Niedersachsen wird oft auf platte Landschaft und die Städte Braunschweig und Hannover reduziert. Doch das Land im Nordwesten Deutschlands hat für Anglerinnen und Angler weit mehr zu bieten: Die grossen Flüsse Ems, Elbe und Weser, der idyllische Dümmer See und die weitläufige Nordseeküste machen Niedersachsen zu einem ausgesprochen attraktiven Revier.
In diesem Beitrag führt Sie hechtundbarsch.ch Schritt für Schritt durch alles, was Sie für den Fischereischein in Niedersachsen wissen müssen - von den Zulassungsvoraussetzungen über den Prüfungsablauf bis hin zur optimalen Vorbereitung.
Wer sich zunächst einen schnellen Überblick verschaffen möchte, findet die wichtigsten Eckdaten in der nachfolgenden Tabelle. Die detaillierte Ausführung folgt dann im Fliesstext.
Das Wichtigste in Kürze:
Zuständiger Landesverband |
Anglerverband Niedersachsen |
Gibt es einen Unterschied zwischen Fischereischein und Fischereierlaubnisschein? |
Der Fischereischein ist der offizielle Nachweis der persönlichen Sachkunde gemäss den landesrechtlichen Vorschriften und wird in der Regel durch das Bestehen der Fischerprüfung erworben. Der Fischereierlaubnisschein hingegen ist die Genehmigung, an einem konkreten Gewässer oder Gewässerabschnitt angeln zu dürfen. Der Fischereischein ist dabei die Grundvoraussetzung für den Erhalt eines Fischereierlaubnisscheins. Wer in Deutschland an nahezu allen Gewässern angeln möchte, benötigt also beide Dokumente. |
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um an der Fischerprüfung in Niedersachsen teilnehmen zu können? |
Mindestalter: Teilnahme ab 12 Jahren, Ausstellung des Scheins ab 14 Jahren Prüfungsgebühr Zertifikat über die Teilnahme an einem Lehrgang Reisepass oder Personalausweis Kugelschreiber mit blauer oder schwarzer Tinte |
Gibt es eine Sonderregelung für Menschen mit Behinderung? |
In Niedersachsen sind keine Sonderregelungen vorgesehen. |
Gibt es in Niedersachsen einen Jugendfischereischein? |
Nein. Jugendliche unter 14 Jahren dürfen jedoch in Begleitung einer Person mit gültigem Fischereischein mitangeln. |
Wo meldet man sich für die Fischerprüfung an? |
Die Anmeldung zur Fischerprüfung läuft über den Anglerverband Niedersachsen. |
Ist es möglich, sich für die Fischerprüfung an einem anderen Ort als dem Wohnort anzumelden? |
Personen mit Hauptwohnsitz in Niedersachsen steht es vollständig frei, in welchem deutschen Bundesland sie die Fischerprüfung ablegen möchten. |
Wo und wann findet die Prüfung statt? Was benötigt man am Prüfungstag? |
Aktuelle Prüfungstermine und -orte finden Sie auf der Homepage des Anglerverbands Niedersachsen unter av-nds.de. Alle Termine sind dort inklusive Ort für das jeweilige Jahr aufgelistet. Am Prüfungstag müssen Sie Personalausweis oder Reisepass, einen Kugelschreiber mit blauer oder schwarzer Tinte sowie die Einladung zur Fischerprüfung mitbringen. |
Wie häufig findet die Fischerprüfung statt? |
Das ist abhängig vom Prüfungsort. In Beverstedt OT Wollingst zum Beispiel findet die Prüfung nur alle 2 Monate statt, in Hannover dagegen dreimal pro Monat. Grundvoraussetzung ist stets eine Mindestteilnehmerzahl von 20 Personen, damit ein Termin durchgeführt wird. |
Sind Vorbereitungskurse für die Fischerprüfung in Niedersachsen verpflichtend? |
Nein, eine Kurspflicht besteht in Niedersachsen nicht. Gerade für Einsteiger in den Angelsport empfiehlt sich die Teilnahme an einem Kurs aber ausdrücklich, da sie die Bestehensquote erheblich steigert. |
Wie lange ist der Fischereischein in Niedersachsen gültig? |
Der niedersächsische Fischereischein gilt auf Lebenszeit. Eine Verlängerung ist nicht erforderlich, weitere Abgaben fallen nicht an. |
