Angeln boomt: Mehr als 1,5 Millionen Menschen in Deutschland stehen regelmässig am Wasser - und die Zahl der Neulinge wächst stetig. Die Beweggründe sind so unterschiedlich wie die Gewässer selbst: Sehnsucht nach unberührter Natur, der Wunsch nach mehr Ruhe im Alltag, Nachhaltigkeit beim Lebensmitteleinkauf oder schlicht die Freude am gemeinsamen Erlebnis mit Freunden. Das Schöne daran: Besondere Vorkenntnisse braucht es nicht - wer alt genug ist und einen gültigen Fischereischein vorweisen kann, darf loslegen.
Allein im Jahr 2020 legten über 40.000 Personen in Deutschland die Fischereiprüfung erfolgreich ab. Da das Fischereirecht in Deutschland auf Landesebene geregelt ist, unterscheiden sich die Anforderungen je nach Bundesland. Wer seinen Erstwohnsitz in Nordrhein-Westfalen hat, findet hier einen vollständigen Überblick - von den Prüfungsvoraussetzungen bis zur Beantragung des Scheins.
Tabelle: Überblick für Lesemuffel
Die nachfolgende Tabelle bündelt die wichtigsten Informationen rund um den Fischereischein in NRW. Im anschliessenden Fliesstext werden alle Punkte ausführlich behandelt.
Die wichtigsten Infos rund um den Fischereischein in NRW
Zuständiger Landesverband |
Anglerverband Nordrhein-Westfalen (FV NRW) |
Was ist der Unterschied zwischen Fischereischein und Fischereierlaubnisschein? |
Der Fischereischein ist ein staatlich geregelter Nachweis persönlicher Sachkunde, der in der Regel an das Bestehen einer Fischereiprüfung gebunden ist. Der Fischereierlaubnisschein ist eine privatrechtliche Genehmigung, an einem konkreten Gewässer oder Gewässerabschnitt angeln zu dürfen. Der Fischereischein ist in fast allen Fällen die Grundvoraussetzung, um einen Erlaubnisschein zu erhalten. An nahezu jedem deutschen Gewässer werden beide Dokumente benötigt. |
Welche Voraussetzungen gelten für die Teilnahme an der Fischereiprüfung? |
Mindestalter: 13 Jahre (Ausstellung des Fischereischeins jedoch frühestens ab 14 Jahren) Wohnsitz: Erstwohnsitz muss in NRW gemeldet sein |
Gibt es Sonderregelungen für Menschen mit Behinderung? |
Personen, die dauerhaft betreut werden und ihren Alltag nicht selbstständig bewältigen können, sind von der Fischereiprüfung ausgeschlossen. Für Menschen mit körperlichen oder psychischen Einschränkungen, die nicht dauerhaft betreut werden, besteht kein genereller Ausschluss. Auf Antrag kann ein Sonderfischereischein ausgestellt werden, der das Angeln in Begleitung eines Fischereischeininhabers erlaubt. |
Gibt es in NRW einen Jugendfischereischein? |
Ja. Jugendliche ab 10 Jahren, die das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, können einen Jugendfischereischein beantragen. Dieser wird zunächst für ein Kalenderjahr ausgestellt und kann um ein weiteres Jahr verlängert werden. Er berechtigt zum Angeln in Begleitung einer erwachsenen Fischereischeininhaberin bzw. eines erwachsenen Fischereischeininhabers. |
Wo meldet man sich zur Fischereiprüfung an? |
Die Anmeldung erfolgt bei der Unteren Fischereibehörde der Stadt oder des Landkreises, in dem der Hauptwohnsitz gemeldet ist. Heutzutage ist das in den meisten Fällen über ein Online-Formular möglich. |
Kann man sich auch ausserhalb des eigenen Wohnorts anmelden? |
Bei Vorliegen eines triftigen Grundes kann bei der heimischen Unteren Fischereibehörde eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden, die eine Anmeldung in einer anderen Stadt innerhalb NRWs ermöglicht. |
