
Rollen
Finden Sie rasch die passende Angelrolle für Ihre Technik: ob Stationärrolle, Baitcaster oder Multirolle - bei hechtundbarsch.ch finden Sie das richtige Modell für jede Angelmethode.
Filter
Filter
<h2>Kaufberatung zu Angelrollen</h2><p>Die Angelrolle ist bei den meisten Angeltechniken eines der zentralen Elemente Ihrer Ausrüstung. Ob beim Auswerfen auf grosse Distanzen, beim Animieren des Köders, beim Parieren von Bissen oder beim sicheren Drill und Führen des Fisches an den Kescher - die Rolle übernimmt beim modernen Angeln entscheidende Aufgaben. Das setzt eine gewisse Qualität und spezifische Eigenschaften voraus, um dauerhaft Freude am Gerät zu haben.</p><p>Unterschiedliche Angelmethoden stellen dabei vollständig unterschiedliche Anforderungen: Ein Brandungsangler benötigt eine andere Rolle als ein Spinnfischer, und Fliegenrollen unterscheiden sich grundlegend von allen anderen Typen.</p><p>Generell gilt: Es muss nicht zwingend ein High-End-Modell sein, auch wenn hochwertige Rollen sowohl im Handling als auch in der Langlebigkeit überzeugen. Selbst als Gelegenheitsangler sollten Sie jedoch auf ein Mindestmass an Qualität achten, da eine minderwertige Rolle schnell die Freude an diesem Hobby trüben kann.</p><p>In den folgenden Abschnitten erläutern wir Aufbau und Eignung der einzelnen Rollentypen und geben Ihnen praxisnahe Tipps für den Kauf.</p><h3>Die unterschiedlichen Rollentypen</h3><p>Je nach Einsatzzweck kommen verschiedene Rollentypen zum Einsatz. Die folgende Übersicht stellt Ihnen die gängigen Typen kurz vor:</p><p><table><tbody><tr><td><p><strong>Rollentyp</strong></p></td><td><p><strong>Einsatzzweck</strong></p></td></tr><tr><td><p>Fliegenrolle</p></td><td><p>Fliegenfischen</p></td></tr><tr><td><p>Freilaufrolle</p></td><td><p>Karpfenangeln, Meeresangeln, Ansitzangeln, Forellenangeln</p></td></tr><tr><td><p>Stationärrolle</p></td><td><p>Spinnfischen, Karpfenangeln, Ansitzangeln, Grundangeln, Meeresangeln, Welsangeln</p></td></tr><tr><td><p>Multirolle</p></td><td><p>Meeresangeln, schweres Raubfischangeln</p></td></tr><tr><td><p>Baitcasterrolle</p></td><td><p>Spinnfischen</p></td></tr><tr><td><p>Distanzrolle</p></td><td><p>Brandungsangeln, Karpfenangeln</p></td></tr><tr><td><p>Kapselrolle</p></td><td><p>Spinnfischen, Ansitzangeln</p></td></tr><tr><td><p>Centerpin-Rolle</p></td><td><p>Friedfischangeln und Driftfischen am Fliessgewässer</p></td></tr></tbody></table></p><h3>Stationärrolle</h3><img src="https://cdn.shopify.com/s/files/1/0548/9197/0669/files/epixor-2.jpg" alt="Stationärrolle" width="200" height="200"><p>Die <strong>Stationärrolle</strong> ist der am weitesten verbreitete und vielseitigste Rollentyp überhaupt. Ihr charakteristisches Merkmal ist die feste, nicht mitdrehende Spule, die längs zur Rutenachse ausgerichtet ist - im Englischen als <em>Fixed Spool</em> bekannt. Ein sich drehender Rotor wickelt die Schnur über ein Schnurlaufröllchen gleichmässig auf die Spule auf, während sich die Spulenachse im Rollenkörper auf und ab bewegt, um eine gleichmässige Schnurverteilung zu gewährleisten. Die Spule selbst dreht sich ausschliesslich beim Schnurabzug über die Spulenbremse.</p><p>Da die Schnur bei geöffnetem Schnurfangbügel nahezu widerstandslos von der Spule gleitet, lassen sich mit Stationärrollen Köder nahezu aller Gewichtsklassen in Kombination mit der passenden Rute weit auswerfen.