Besteht in Niedersachsen die Möglichkeit, auch ohne Fischereischein zu angeln? |
Ja. An bestimmten Küstengewässern ist das Angeln ohne Fischereischein ab 14 Jahren erlaubt. Ausnahmen gelten ausserdem für bestimmte gewerbliche Forellenseen, sofern dort Personal anwesend ist, das das tierschutzgerechte Abhaken, Betäuben und Töten der Fische übernimmt. |
Wie ist die Fischereiprüfung in Niedersachsen aufgebaut? |
Die Prüfung gliedert sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Im theoretischen Teil werden im Multiple-Choice-Verfahren insgesamt 60 Fragen gestellt, die aus einem Pool von 360 Fragen stammen. Die Bearbeitungszeit beträgt 60 Minuten. Die 60 Fragen verteilen sich gleichmässig auf 6 Themengebiete à 10 Fragen. Zum Bestehen sind mindestens 45 richtige Antworten gesamt und mindestens 6 richtige Antworten pro Themengebiet erforderlich. Die 6 Themengebiete sind:
Im praktischen bzw. mündlichen Teil müssen 3 Fischbilder korrekt benannt werden. Ausserdem ist an einem grossen Gummifisch nachzuweisen, dass man einen Fisch waidgerecht zu töten weiss. Abschliessend kann die Prüfungskommission noch 1 bis 3 ergänzende Fragen aus den 6 Themengebieten stellen. |
Inhaltsverzeichnis:
I.) Angeln in Niedersachsen
a.) Angeln im wasserreichen Norden
b.) Fischereischein und Fischereierlaubnisschein
II.) Der Fischereischein in Niedersachsen
a.) Voraussetzungen für die Fischerprüfung
b.) Anmeldung für die Fischereiprüfung
c.) Ablauf und Inhalt der Fischereiprüfung
(1) Ablauf der Fischereiprüfung
(2) Was wird in der theoretischen Prüfung verlangt?
(3) Was wird in der praktischen Prüfung verlangt?
(1) Wie bereitet man sich am besten vor?
(2) Online-Angelschule: Angelschein bequem von zuhause?
(3) Was kosten Vorbereitungslehrgänge?
(4) Was lernt man bei (Online-)Angelschulen?
e.) So erhalten Sie Ihren Fischereischein nach bestandener Prüfung
III.) Erwerb von Fischereierlaubnisscheinen
IV.) Angeln ohne Fischereischein - Bussgelder
Lüneburger Heide
I.) Angeln in Niedersachsen
a.) Angeln im wasserreichen Norden
Wer Niedersachsen nur als flaches Transitland kennt, unterschätzt dieses Bundesland als Angelrevier gewaltig. Die Nordseeküste im Norden, die grossen Flusssysteme von Elbe, Weser und Ems, unzählige kleine Fliessgewässer, Kanäle und Gräben sowie stehende Gewässer vom kleinen Dorfteich bis zum weiträumigen Steinhuder Meer schaffen eine Vielfalt, von der nahezu jede Angelstrategie profitiert. Für jeden Zielfisch findet sich hier ein passender Spot.
Ein besonderer Vorteil: An der Küste darf man in Niedersachsen ohne Fischereischein angeln. Wer dagegen Süsswassergewässer im Binnenland befischen möchte, sollte sich im Vorfeld gründlich informieren. Die meisten Gewässer haben Pächter, die vor dem ersten Wurf einen gültigen Erlaubnisschein sehen wollen - und für diesen ist in der Regel ein Fischereischein Voraussetzung.
An Binnengewässern brauchen Sie in Niedersachsen also grundsätzlich zwei Dokumente:
- den Fischereischein, der nach bestandener staatlicher Prüfung ausgestellt wird
- einen Erlaubnisschein für das jeweilige Gewässer, an dem Sie angeln möchten (meist käuflich erhältlich)
b.) Fischereischein und Fischereierlaubnisschein
Bevor Sie am Süsswasser in Niedersachsen zur Rute greifen können, ist in fast allen Fällen der Fischereischein - im Volksmund oft "Angelschein" genannt - der erste notwendige Schritt. Diesen Nachweis der persönlichen Sachkunde erhalten Sie erst, nachdem Sie eine Fischerprüfung erfolgreich absolviert haben. Das mag auf den ersten Blick bürokratisch wirken, hat aber gute Gründe.