Wo und wann findet die Prüfung statt? Was ist am Prüfungstag mitzubringen? |
Ort und Zeitpunkt der Prüfung werden mit der Anmeldebestätigung mitgeteilt. Bei offenen Fragen empfiehlt sich eine direkte Rückfrage bei der zuständigen Unteren Fischereibehörde. Zur Identifikation ist am Prüfungstag zwingend ein Personalausweis oder Reisepass mitzubringen - ebenso ein eigener Kugelschreiber. |
Wie häufig werden Prüfungen angeboten? |
Das variiert stark je nach Standort - von einmal jährlich bis zu mehrmals monatlich. Eine frühzeitige Recherche online oder direkt bei der Unteren Fischereibehörde ist empfehlenswert. Die Anmeldung muss spätestens 4 Wochen vor dem Prüfungstermin eingereicht werden. Viele Online-Angelschulen bieten die Möglichkeit, die Prüfungsanmeldung direkt über ihr Portal abzuwickeln. |
Sind Vorbereitungskurse in NRW Pflicht? |
Nein. In NRW ist die Art der Prüfungsvorbereitung frei wählbar. Ob Selbststudium mit Fachliteratur, Präsenzkurs am Wochenende oder ein flexibler Online-Kurs - die Entscheidung liegt bei Ihnen. |
Wie lange ist der Fischereischein in NRW gültig? Gibt es einen Schein auf Lebenszeit? |
Nein, einen Fischereischein auf Lebenszeit gibt es in NRW nicht. Nach bestandener Prüfung kann der Schein für 1 Jahr oder 5 Jahre beantragt werden. Eine regelmässige Verlängerung gegen eine Gebühr ist erforderlich, um ihn gültig zu halten. Der Schein kann auch nach einer Unterbrechung erneut verlängert werden - in der Zwischenzeit darf allerdings nicht geangelt werden. |
Ist Angeln in NRW auch ohne Fischereischein möglich? |
Es gibt das sogenannte "Schnupperangeln": Kinder und Erwachsene ohne Fischereischein dürfen dabei in Begleitung einer Fischereischeininhaberin bzw. eines -inhabers angeln. Voraussetzung ist ein vorheriger Antrag beim zuständigen Fischereiverband sowie ein fester, abgestimmter Termin. Das Schnupperangeln ist auf maximal 2 Tage begrenzt. |
Wie ist die Fischereiprüfung in NRW aufgebaut? |
Die Prüfung gliedert sich in 3 Teile: I. Theoretischer Teil (Multiple Choice, eine richtige Antwort, 60 Minuten) 1.) Allgemeine Fischkunde II. Artenkenntnis: Aus 49 Bildern von Fischen, Krebstieren und Neunaugen werden 6 zufällig ausgewählt - mindestens 4 müssen korrekt und ohne Hilfestellung benannt werden. III. Praktischer Teil: Eine von 10 möglichen Angelruten bzw. -montagen wird per Los bestimmt und muss inklusive des erforderlichen Zubehörs zur waidgerechten Fischversorgung korrekt zusammengestellt werden. Je nach Prüfungskommission sind die Komponenten entweder vollständig aufzubauen oder in der richtigen Reihenfolge zu präsentieren. |
Offene Fragen? |
Bei weiteren Fragen können Sie jederzeit eine E-Mail an alex@hechtundbarsch.ch schreiben. |
Nebel-Kroko!
Angeln in NRW - Einstieg ins Thema
(Warum NRW ein starkes Pflaster für Einsteiger ist; weshalb ein prüfungsgebundener Fischereischein Sinn ergibt; wie sich Fischereischein und Fischereierlaubnisschein voneinander unterscheiden)
Das schönste Hobby der Welt
Wer in Nordrhein-Westfalen mit dem Angeln beginnen möchte, hat die Karten gut gezogen. Das bevölkerungsreichste Bundesland Deutschlands vereint industrielle Geschichte mit beeindruckender Gewässervielfalt - und bietet Anglerinnen und Anglern aus dem ganzen Land ein ausgesprochen abwechslungsreiches Terrain. Vier grosse Flüsse und über 400 Seen warten darauf, anglerisch erkundet zu werden.