</p><h4>Grösse der Stationärrolle</h4><p>Stationärrollen sind in einem breiten Grössenspektrum erhältlich - von der federleichten Minirolle bis zum leistungsstarken Modell für den Grossfischfang im Salzwasser. Moderne Materialien wie hochfestes Aluminium, Titan oder Edelstahl ermöglichen heute sogar Modelle, die für den Fang von Thunfisch, Segelfisch oder Giant Trevally ausgelegt sind. Gleichzeitig werden die Rollengewichte stetig reduziert: Eine moderne mittlere Spinnrolle wiegt oft noch rund 200 Gramm.</p><h4>Bremse der Stationärrolle</h4><p>Stationärrollen sind mit <strong>Frontbremse</strong>, <strong>Heckbremse</strong> oder einer Kombination aus beiden erhältlich. Während Heckbremsenmodelle vor rund 15 Jahren weit verbreitet waren, dominieren heute nahezu ausschliesslich Rollen mit Frontbremse den Markt. Diese bieten durch direktere Bremswirkung, grössere Bremsscheiben und eine einfachere Konstruktion klare Vorteile gegenüber heckgebremsten Modellen.</p><h4>Schnurverlegung bei Stationärrollen</h4><p>Eine <strong>gleichmässige Schnurverlegung</strong> ist ein entscheidendes Qualitätsmerkmal - besonders für den Einsatz moderner Geflechtschnüre. Achten Sie zudem auf einen leichtläufigen Rotor und eine rückfreie, feinfühlig einstellbare Bremse. Geringes Getriebe- und Kurbelspiel ist ein Zeichen enger Fertigungstoleranzen und damit ein Hinweis auf hohe Verarbeitungsqualität. Vorhandenes Spiel nimmt im Laufe der Zeit naturgemäss zu - beginnt eine Rolle bereits mit viel Spiel, verliert man schnell die Freude daran.</p><h4>Kugellager bei Stationärrollen</h4><p>Die Anzahl der verbauten Kugellager ist nicht das entscheidende Kriterium - wichtig ist, dass mindestens vier Lager hoher Qualität an den relevanten Stellen verbaut sind. Füllen Sie die Spule stets bis etwa einen Millimeter unter den Spulenrand mit Schnur. Dies minimiert den Reibungswiderstand beim Abwurf, erhöht die Wurfweite und sorgt für eine gleichmässigere Bremsleistung.</p><h4>Übersetzung bei Stationärrollen</h4><p>Stationärrollen verfügen grundsätzlich über eine Übersetzung: Der Rotor dreht sich pro Kurbelumdrehung mehrmals, was die Einholgeschwindigkeit deutlich erhöht. Die Übersetzungen reichen von gemächlichen 3,8:1 bis hin zu 7,0:1. Beachten Sie: Eine höhere Übersetzung bedeutet mehr Schnuraufnahme pro Umdrehung, erfordert aber auch mehr Kraftaufwand beim Kurbeln. Modelle mit Übersetzungen zwischen 4,7:1 und 6,0:1 eignen sich für nahezu alle Angelmethoden und sind als echte Allrounder zu bezeichnen.</p><h3>Multirolle</h3><img src="https://cdn.shopify.com/s/files/1/0548/9197/0669/files/multirolle-am-beispiel-der-calcutta-conquest-301.jpg" alt="Multirolle" width="200" height="200"><p>Das Kennzeichen der <strong>Multirolle</strong> ist ihre sich drehende Spule, die quer zur Rutenachse verläuft. Diese Konstruktion macht sie ausgesprochen stabil, erfordert beim Werfen aber Übung: Die Spule gerät beim Wurf in Rotation und kann sich überschlagen, was zu Schnurverwicklungen - sogenannten Perücken - führt. Wer die richtige Bremseinstellung und einen flüssigen Wurfablauf beherrscht, erzielt mit Multirollen aussergewöhnliche Wurfweiten. Die meisten bestehenden Wurfrekorde wurden mit diesem Rollentyp aufgestellt.</p><p>Ihre Stärken - Stabilität, einfaches Ablassen und genaue Schnurkontrolle - spielen Multirollen vor allem beim schweren Meeresangeln aus. Modelle sind mit und ohne Schnurführung erhältlich: Bei leichter und schneller Fischerei ist eine Schnurführung sinnvoll, beim schweren Einsatz stellt sie eher einen Schwachpunkt dar, weshalb grosse Multirollen ohne Schnurführung bevorzugt werden sollten.</p><p>Die Bremse ist entweder als <strong>Sternbremse (Star Drag)</strong> - Einstellung über ein Sternrad an der Kurbel - oder als <strong>Schiebebremse (Lever Drag)</strong> - Einstellung über einen Hebel am Gehäuse - ausgeführt. Die Lever-Drag-Bremse erzeugt höhere Bremskräfte, ist bei Wurfrollen aber etwas anspruchsvoller in der Bedienung und Einstellung. Auch die Multirolle verfügt über eine Übersetzung, sodass die Spule sich mehrmals pro Kurbelumdrehung dreht.