Warum eine Prüfung für den Fischereischein sinnvoll ist:
- Mindestmasse, Schonzeiten und der Schutz seltener Fischarten greifen nur dann, wenn Angler die jeweiligen Arten sicher erkennen und unterscheiden können.
- Grundkenntnisse in der Gewässerkunde helfen dabei, ökologische Warnsignale wie drohendes Fischsterben oder Fischkrankheiten früh zu erkennen und zu melden.
- Solides Basiswissen erleichtert den Einstieg ins Angeln und führt schneller zu ersten Fangerfolgen.
- Der waidgerechte Umgang mit gefangenen Fischen wird gezielt erlernt.
Fischereischein vs. Fischereierlaubnisschein - der entscheidende Unterschied:
- Der Fischereischein (auch "Angelschein") ist der persönliche Kompetenznachweis. Mit ihm belegen Sie, dass Sie theoretisch wie praktisch in der Lage sind, das Angeln unter Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und Verhaltensregeln auszuüben.
- Der Fischereierlaubnisschein (auch Fischereilizenz, Angelkarte oder Gewässerschein genannt) ist die private Genehmigung des Eigentümers oder Pächters, an einem bestimmten Gewässer angeln zu dürfen.
Um einen Fischereierlaubnisschein zu bekommen, müssen Sie in der Regel Ihren Fischereischein vorweisen - egal ob Sie sich direkt an den Pächter wenden, den Erlaubnisschein im Fachhandel kaufen oder eine Online-Plattform wie Hejfish nutzen.
Niedersachsen bildet in einem Punkt eine Ausnahme: An Küstengewässern der Nordsee ist weder ein Fischereischein noch ein Fischereierlaubnisschein erforderlich. Eine ähnliche Befreiung gilt für gewerbliche Forellenseen, sofern dort dauerhaft Personal anwesend ist, das für die waidgerechte Behandlung der Fänge sorgt. An allen Binnengewässern hingegen ist der Fischereischein die Grundvoraussetzung für den Erwerb eines Erlaubnisscheins.
Wichtig! Rechtlich besteht ein erheblicher Unterschied zwischen dem Angeln ohne Fischereischein und dem Angeln ohne Fischereierlaubnisschein. Das Angeln ohne Fischereischein gilt als Ordnungswidrigkeit und kann in Niedersachsen mit Bussgeld bis zu einem erheblichen Betrag geahndet werden. Wer hingegen ohne die Genehmigung des Eigentümers oder Pächters an einem Gewässer angelt, begeht den Straftatbestand der Fischwilderei (§ 293 StGB) - mit möglichen Geldstrafen oder sogar einer Freiheitsstrafe von bis zu 2 Jahren.
II.) Der Fischereischein in Niedersachsen
(Prüfungsvoraussetzungen, Prüfungsanmeldung, Fischereiprüfung, Prüfungsvorbereitung, Beantragung des Fischereischeins, Erwerb von Fischereierlaubnisscheinen)
In nahezu allen deutschen Bundesländern schreibt das jeweilige Landesrecht vor, dass zum Angeln ein Fischereischein benötigt wird. Ohne dieses Dokument ist das Fischen in Deutschland praktisch nicht möglich.