Die grössten Flüsse in NRW im Überblick:
- Rhein: 226 km Flussstrecke in NRW (Top für Zander, Egli, Welse und diverse Friedfische)
- Ruhr: 219 km lang (Top für Hechte, Egli, Döbel und Schleien)
- Ems: 156 km Flussstrecke in NRW (Top für Zander, Egli, Rapfen und diverse Friedfische)
- Weser: 115 km Flussstrecke in NRW (Top für Egli, Döbel, Hecht und diverse Friedfische)
Die grössten Seen in NRW im Überblick:
- Möhnetalsperre: 12340 ha (herausragender Hechtbestand)
- Biggesee: 895 ha (Hechte, Zander und Seeforellen in unfassbaren Grössen)
- Sorpesee: 338 ha (Hecht- und Egli-Paradies)

Möhnesee bei Nacht
Besonders das Ruhrgebiet hält für Streetfishing-Enthusiasten, Ansitzangler und Bootsangler eine Fülle spannender Spots bereit. Schifffahrtskanäle, innerstädtische Seen, Hafenbecken und die unzähligen Baggerseen, die im Zuge des Erz- und Kohleabbaus entstanden sind, bilden grüne Rückzugsorte mitten im Grossstadtgefüge. Dazu kommen zahlreiche Vereinsgewässer, die von einer aktiven und engagierten Angelgemeinschaft gehegt werden.
Kurz zusammengefasst: Die Ausgangslage für angehende Angler ist in NRW hervorragend. Für den Start benötigen Sie - neben einer passenden Ausrüstung - zwei wesentliche Dokumente:
- den Fischereischein, der eine staatliche Prüfung voraussetzt
- einen Fischereierlaubnisschein für das jeweilige Gewässer, an dem Sie angeln möchten (in der Regel käuflich erhältlich)
Fischereischein & Fischereierlaubnisschein
Deutsche Democrazy at its best!
So könnte man beim ersten Lesen durchaus denken. Dabei hat der Gesetzgeber durchaus gute Gründe, dem Angeln in Deutschland einen klar strukturierten Rahmen zu geben.
5 Gründe, weshalb ein prüfungsgebundener Fischereischein sinnvoll ist:
- Sachkundiges Fischhandling setzt theoretisches Wissen voraus - Praxis allein reicht nicht.
- Angler tragen aktiv zum Naturschutz bei und übernehmen damit eine echte Verantwortung.
- Klare Regeln und ein gewisser Wissensanspruch reduzieren das Risiko, Organisationen wie der PETA eine Angriffsfläche zu bieten.
- Eine solche Hürde verhindert, dass die Entscheidung für das Angeln leichtfertig und unreflektiert getroffen wird.
- Angeln ist in Deutschland kein beliebiger Freizeitsport - daher sollte man sich im Vorfeld ernsthaft mit tierethischen Fragen auseinandersetzen.
Standpunkt: Wer angelt, muss sich bewusst sein, dass das eigene Vergnügen - oder im gewerblichen Kontext: der eigene wirtschaftliche Vorteil - dem Wohlbefinden des Fisches übergeordnet wird. Auf dieser Grundlage sollte man dann so fischschonend wie möglich handeln.
Internationaler Vergleich
Ein Blick über die Landesgrenzen zeigt, dass Deutschland beim Thema Tierethik im Angelwesen einen hohen Massstab anlegt. In Ländern wie Frankreich, Schweden, den Niederlanden oder Italien ist eine Prüfung nicht erforderlich - dort genügt eine käuflich erwerbbare Erlaubnis für das jeweilige Gewässer.