</p><h3>Baitcasterrolle</h3><img src="https://cdn.shopify.com/s/files/1/0548/9197/0669/files/baitcaster.jpg" alt="Baitcasterrolle" width="200" height="200"><p>Der <strong>Baitcaster</strong> ist eine spezialisierte Weiterentwicklung der Multirolle. Diese kompakten, meist flachen Rollen - im Englischen als <em>Low-Profile</em> bezeichnet - sind primär für das Spinnfischen und das präzise Werfen von Ködern konzipiert. Wie bei der Multirolle steht die Spule quer zur Rutenachse; sie ist jedoch gewichtsmässig sehr leicht gehalten, um auch leichtere Köder werfen zu können. Der zentral positionierte Auslöseknopf zur Schnurfreigabe ermöglicht eine ergonomische Einhand-Bedienung und hohe Angelgeschwindigkeit - Eigenschaften, die den Baitcaster zur bevorzugten Wahl von Egli- und Wettkampfanglern machen.</p><p>Konstruktionsbedingt eignet sich jeder Baitcaster nur für bestimmte Ködergewichtsbereiche. Für sehr leichte Köder sind eine ultraleichte Spule und hochwertige Leichtlauflager zwingend erforderlich, was Baitcaster in der Leichtklasse zu einer kostspieligeren Investition macht. Wer diese Hürde gemeistert und sich eingeworfen hat, profitiert von einem aussergewöhnlichen Spassfaktor sowie hoher Präzision und Geschwindigkeit beim Fischen. Auch Baitcaster verfügen über eine Übersetzung.</p><h3>Freilaufrolle</h3><img src="https://cdn.shopify.com/s/files/1/0548/9197/0669/files/freilaufrolle.jpg" alt="Freilaufrolle" width="200" height="200"><p>Die <strong>Freilaufrolle</strong> ist eine Spezialausführung der Stationärrolle mit einer zweiten, separat einstellbaren Bremse, die per Hebel zugeschaltet werden kann. Damit lässt sich der Schnurabzug von sehr leicht bis mittelschwer regulieren - ideal für das Karpfen- oder Ansitzangeln, wo einem bissenden Fisch ein freier Schnurabzug ermöglicht werden soll. Nach einer einzigen Kurbelumdrehung greift automatisch die Hauptbremse, was die Handhabung beim Karpfenangeln denkbar einfach macht.</p><p>Modelle mit Frontbremse sind heckgebremsten Ausführungen vorzuziehen, da sie über mehr Bremskraft und eine gleichmässigere Bremswirkung verfügen. Freilaufrollen sind in vielen Grössen erhältlich: Die kleinsten Modelle eignen sich bestens fürs Forellenangeln, grosse Modelle bieten ausreichend Kraft und Schnurfassung für das Distanzangeln auf Karpfen und Raubfische. Auch zum Schleppfischen werden Freilaufrollen gerne genutzt, da das Ausbringen der Schnur ähnlich komfortabel wie mit Multirollen vonstattengeht. Beim Meeresangeln in Norwegen erfreuen sich Freilaufrollen als ernstzunehmende Alternative zur Multirolle wachsender Beliebtheit.</p><h3>Distanzrolle</h3><p><strong>Distanzrollen</strong> sind Stationärrollen mit einer überdimensionierten Spule und grossem Schnurfassungsvermögen. Der grosse Spulendurchmesser ermöglicht extreme Wurfweiten; das hohe Schnurfassungsvermögen erlaubt das Befischen extremer Distanzen. Einige Karpfenangler setzen ihre Montagen mit dem Boot auf bis zu 400 Meter aus und verfügen dank dieser sogenannten <em>Big-Pit-Rollen</em> dennoch über ausreichende Schnurreserve auf der Spule. Eine besonders gleichmässige Schnurverlegung ist bei diesen Rollen entscheidend, um einen reibungslosen Schnurablauf auf grossen Distanzen sicherzustellen.