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*Auch wenn dies in Niedersachsen rechtlich betrachtet nicht zwingend so festgelegt ist, vergeben die Fischereirechtsinhaber - also Eigentümer und Pächter - Fischereierlaubnisscheine in der Praxis ausnahmslos nur an Personen mit gültigem Fischereischein. |
In Niedersachsen müssen Sie in einer Prüfung nachweisen, dass Sie sich mit Fischen, Gewässern, Gerätekunde und den einschlägigen Fischereigesetzen auskennen. Für die Zulassung zu dieser Prüfung gelten einige Voraussetzungen.
a.) Voraussetzungen für die Fischereiprüfung
- Mindestalter
Die Teilnahme an der Fischereiprüfung ist ab 12 Jahren möglich. Der Fischereischein selbst wird jedoch erst ab dem vollendeten 14. Lebensjahr ausgestellt. - Wohnsitz
Der Hauptwohnsitz muss sich in Deutschland befinden. - Teilnahme an einem Lehrgang
Eine Kurspflicht besteht in Niedersachsen zwar nicht, die Teilnahme an einem Vorbereitungslehrgang wird aber klar empfohlen.
b.) Anmeldung für die Fischereiprüfung
Die Anmeldung zur Fischerprüfung erfolgt per E-Mail an den Anglerverband Niedersachsen. Dabei muss ein entsprechendes Anmeldeformular vollständig ausgefüllt eingereicht werden.
Die aktuellen Prüfungstermine und zugehörigen Prüfungsorte finden Sie auf der Homepage des Anglerverbands Niedersachsen. Beachten Sie: Die Anmeldung muss mindestens 21 Tage vor dem gewünschten Prüfungstermin beim Verband eingegangen sein.
Nach der Anmeldung ist die Prüfungsgebühr zu überweisen. Erst mit dem Zahlungseingang beim Anglerverband ist Ihr Prüfungsplatz verbindlich reserviert - und Sie erhalten anschliessend ein Vorbereitungsheft mit den relevanten Prüfungsfragen zugesandt. Wichtig: Jeder Prüfungstermin erfordert eine Mindestanzahl von 20 Teilnehmenden, damit er stattfindet.
Je nach Standort gibt es mehrere Termine pro Monat oder nur einen alle zwei Monate. Diese Übersicht hilft Ihnen, die Vorbereitung zeitlich vorausschauend zu planen. Auch wenn kein Kurs vorgeschrieben ist, lohnt sich ein Vorbereitungslehrgang - besonders für Einsteiger - ganz klar.
c.) Ablauf und Inhalt der Fischereiprüfung
(1) Ablauf der Fischereiprüfung
Ort und Termin wählen Sie bereits bei der Anmeldung aus. Entscheidend ist, dass die Prüfungsgebühr rechtzeitig eingegangen ist, damit Ihre Teilnahme gesichert ist.
Wichtig! Zu Beginn der Prüfung findet eine Identitätsprüfung statt. Bringen Sie daher zwingend Ihren Personalausweis oder Reisepass mit. Ausserdem benötigen Sie einen Kugelschreiber mit blauer oder schwarzer Tinte.
Die Fischerprüfung in Niedersachsen setzt sich aus zwei Teilen zusammen:
- Die theoretische Prüfung mit 60 Fragen aus 6 verschiedenen Themengebieten
- Die praktische Prüfung mit einer Demonstration, Fischerkennung und 1 bis 3 mündlichen Fragen
Die theoretische Prüfung läuft im Multiple-Choice-Verfahren ab. Aus einem Pool von 360 Fragen erhalten Sie je 10 Fragen aus 6 Themengebieten. Zur Beantwortung stehen Ihnen 60 Minuten zur Verfügung - in der Regel mehr als ausreichend.
In der praktischen Prüfung müssen Sie belegen, dass Sie einen Fisch waidgerecht betäuben und töten können, sowie Fischarten sicher erkennen. Ergänzend können weitere Fragen gestellt werden.
Nach erfolgreich bestandener Prüfung erhalten Sie Ihr Prüfungszeugnis, mit dem Sie anschliessend zur zuständigen Gemeinde, Samtgemeinde oder kreisfreien Stadt gehen und den Fischereischein beantragen.
(2) Was wird in der theoretischen Prüfung verlangt?