Die Regelungen zum Angeln im Ausland sind sehr unterschiedlich
Fischereierlaubnisschein vs. Fischereischein
Trotz aller deutschen Präzision in Sprachfragen hätte man die Bezeichnungen Fischereischein und Fischereierlaubnisschein von Anfang an klarer voneinander abgrenzen können. Damit keine Verwirrung entsteht, hier die genaue Erklärung beider Begriffe:
- Der Fischereischein (umgangssprachlich "Angelschein") ist in fast allen Bundesländern die Grundvoraussetzung zum Angeln. Er bestätigt eine durch landesrechtliche Vorschriften definierte persönliche Sachkunde und ist in der Regel an das Bestehen der Fischereiprüfung geknüpft. Im Klartext: Die Gesetzgebung verlangt von angehenden Anglern den Nachweis, dass sie in der Lage sind, das Angeln unter Einhaltung bestimmter Verhaltensgrundsätze verantwortungsvoll auszuüben.
- Der Fischereierlaubnisschein (auch Fischereilizenz, Angelkarte oder Gewässerschein genannt) ist eine privatrechtliche Genehmigung, an einem bestimmten Gewässer oder Gewässerabschnitt angeln zu dürfen. Er bescheinigt keine Befähigung, sondern lediglich die Erlaubnis des Gewässerbesitzers oder -pächters.
Für nahezu alle Gewässer in Deutschland werden beide Dokumente benötigt!
Als die wesentliche Voraussetzung gilt dabei der Fischereischein: Die meisten Ausstellungsberechtigten von Erlaubnisscheinen - ob Eigentümer, Pächter oder Online-Portale - verlangen dessen Vorlage vorab.
Rechtliche Einordnung: Angeln ohne die nötigen Dokumente
Wichtig! Es macht rechtlich einen erheblichen Unterschied, ob Sie ohne Fischereischein oder ohne Fischereierlaubnisschein angeln. Das Angeln ohne Fischereischein ist eine Ordnungswidrigkeit, die in NRW mit einem Bussgeld von bis zu 5.000 geahndet werden kann. Das Angeln ohne Fischereierlaubnisschein - also ohne die Zustimmung des Gewässerbesitzers oder -pächters - erfüllt den Straftatbestand der Fischwilderei (§293 StGB) und kann nicht nur mit einer Geldstrafe, sondern mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 2 Jahren geahndet werden.
Für hartgesottene Paragraphen-Liebhaber - der Wortlaut des §293 StGB:
Wer unter Verletzung fremden Fischereirechts oder Fischereiausübungsrechts
1. |
fischt oder |
|
2. |
eine Sache, die dem Fischereirecht unterliegt, sich oder einem Dritten zueignet, beschädigt oder zerstört, |
wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
Das nordrhein-westfälische Fischereigesetz ist online einsehbar.
Der Fischereischein in NRW
(Prüfungsvoraussetzungen, Anmeldung, Prüfungsablauf, Vorbereitung, Beantragung des Scheins, Erwerb von Erlaubnisscheinen)
In fast allen Bundesländern schreibt das Landesrecht vor, dass zum Angeln ein gültiger Fischereischein vorzuliegen hat. Wer also in Deutschland an die Angel will, kommt an diesem Dokument praktisch nicht vorbei.
In Nordrhein-Westfalen müssen Prüflinge in einer Prüfung nachweisen, dass sie sich in Fischkunde, Gewässerwissen und Fischereirecht auskennen - und dass sie ihr Angelgerät selbstständig und waidgerecht aufbauen können. Bevor die Prüfungsinhalte im Detail besprochen werden, werfen wir zunächst einen Blick auf die Voraussetzungen für die Prüfungszulassung.
