wer rund 4 bis 6 Wochen für die Vorbereitung einplant, ist gut aufgestellt. Der Prüfungsrahmen ist klar abgesteckt - die folgenden Abschnitte zeigen Ihnen, wie Sie sich am effizientesten darauf vorbereiten.

d.) Prüfungsvorbereitung

(1) Wie bereitet man sich optimal vor?

Die verfügbaren Vorbereitungskurse sind gleichzeitig der direkteste Weg, sich das notwendige Prüfungswissen anzueignen. Grundsätzlich stehen Ihnen zwei Formate zur Verfügung: Präsenzkurse, wie sie von Angelvereinen angeboten werden, und Online-Kurse wie jener der Anglerschmiede. Präsenzkurse finden zu festen Terminen in der Gruppe statt und bieten den Vorteil direkter Rückfragen vor Ort. Online-Kurse sind zeitlich deutlich flexibler: Sie können die Lerneinheiten dann absolvieren, wenn es Ihr Alltag zulässt, und die Intensität einzelner Themengebiete ganz auf Ihren persönlichen Bedarf abstimmen. Fragen an den Kursleiter sind dabei jederzeit möglich. Welches Format besser zu Ihrem Berufs- und Familienleben passt, müssen Sie letztlich selbst entscheiden.

(2) Online-Angelschule: Prüfungsvorbereitung von zu Hause aus

Nicht jede Person kann mehrere Wochenenden in Folge für Präsenzkurse freihalten. Genau hier liegt der entscheidende Vorteil von Online-Kursen: Sie nutzen jedes verfügbare Zeitfenster effektiv - ob früh morgens, in der Mittagspause oder am Abend. Ob berufliche Verpflichtungen, familiäre Aufgaben oder schlicht ein voller Terminkalender: Diese moderne und flexible Lernform erfreut sich nicht ohne Grund wachsender Beliebtheit.

(3) Was kosten Vorbereitungslehrgänge für die Fischereiprüfung?

In Sachsen-Anhalt stehen Ihnen Präsenzkurse bei Angelvereinen sowie Online-Kurse zur Wahl. Präsenzkurse sind in der Regel etwas günstiger, dafür aber an feste Termine und ein einheitliches Lerntempo der Gruppe gebunden. Online-Kurse bieten dagegen maximale zeitliche Flexibilität und erlauben es Ihnen, Schwerpunkte gezielt nach eigenem Bedarf zu setzen. Besonders attraktiv wird ein Online-Kurs, wenn er mit einem Starterpaket an Angelequipment kombiniert wird - in diesem Fall kann er wirtschaftlich sogar die günstigere Wahl sein.

Ergänzend zu den Vorbereitungslehrgängen ist in Sachsen-Anhalt die Teilnahme an einem Praxistag verpflichtend. Dieser dauert in der Regel 6 bis 8 Stunden, wird üblicherweise von Angelvereinen veranstaltet und ist Pflichtvoraussetzung für die Zulassung zur Prüfung.

(4) Was lernt man in Angelschulen?

Was dürfen Sie von den jeweiligen Kursformaten konkret erwarten?

Beide Formate decken alle prüfungsrelevanten Inhalte ab. Der theoretische Pflichtteil umfasst mindestens 22 Unterrichtsstunden. Bei Präsenzkursen arbeitet der Kursleiter in der Regel mit aufbereiteten Lehrbüchern, Schaubildern, kurzen Videosequenzen und weiteren Lernhilfen.

Präsenzkurse

pro

contra

- Lernen in der Gruppe

- Direkte Rückfragen möglich

- In der Regel günstiger

- Linearer, fester Ablauf

- Feste Unterrichtszeiten

- Gemeinsames Lerntempo

Online-Kurse bieten eine ähnliche, aber deutlich flexiblere Struktur. Die Lerneinheiten sind in sich abgeschlossen, sodass Sie selbst die Reihenfolge bestimmen und einzelne Einheiten beliebig oft wiederholen können. Die Inhalte - einschliesslich der Lernvideos - werden regelmässig aktualisiert. Viele Online-Anbieter erfassen den individuellen Lernfortschritt statistisch, was Ihnen hilft, Wissenslücken gezielt zu identifizieren. Probeprüfungen lassen sich jederzeit absolvieren. Nach Kursabschluss und bestandener Probeprüfung ist in der Regel auch die direkte Anmeldung zur Fischereiprüfung über das Online-Portal des Anbieters möglich.

Online-Kurse

pro

contra

- Maximale zeitliche Flexibilität

- Wiederholung einzelner Inhalte jederzeit möglich

- Qualitativ hochwertige Lernvideos

- Automatische Statistiken zum Lernfortschritt

- Rückfragen per E-Mail oder direkt im Kurs jederzeit möglich

- Keine spontanen Rückfragen in Echtzeit

- Kein gemeinschaftliches Lernen

Da der Praxistag für beide Kursvarianten gleichermassen verpflichtend ist, entfällt dieser Unterschied zwischen Präsenz- und Online-Format.