Der Fragenkatalog für den Fischereischein umfasst insgesamt 360 Fragen, aufgeteilt auf 6 Themenkomplexe:
- Allgemeine Fischkunde: Körperbau, Organfunktionen, Krankheiten bei Fischen, Krebstieren und Neunaugen
- Spezielle Fischkunde: Besonderheiten einzelner Fischfamilien und -arten, Fortpflanzung, Lebensraum, Physiognomie
- Gewässerkunde: Gewässerarten und ihre charakteristischen Eigenschaften
- Tierschutz, Naturschutz und Umweltschutz: Bedrohte Arten, Vegetation am und im Wasser, Pflichten und Rolle des Anglers als Naturschützer
- Gerätekunde: Angelgeräte und Zubehör, deren Funktion und sachgerechter Einsatz
- Gesetzeskunde: Landesfischereigesetz, geschützte Tierarten, Rechte und Verhaltenspflichten von Anglerinnen und Anglern
Für die Prüfung werden aus den 360 Fragen je 10 pro Themengebiet ausgewählt - insgesamt also 60 Fragen. Die Bearbeitungszeit beträgt 60 Minuten. Als bestanden gilt die Prüfung, wenn Sie mindestens 6 Fragen pro Themengebiet und insgesamt mindestens 45 Fragen korrekt beantwortet haben. Die Fragestellung erfolgt stets im Multiple-Choice-Format.
(3) Was wird in der praktischen Prüfung verlangt?
Im Vergleich zum theoretischen Teil fällt die praktische Prüfung deutlich kompakter aus. Das Zusammenbauen von Rutenkombinationen wird nicht mehr abgefragt - solche Inhalte sind über die Gerätekunde bereits abgedeckt. Im Mittelpunkt steht der Nachweis, einen Fisch waidgerecht betäuben und töten zu können, was in der Regel an einem grossen Gummifisch demonstriert wird. Anschliessend müssen Sie 3 von 54 möglichen Fischbildern korrekt benennen. Abschliessend kann der Prüfer noch 1 bis 3 Fragen aus dem Katalog der 360 Prüfungsfragen stellen.
Prüfungsvorbereitung: Wie lange sollte man lernen?
Eine pauschale Antwort lässt sich hier nicht geben, da Vorwissen, Lerngeschwindigkeit und verfügbare Zeit von Person zu Person unterschiedlich sind. Als grobe Orientierung haben sich 4 bis 6 Wochen Vorbereitungszeit bewährt. Der Prüfungsrahmen ist klar abgesteckt - und in den folgenden Abschnitten zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihre Vorbereitung strukturiert angehen.
d.) Prüfungsvorbereitung
(1) Wie bereitet man sich am besten vor?
In Niedersachsen ist die Teilnahme an einem Vorbereitungskurs nicht vorgeschrieben - Sie können sich also auch ohne Lehrgang direkt zur Prüfung anmelden. Ob das sinnvoll ist, hängt stark vom vorhandenen Angelwissen ab. Wer als Neuling startet, tut gut daran, sich entweder für einen Präsenzkurs anzumelden oder einen zeitlich flexiblen Onlinekurs zu absolvieren. Solche Kurse beschränken sich nicht nur auf den reinen Prüfungsstoff: Viele Anbieter begleiten Sie auch darüber hinaus bis zu Ihren ersten echten Fangerfolgen am Wasser.
(2) Online-Angelschule: Angelschein bequem von zuhause?
Wer beruflich oder familiär stark eingespannt ist und nicht mehrere Wochenenden am Stück für Präsenzveranstaltungen freihalten kann, wird die zeitliche Flexibilität eines Onlinekurses schätzen. Sie lernen dann, wenn es Ihrem Alltag passt - ob früh morgens, spät abends oder an einem ruhigen Mittwochnachmittag. Das macht Online-Vorbereitungskurse zu einer modernen und effektiven Alternative für alle, die sich ihre Zeit selbst einteilen möchten.
Unser Tipp: Die Anglerschmiede
Die Online-Angelakademie Anglerschmiede bereitet Sie gezielt und bundeslandspezifisch auf die Fischereiprüfung vor. Um ein hohes Ausbildungsniveau zu sichern, arbeitet die Anglerschmiede mit namhaften Angel-Experten wie Marc Ptacovsky, Enrico di Ventura, Marc Voosen oder Stefan Seuss zusammen. Neben den Vorbereitungskursen für die Prüfung bietet die Plattform auch Expertenkurse zu Themen wie Hecht-, Wels-, Egli-, Karpfenangeln oder Rutenbau an.

(3) Was kosten Vorbereitungslehrgänge für die Fischereiprüfung?