*In Niedersachsen ist das formal zwar nicht der Fall, in der Praxis vergeben Fischereirechtsinhaber Erlaubnisscheine jedoch ausschliesslich an Personen mit gültigem Fischereischein. |

In Niedersachsen sind die Regelungen etwas anders
Voraussetzungen für die Fischereiprüfung
- Mindestalter
Die Teilnahme an der Fischereiprüfung ist ab einem Alter von 13 Jahren möglich. Der Fischereischein selbst wird bei Bestehen jedoch erst ab dem 14. Lebensjahr ausgestellt. - Wohnsitz
Der Erstwohnsitz muss in Nordrhein-Westfalen gemeldet sein. - Staatsangehörigkeit
Die Nationalität spielt keine Rolle - massgeblich ist ausschliesslich der gemeldete Wohnsitz. Ausländische Staatsbürger, die sich weniger als ein Jahr in Deutschland aufhalten, können unter Umständen auch ohne Prüfung einen Fischereischein erhalten, wenn sie den Nachweis erbringen, die erforderliche Sachkunde bereits in ihrem Heimatland erworben zu haben. - Einschränkungen
Gemäss §33 Abs. 1 (2) des nordrhein-westfälischen Landesfischereigesetzes wird der Fischereischein Personen versagt, für die wegen einer psychischen Krankheit oder einer geistigen bzw. seelischen Behinderung dauerhaft ein Betreuer bestellt ist. Dieser Ausschluss betrifft ausschliesslich Menschen, die nicht in der Lage sind, ihren Alltag selbstständig zu bewältigen. Für Menschen mit körperlichen oder psychischen Einschränkungen, die nicht dauerhaft betreut werden, besteht kein kategorischer Ausschluss. Mit entsprechendem Nachweis kann ein Sonderfischereischein beantragt werden, der das Angeln in Begleitung einer Fischereischeininhaberin bzw. eines -inhabers erlaubt.
Anmeldung für die Fischereiprüfung
Wo und wie melde ich mich an?
Die Fischereiprüfung wird in der Stadt bzw. dem Landkreis abgelegt, in dem der Hauptwohnsitz gemeldet ist. Bei Erfüllung aller Zulassungsvoraussetzungen kann die Anmeldung bei der zuständigen Unteren Fischereibehörde eingereicht werden.
Die Prüfungsgebühr ist vor dem Prüfungstermin zu überweisen. Sie deckt die anfallenden Prüfungskosten - Raummiete, Prüfungspersonal und Materialien eingeschlossen.
Bei Vorliegen eines triftigen Grundes kann eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden, die eine Anmeldung in einer anderen NRW-Stadt ermöglicht. Dabei fallen zusätzliche Gebühren an, und eine Zulassung am Wunschort ist nicht garantiert, wenn die Teilnehmerzahl bereits ausgeschöpft ist.
Wann finden die Prüfungen statt?
Die Prüfungstermine legt die jeweilige Untere Fischereibehörde fest. Wie häufig Prüfungen angeboten werden, hängt stark vom Standort ab - von einmal jährlich bis zu mehrmals im Monat ist alles möglich. Eine frühzeitige Recherche über eine Google-Suche mit "Fischereiprüfung" und dem eigenen Wohnort oder ein direkter Anruf bei der Stadtverwaltung bzw. Unteren Fischereibehörde empfiehlt sich.
Hinweis! Es lohnt sich, mögliche Prüfungstermine frühzeitig in Erfahrung zu bringen, damit die Vorbereitung gezielt geplant werden kann. Zu beachten ist ausserdem, dass die Prüfungsplätze je nach Räumlichkeit begrenzt sind und dass die Anmeldefrist 4 Wochen vor dem Prüfungstermin endet.

Für die Prüfung sollten Sie sich mit dem Equipment auskennen
Ablauf & Inhalt der Fischereiprüfung
Wie läuft die Fischereiprüfung ab?
Ort und Zeitpunkt der Prüfung werden mit der Anmeldebestätigung kommuniziert. Bei Unklarheiten steht die Untere Fischereibehörde des jeweiligen Wohnorts als erste Anlaufstelle zur Verfügung.