e.) Anwendungshinweis von hechtundbarsch.ch

Bevor Sie sich für einen Vorbereitungskurs entscheiden, lohnt sich ein kurzer Check: Überlegen Sie ehrlich, wie viel freie Zeit Sie in den nächsten Wochen realistisch einplanen können und wie diszipliniert Sie eigenständig lernen. Wer klare Strukturen und feste Lerntermine bevorzugt, ist mit einem Präsenzkurs gut beraten. Wer dagegen einen eng getakteten Alltag hat, profitiert klar vom Online-Format. In beiden Fällen gilt: Starten Sie früh genug - mindestens vier bis sechs Wochen vor dem gewünschten Prüfungstermin. Und vergessen Sie nicht, rechtzeitig auch einen Praxistag zu buchen, da die verfügbaren Plätze gerade zu Saisonbeginn schnell vergeben sind.

f.) Fischereischein nach bestandener Prüfung beantragen

Wer die Prüfung erfolgreich abschliesst, erhält das Prüfungszeugnis. Mit diesem Dokument sowie einem gültigen Ausweisdokument (Personalausweis oder Reisepass) und einem Passfoto begeben Sie sich zur Fischereibehörde der zuständigen Gemeinde und beantragen dort Ihren Fischereischein. Die dabei anfallende Gesamtgebühr setzt sich aus einer Verwaltungsgebühr und der Fischereiabgabe zusammen und variiert je nach gewählter Laufzeit sowie danach, ob Sie minderjährig oder volljährig sind. Der Schein kann für ein Jahr, mehrere Jahre oder auf Lebenszeit ausgestellt werden.

Sobald Sie den Fischereischein in Händen halten, fehlt nur noch der Fischereierlaubnisschein für das Gewässer Ihrer Wahl - und dem ersten legalen Angelerlebnis in Sachsen-Anhalt steht nichts mehr im Weg.

g.) Sonderfall: Friedfisch-Fischereischein

Sachsen-Anhalt kennt einen weiteren Sonderfall: den Friedfisch-Fischereischein. Dieser berechtigt ausschliesslich zum Fang von Friedfischen und wird nach einem rund 20-minütigen Prüfungsgespräch ausgestellt, in dem ausreichende Grundkenntnisse nachgewiesen werden müssen. Wichtig zu wissen: Dieser Schein ist nur in Sachsen-Anhalt gültig und wird von anderen Bundesländern nicht anerkannt. Raubfische wie Hecht oder Zander dürfen mit diesem Schein nicht befischt werden.

III.) Fischereierlaubnisscheine erwerben

Mit bestandener Fischereiprüfung und ausgestelltem Fischereischein haben Sie Ihre Sachkunde offiziell nachgewiesen. Der nächste Schritt ist der Erwerb des Fischereierlaubnisscheins für das Gewässer Ihrer Wahl. Diesen erhalten Sie direkt beim Pächter oder Eigentümer des Gewässers gegen eine entsprechende Gebühr - sofern Erlaubnisscheine ausgegeben werden. Der Angelatlas Sachsen-Anhalt ist dabei eine ausgezeichnete Informationsquelle: Dort sind alle Angelgewässer des Bundeslandes verzeichnet, inklusive nützlicher Angaben zu den jeweiligen Gegebenheiten vor Ort.

IV.) Angeln ohne Fischereischein - Bussgelder

Wer ohne privatrechtliche Genehmigung angelt - also ohne Fischereierlaubnisschein - begeht eine Straftat im Sinne des § 293 StGB (Fischwilderei). Diese kann nicht nur mit einer Geldstrafe, sondern mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet werden.

Darüber hinaus gibt es eine Reihe weiterer Verstösse, die zwar nicht dem Strafrecht, wohl aber dem Ordnungswidrigkeitenrecht unterliegen. Diese können mit Geldbussen geahndet werden, und mitgeführte Angelgeräte können zusätzlich eingezogen werden.

Ordnungswidrigkeiten (Quelle: bussgeldkatalog.org)

Folgende Verstösse können unter anderem als Ordnungswidrigkeit gewertet werden:

  • Fahrlässige oder vorsätzliche Ausübung des Fischfangs ohne Fischereischein und Fischereierlaubnisschein bei sich zu führen oder auf Verlangen vorzuzeigen
  • Fischfang unter Einsatz von künstlichem Licht als Lockmittel, elektrischem Strom oder anderen fischverletzenden bzw. -vergiftenden Mitteln
  • Mitführen von fangfertigem Angelgerät an Gewässern, für die keine Angelberechtigung besteht
  • Aussetzen von seuchen- oder ansteckungsverdächtigen Fischen
  • Fischfang auf Fischwegen oder in deren unmittelbarer Nähe
  • Fischfang mit unzulässigen Mitteln wie Aalharken, Harpunen, Schlingen, Fischgabeln, Reissangeln oder Schusswaffen
  • Fischfang mit mehr als drei ein- bis dreischenkeligen Angelhaken je Angel
  • Absichtliches Fangen oder Töten ganzjährig geschonter Fischarten wie Elritze, Lachs, Meerforelle oder Stör - einschliesslich des Versuchs
  • Nachstellen, Fangen oder Töten besonders geschützter Krebse, Muscheln und Fischnährtiere
  • Gezieltes Befischen von Fischarten während ihrer Schonzeit
  • Unterlassen des unverzüglichen, schonenden Zurücksetzens von Fischen während der Schonzeit oder bei Unterschreitung des Mindestmasses
  • Füttern wildlebender Fische (Ausnahme: gezieltes Anfüttern zum Zweck des Angelns)

Hinweis: Diese Aufzählung ist nicht abschliessend und dient ausschliesslich als grober Überblick.

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