In Niedersachsen haben Sie die Wahl zwischen Präsenzkursen - häufig angeboten von Angelvereinen - und Onlinekursen verschiedener Anbieter. Präsenzkurse sind in diesem Bundesland oft günstiger, dafür aber zeitlich unflexibel: Sie finden im Gruppenunterricht statt und orientieren sich am allgemeinen Lerntempo, unabhängig von Ihrem persönlichen Kenntnisstand. Onlinekurse sind in der Anschaffung teurer, bieten dafür aber maximale zeitliche Freiheit und erlauben es Ihnen, eigene Schwerpunkte zu setzen. Bei einzelnen Anbietern gibt es zudem attraktive Kombinationsangebote mit Angelequipment, die den Preisunterschied zu Präsenzkursen deutlich relativieren.
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SPARTIPP! Bei der Anglerschmiede ist der Vorbereitungskurs für die Fischereiprüfung in Niedersachsen erhältlich. Das besondere Extra: Zu jedem Kurs - ob Vorbereitungs- oder Expertenkurs - gibt es ein exklusives LMAB-Köderpaket gratis dazu! |
(4) Was lernt man bei (Online-)Angelschulen?
Was dürfen Sie von den einzelnen Kursformaten konkret erwarten?
Beide Varianten decken sämtliche prüfungsrelevanten Themen ab, unterscheiden sich aber in Intensität und Format. Da in Niedersachsen keine Kurspflicht besteht, gibt es auch keine vorgeschriebene Mindeststundenzahl. Bei Präsenzkursen arbeiten Kursleitende in der Regel mit inhaltlich aufbereiteten Lehrbüchern, ergänzt durch Schaubilder, kurze Videosequenzen und weitere Anschauungsmittel.
Präsenzkurse
pro |
contra |
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- Gesellschaft beim Lernen - direkte Rückfragen möglich - günstiger |
- linearer Ablauf - feste Unterrichtszeiten - Gruppenkurse |
Online-Kurse sind in ihrer Struktur ähnlich aufgebaut, aber deutlich flexibler gestaltet. Die Lerneinheiten sind in sich abgeschlossen, sodass Sie selbst festlegen können, in welcher Reihenfolge Sie die Inhalte durcharbeiten. Einzelne Einheiten lassen sich beliebig oft wiederholen - so können Sie gezielt an Schwachstellen arbeiten. Die Unterrichtsinhalte werden regelmässig aktualisiert, was bei digitalen Formaten schneller und unkomplizierter funktioniert als bei gedruckten Materialien. Viele Plattformen erfassen Ihren individuellen Lernfortschritt automatisch, sodass Sie stets den Überblick behalten, wo noch Nachholbedarf besteht. Probeprüfungen lassen sich ebenso flexibel absolvieren. Nach Abschluss des Kurses ist bei vielen Anbietern sogar die direkte Anmeldung zur Fischerprüfung über das Portal möglich.
Online-Kurse
pro |
contra |
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- Maximale zeitliche Flexibilität bei der Vorbereitung - Pausen und Wiederholungen der Inhalte jederzeit möglich - Qualitativ hochwertige Lernvideos - Automatisch erstellte Statistiken zum Lernfortschritt - Rückfragen per E-Mail oder direkt im Kurs jederzeit möglich |
- Keine direkte Rückfrage in Echtzeit - Kein gemeinsames Lernen in der Gruppe |
Auch wenn es bei Präsenzkursen etwas einfacher ist, die praktischen Prüfungsinhalte zu trainieren, bieten die meisten Online-Angelschulen digitale Übungstests zur Gerätekunde sowie detaillierte Lernvideos an. Natürlich braucht es dafür ein gewisses Mass an Eigendisziplin - zum Beispiel beim selbstständigen Erlernen des Knotenknüpfens. Mit der richtigen Motivation ist das aber gut machbar, denn der Lerninhalt ist jederzeit und ohne Zeitdruck abrufbar.