Die Prüfung findet auf Deutsch statt. Bei Sprachbarrieren lohnt sich eine direkte Anfrage bei der zuständigen Behörde, ob individuelle Lösungen gefunden werden können.
Wichtig! Vor der Prüfung ist eine Identifikation erforderlich - bringen Sie unbedingt Ihren Personalausweis oder Reisepass mit. Ausserdem wird ein eigener Kugelschreiber benötigt.
Die Fischereiprüfung in Nordrhein-Westfalen umfasst 3 Teile:
- Theoretische Prüfung: 60 Fragen aus 6 Themengebieten
- Artenkenntnis: Erkennen und Benennen von 6 Fischen, Krebstieren oder Neunaugen
- Praktische Prüfung: Waidgerechter Aufbau einer Angelrute bzw. Angelmontage
Nach bestandener Prüfung wird das Prüfungszeugnis ausgehändigt, mit dem der Fischereischein bei der Unteren Fischereibehörde beantragt werden kann.
Was wird in den einzelnen Prüfungsteilen verlangt?
Theoretischer Teil
Ähnlich wie beim Führerschein existiert ein fester Fragenkatalog mit insgesamt 360 Fragen aus 6 Themenbereichen:
- Allgemeine Fischkunde: Körperbau, Organfunktionen, Krankheiten bei Fischen, Krebstieren und Neunaugen
- Spezielle Fischkunde: Besonderheiten einzelner Fischfamilien und -arten: Fortpflanzung, bevorzugter Lebensraum, Physiognomie
- Gewässerkunde und Fischhege: Gewässertypen und deren charakteristische Eigenschaften
- Tierschutz, Naturschutz und Umweltschutz: Bedrohte Arten, Gewässervegetation, Pflichten des Anglers als Naturschützer
- Gerätekunde: Angelgeräte, Zubehör und deren sachgemässe Verwendung
- Gesetzeskunde: Das nordrhein-westfälische Landesfischereigesetz, geschützte Tierarten, Rechte und Pflichten von Anglern
Aus den 360 Katalogfragen werden für die eigentliche Prüfung je 10 Fragen pro Themenbereich gezogen. Zur Verfügung stehen genau 60 Minuten. Als bestanden gilt die Prüfung, wenn aus jedem Themengebiet mindestens 6 Fragen und insgesamt mindestens 45 Fragen korrekt beantwortet wurden. Es handelt sich um Multiple-Choice-Fragen mit jeweils einer richtigen Antwort.

Fischarten erkennen: Wichtiger Teil der Prüfung
Artenkenntnis
Im zweiten Prüfungsteil werden aus einem Gesamtpool von 49 Bildern - darunter Fische, Krebstiere und Neunaugen - sechs Abbildungen per Zufall ausgewählt. Mindestens 4 davon müssen ohne vorgegebene Antwortmöglichkeiten korrekt und eigenständig bezeichnet werden.
Praktischer Teil
Im dritten und letzten Prüfungsteil wird per Los eine von 10 möglichen Angelmontagen zugeteilt. Diese ist anschliessend korrekt zusammenzustellen, inklusive des Zubehörs für eine waidgerechte Fischversorgung. Ob die Montage vollständig inklusive aller Knoten aufgebaut oder lediglich die Bestandteile in der richtigen Reihenfolge präsentiert werden müssen, liegt im Ermessen der jeweiligen Prüfungskommission.
Prüfungsvorbereitung: Wie viel Zeit sollte man einplanen?
Angesichts der drei Prüfungsteile empfiehlt sich eine gezielte Vorbereitungsphase. Dennoch: Der Prüfungsrahmen ist klar definiert, was die Vorbereitung erheblich erleichtert. Wer den Alltag mit Beruf und Familie unter einen Hut bringen muss, sollte realistisch mit 4 bis 6 Wochen Vorbereitungszeit kalkulieren.
Im folgenden Abschnitt erfahren Sie, wie Sie die Vorbereitung am effektivsten gestalten können.
