Es war eine Session mit einem ganz besonderen Vorzeichen: Der Angeltag war seit Langem fest eingeplant, doch das Wetter spielte sein eigenes Spiel. Nach mehreren warmen und sonnigen Tagen entlud sich am Morgen des besagten Tages ein heftiges Gewitter über der Stadt. Rund zwei Stunden lang regnete es mit solcher Intensität, dass an einen Start nicht zu denken war. Erst als sich die Lage beruhigte, packten Daniel, Thomas und Toni ihre Sachen.
Wie wirkt sich der Luftdruck auf Fische aus?
Die Temperaturen waren nach dem Niederschlag deutlich gesunken, und im Vergleich zu den Vortagen war der Luftdruckabfall spürbar. Daniel zog daraus einen positiven Schluss für den bevorstehenden Angeltag - obwohl die gängige Theorie eigentlich eine andere Sprache spricht:
Raubfische wie Hechte oder Egli verfügen nicht über die Möglichkeit, Druckschwankungen wie beispielsweise Karpfenartige über den Verdauungstrakt auszugleichen. Stattdessen regulieren sie den Druck über Schwimmblase und Blutkreislauf - ein Prozess, der Stress verursachen und die Jagdmotivation der Fische merklich dämpfen soll.
Gerade für Zander und Egli ist dieses Bild aus Gesprächen mit erfahrenen Guides und Anglern bekannt: Konstante Druckverhältnisse gelten in der Praxis als Grundlage für verlässliche Fangergebnisse, während grössere Schwankungen als ungünstig eingestuft werden.
Praxistest: Beissen Fische wirklich schlechter?
Daniel liess sich von der Theorie nicht beirren. Er hatte in ähnlichen Situationen bereits gute Erfahrungen gemacht und gilt ohnehin nicht als Anhänger starrer Lehrmeinungen. Seine Zuversicht übertrug sich auf Thomas und Toni, und kurzerhand wurde der Tag zur kontrollierten Feldstudie erklärt: Beissflaute nach Luftdruckwechsel - Mythos oder Realität? Das komplette Video zu dieser Session finden Sie hier:
Anwendungshinweis
Planen Sie nach einem kräftigen Gewitter spontan eine Session, lohnt es sich, auf reaktionsstarke Köder zu setzen, die auch bei aufgewühltem oder leicht getrübtem Wasser gut wahrgenommen werden. Grosse Softbaits mit starker Eigenbewegung, Spinnerbaits oder lautstarke Crankbaits haben sich in solchen Situationen bewährt. Achten Sie ausserdem auf flachere Uferzonen: Regenwasser spült Nahrung ins Wasser, und Raubfische wie Hecht und Egli nutzen diese temporären Futtertische gezielt aus.
Fazit
Betrachtet man allein die Fangzahlen im Verhältnis zu den Luftdruckwerten, ist das Ergebnis dieser Session bemerkenswert eindeutig. Während die stabile Hochdruckphase vor dem Gewitter eher ruhiges Beissverhalten zeigte, steigerte der Wetterumbruch die Aktivität von Hechten und Egli erheblich.
Allerdings wäre es zu kurz gegriffen, den Luftdruck als einzige Variable zu betrachten. Parallel zum Druckabfall sank auch die Wassertemperatur, und starke Regenfälle schwemmten Sand und organisches Material in den See - ein Effekt, der besonders in klaren Gewässern die Sichtbedingungen verändert und Räubern eine günstigere Deckung bietet.
Eine allgemeingültige Aussage lässt sich auf Basis eines einzigen Angeltages nicht ableiten, und es liegt uns fern, jahrelange Erfahrungswerte von Guides oder wissenschaftliche Erkenntnisse pauschal in Frage zu stellen. Eines ist jedoch klar: Ein starkes Gewitter kann das Beissverhalten trotz oder gerade wegen des Luftdruckwechsels positiv beeinflussen. Wenn der nächste Platzregen abzieht - Rute schnappen und los. In solchen Momenten braucht es keine lange Überzeugungsarbeit.
Tight Lines und ratternde Rollen!
Toni


