</p><h3>Kapselrolle</h3><p><strong>Kapselrollen</strong> sind heute nur noch selten erhältlich. Bei diesem Typ ist die Spule von einer Kapsel verdeckt; die Schnurauslösung erfolgt - ähnlich wie beim Baitcaster - über eine Daumentaste. Die Bedienung ist denkbar einfach, und die schützende Kapsel erlaubt das problemlose Ablegen und Kurbeln der Rolle in Gras oder Schilf, ohne dass Halme vom Rotor eingezogen werden. Dies machte Kapselrollen bei Kindern, Anfängern und beim Nachtangeln auf Aal beliebt. Bremsleistung, Wurfweite und Kurbelqualität lassen bei den meisten Modellen jedoch deutlich zu wünschen übrig - ein Grund, weshalb dieser Rollentyp kaum noch Verwendung findet.</p><h3>Fliegenrolle</h3><p><strong>Fliegenrollen</strong> sind speziell für das Fliegenfischen entwickelt und auf die Aufnahme der charakteristisch dicken Fliegenschnüre ausgelegt. Die Spulenachse verläuft quer zur Rutenachse. Im Unterschied zu fast allen anderen Rollentypen verfügen Fliegenrollen über kein klassisches Übersetzungsgetriebe, sondern ein sogenanntes <em>Direct-Drive-System</em>: Die Spule dreht sich pro Kurbelumdrehung genau einmal, was einen geringen Schnureinzug ergibt. Da beim Fliegenfischen ein Grossteil des Drills über die Schnurhand geführt wird, ist dies vollkommen ausreichend.</p><p>Während ältere Modelle oft nur über eine einfache Ratsche als Überlaufsperre verfügten, sind moderne Fliegenrollen in der Regel mit einer gekapselten Hochleistungsbremse ausgestattet, die auch den Drill kampfstarker Fische über die Rolle sicher ermöglicht. Fliegenrollen sind sehr leicht und werden nach Schnurklassen in der Grösse eingeteilt, sodass Sie die passende Rolle zu Rute und Schnur einfach auswählen können. Auf eine Rolle der Grösse sieben bis neun passt beispielsweise eine Fliegenschnur der Klasse #8 plus rund 150 bis 200 Meter Backingschnur. Bei leichteren Schnüren bis Klasse #5, bei denen hauptsächlich über die Schnurhand gedrillt wird, können auch günstigere Modelle ausreichen. Sobald kampfstarke Fische das Ziel sind, lohnt sich die Investition in eine hochwertige Fliegenrolle mit präziser Bremse.</p><h3>Centerpin-Rolle</h3><p>Die <strong>Centerpin-Rolle</strong> ist ein absoluter Spezialrollen-Typ mit einem einzigen Einsatzzweck: das Driftfischen auf Weissfische am Fliessgewässer. Die Spule steht quer zur Rutenachse und läuft extrem leicht - so leicht, dass sie allein durch den Zug der Strömung auf die Montage Schnur freigibt, ohne diese merklich einzubremsen. Der Spulendurchmesser ist gross dimensioniert, um eine ausreichende Schnuraufnahme ohne Übersetzung zu gewährleisten. Eine Bremse ist bei diesem Rollentyp meist nicht vorhanden; in seltenen Fällen findet sich lediglich eine Ratsche als Überlaufhemmung für den Drill. Centerpin-Rollen kommen an Match- oder Bologneseruten zum Einsatz. Werfen ist mit diesem Typ kaum möglich - aufgrund des Einsatzzwecks aber auch nicht notwendig.</p><h3>Anwendungshinweis</h3><p>Die Wahl der richtigen Angelrolle hängt massgeblich von Ihrer bevorzugten Angelmethode, der Zielart und dem eingesetzten Schnurmaterial ab. Kombinieren Sie die Rolle immer mit einer dazu passenden Rute und einer Schnur, deren Durchmesser und Tragkraft zur Spulengrösse sowie zur Schnurfassung der Rolle passen. Stimmen Sie ausserdem die Übersetzung auf Ihre Köder- und Angeltechnik ab: Für langsam geführte Köder wie Gummifische am Jigkopf oder Naturköder eignen sich niedrigere Übersetzungen, während schnell geführte Oberflächenköder oder weite Distanzwürfe von höheren Übersetzungen profitieren. Regelmässige Pflege - insbesondere das Reinigen und leichte Ölen der Schnurlaufröllchen und des Getriebes - verlängert die Lebensdauer Ihrer Rolle erheblich.</p>































