Wie bereitet man sich am besten vor?
In NRW ist die Art der Prüfungsvorbereitung nicht vorgeschrieben - es besteht keine Pflicht, einen akkreditierten Vorbereitungslehrgang zu besuchen. Wer möchte, kann sich also eigenständig mit Fachliteratur vorbereiten und das Lerntempo selbst bestimmen.
Erfahrungsgemäss ist die Vorbereitung unter Anleitung ausgebildeter Kursleiter jedoch effizienter und praxisnäher. Früher dominierten Wochenendseminare über mehrere Monate, bei denen Lerninhalte frontal und meist anhand von Printmaterial vermittelt wurden. Diese Veranstaltungen hatten in gemütlichen Vereinsheimen durchaus ihren Charme - flexibel und zeitsparend waren sie allerdings selten.
Online-Angelschule: Den Angelschein bequem von zu Hause aus machen?
Wer heute neben Job und Familie mehrere volle Wochenenden für eine Angelprüfungsvorbereitung opfern soll, stösst schnell an seine Grenzen. Genau hier setzen moderne Online-Angelschulen an: Sie bieten flexible, familientaugliche Kurse, die sich dem eigenen Alltag anpassen - nicht umgekehrt.
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>>> Unser Tipp: Die Anglerschmiede <<< Für Fischereischein-Anwärter aus NRW empfiehlt sich die Anglerschmiede, die herausragende und sehr unterhaltsame Vorbereitungskurse für die Fischereiprüfung konzipiert hat. Mit abwechslungsreich aufbereiteten Lerninhalten lässt sich die gesamte Vorbereitung einfach und bequem online absolvieren - und das Grundwissen kann anschliessend nach Belieben vertieft werden. Pausen sind jederzeit möglich, einzelne Lerneinheiten können wiederholt und Videosequenzen mehrfach angeschaut werden. So lässt sich das Lerntempo vollständig dem eigenen Tagesrhythmus anpassen. Neben allen prüfungsrelevanten Inhalten vermittelt die Anglerschmiede interessante Hintergrundinformationen, die das Verständnis fördern - statt stures Auswendiglernen werden Zusammenhänge erklärt. Das Resultat: Man besteht nicht nur die Prüfung, sondern ist auch wirklich vorbereitet auf das erste Angel-Abenteuer. Die Kursinhalte werden regelmässig aktualisiert und auf die jeweiligen regionalen Eigenheiten abgestimmt. Ausserdem arbeitet die Anglerschmiede mit namhaften Angel-Experten wie Marc Ptacovsky, Enrico di Ventura, Marc Voosen und Stefan Seuß zusammen. 10 Gründe für die Anglerschmiede:
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Was lernt man bei Online-Angelschulen?
Ganz gleich, für welchen Kursweg Sie sich entscheiden - es lohnt sich zu wissen, was Sie inhaltlich erwartet.
Präsenzkurse
Präsenzkurse finden typischerweise in Vereinsräumen oder gemieteten Räumlichkeiten statt und behandeln alle prüfungsrelevanten Themen, im besten Fall unter Verwendung der originalen Prüfungsbilder. Die Inhalte werden meist linear anhand von Lehrbüchern erarbeitet, durch den Kursleiter aufbereitet und mit Schaubildern oder kurzen Videoclips ergänzt. Probeprüfungen runden die Vorbereitung in der Regel ab.
| Vorteile | Nachteile |
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Online-Kurse
Online-Kurse sind strukturell ähnlich aufgebaut wie Präsenzkurse, bieten jedoch wesentlich mehr Flexibilität: Die Lerneinheiten sind in der Regel in sich geschlossen, sodass Sie die Reihenfolge selbst bestimmen können. Digitale Inhalte lassen sich schnell und unkompliziert aktualisieren - aktueller Lernstoff und regional spezifische Anpassungen sind so jederzeit gewährleistet. Viele Plattformen tracken den individuellen Lernfortschritt statistisch, sodass Wissenslücken gezielt geschlossen werden können. Probeprüfungen sind flexibel abrufbar, und die Prüfungsanmeldung lässt sich oft direkt über das Anbieterportal erledigen.