e.) So erhalten Sie Ihren Fischereischein nach bestandener Prüfung
Wer die Prüfung - idealerweise mit Unterstützung eines Vorbereitungskurses - erfolgreich absolviert hat, bekommt sein Prüfungszeugnis ausgehändigt. Mit diesem Dokument gehen Sie zur zuständigen Gemeinde, Samtgemeinde oder kreisfreien Stadt und beantragen dort den Fischereischein. Mitbringen müssen Sie dabei das Prüfungszeugnis, ein offizielles Ausweisdokument (Personalausweis oder Reisepass) sowie ein Passfoto. Da der niedersächsische Fischereischein auf Lebenszeit gilt, fallen danach keine weiteren Verlängerungsgebühren oder Fischereiabgaben an. Für den Angelstart fehlt dann nur noch der Fischereierlaubnisschein für das jeweilige Gewässer Ihrer Wahl.
Anwendungshinweis von hechtundbarsch.ch
Bevor Sie zum ersten Mal mit Ihrem frisch ausgestellten Fischereischein an einem Niedersachsener Gewässer ans Wasser gehen, lohnt es sich, die relevanten Schonzeiten und Mindestmasse für Ihre Zielarten vorab genau zu prüfen. Diese können je nach Gewässer und Fischart variieren. Gerade beim Angeln auf Hecht, Egli oder Zander sollten Sie ausserdem stets auf ein waidgerecht ausgerüstetes Abhaktool und einen Kescher nicht verzichten - das ist nicht nur gesetzlich geboten, sondern entspricht dem Grundverständnis eines verantwortungsvollen Anglers. Weitere Ausrüstungstipps speziell für Einsteiger finden Sie auf hechtundbarsch.ch.
III.) Erwerb von Fischereierlaubnisscheinen
Abgesehen von der Nordseeküste sind die Fischereierlaubnisscheine das entscheidende Dokument, das Ihnen den Weg ans Wasser erst wirklich öffnet. In der Regel erwerben Sie diese Erlaubnis gegen eine entsprechende Gebühr direkt vom Pächter oder Eigentümer des jeweiligen Gewässers. Gewässer wie die Elbe und der Dümmer See gehören zum Anglerverband Niedersachsen - die Erlaubnisscheine dafür können direkt über den Verband bezogen werden. Eine Übersicht aller Verbandsgewässer finden Sie auf der Homepage des Anglerverbands Niedersachsen. Weitere Gewässer befinden sich im Besitz von Angelvereinen oder Privatpersonen.
IV.) Angeln ohne Fischereischein - Bussgelder
Angeln ohne privatrechtliche Genehmigung - also ohne Fischereierlaubnisschein - ist kein Kavaliersdelikt. Es erfüllt den Tatbestand der Straftat gemäss § 293 StGB (Wilderei) und kann nicht nur mit einer Geldbusse, sondern mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 2 Jahren bestraft werden.
Daneben gibt es weitere Verstösse, die zwar nicht dem Strafrecht unterfallen, aber als Ordnungswidrigkeiten eingestuft werden. Diese können mit erheblichen Geldbussen geahndet werden. Mitgeführte Angelgeräte können in einem solchen Fall zusätzlich eingezogen werden.
Ordnungswidrigkeiten (Quelle: bussgeldkatalog.org)
Folgende Verstösse können in Niedersachsen als Ordnungswidrigkeit geahndet werden:
- Fischereigeräte fangfertig an Gewässern dabei haben, für die keine gültige Genehmigung vorliegt
- Angeln von Muscheln in Küstengewässern ohne entsprechende Berechtigung
- Fischfang mit verbotenen Mitteln oder Methoden
- Aussetzen von Fischen oder Krebsen, obwohl diese krank waren oder ein entsprechender Verdacht bestand
- Fischfang an Fischwegen oder angrenzenden Gewässerstrecken
- Fischereierlaubnisschein, Personalausweis oder Fischereischein nicht mitgeführt oder auf Verlangen nicht vorgezeigt
- Entnahme von Muscheln aus einem Muschelkulturbezirk mit Beschädigung oder Zerstörung der Kultur
- Nichteinhaltung von Schonzeiten und/oder Mindestmassen
Hinweis: Diese Auflistung ist nicht abschliessend und dient lediglich als Überblick und Orientierungshilfe.


