| Vorteile | Nachteile |
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Ein häufiger Einwand lautet, dass die praktische Prüfungsvorbereitung in Präsenzkursen einfacher sei. Gute Online-Angelschulen bieten jedoch detaillierte Lernvideos und digitale Gerätebautests an, die keine Fragen offenlassen. Voraussetzung ist allerdings, dass man die Disziplin mitbringt, die eine oder andere Knotentechnik im heimischen Wohnzimmer selbst auszuprobieren.
Anwendungshinweis
Bevor Sie sich für einen Vorbereitungskurs entscheiden, empfiehlt es sich, zuerst den genauen Prüfungstermin Ihres Wohnorts zu recherchieren. Planen Sie die Vorbereitung rückwärts vom Prüfungsdatum: Mit einem realistischen Vorlauf von 4 bis 6 Wochen und einem strukturierten Kurs - ob online oder in Präsenz - sind Sie gut aufgestellt. Wer besonders sicher gehen möchte, absolviert in der letzten Woche vor der Prüfung mindestens zwei vollständige Probeprüfungen unter echten Bedingungen: Zeitlimit einhalten, keine Unterlagen nutzen und auch den praktischen Teil gezielt üben.
Wie erhält man den Fischereischein nach bestandener Prüfung?
Bei gründlicher Vorbereitung steht dem Bestehen nichts im Wege. Nach erfolgreicher Prüfung erhalten Sie zunächst Ihr Prüfungszeugnis. Mit diesem Dokument können Sie den Fischereischein bei jeder Gemeindeverwaltung in NRW beantragen. Neben dem Zeugnis sind ein gültiges Ausweisdokument (Personalausweis oder Reisepass) und ein Passfoto erforderlich.
Der Fischereischein kann in NRW für eine Gültigkeitsdauer von 1 Jahr oder 5 Jahren ausgestellt werden. Eine Option auf Lebenszeit, wie sie einige andere Bundesländer kennen, besteht hier nicht. Für die Weiterführung der Gültigkeit ist eine regelmässige Verlängerung gegen eine Gebühr notwendig.
Die Hälfte der erhobenen Gebühren deckt den Verwaltungsaufwand, die andere Hälfte fliesst als Fischereiabgabe direkt in Projekte, die dem Fischereiwesen sowie dem Gewässer- und Artenschutz zugutekommen.
Erwerb von Fischereierlaubnisscheinen
Mit dem Fischereischein in der Tasche fehlt nur noch ein Fischereierlaubnisschein für das Gewässer Ihrer Wahl. Hier gibt es verschiedene Wege:
Angelvereine
Der Beitritt zu einem Angelverein eröffnet den regelmässigen Zugang zu Vereinsgewässern und bietet die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen oder einen Angel-Buddy zu finden. Allerdings schwankt die Kollegialität unter Vereinsmitgliedern von Ort zu Ort. In dicht besiedelten Regionen NRWs kann es zudem schwierig sein, überhaupt noch einen freien Vereinsplatz zu finden - besonders in Ballungszentren ist die Nachfrage hoch.
Angelvereine in Ihrer Nähe finden Sie über eine umfangreiche Suchfunktion auf einschlägigen Angel-Portalen.

Mit Fischereischein bald auch angeln
Gastkarten und frei erhältliche Erlaubnisscheine
Viele Vereine bieten Gastkarten für tageweises Angeln an. Ob dabei ein Vereinsmitglied anwesend sein muss, ist von Verein zu Verein unterschiedlich. Für grössere Flüsse und einige Seen lassen sich Jahreserlaubnisscheine auch ohne Vereinsmitgliedschaft erwerben. Der lokale Angelladen ist dabei eine gute erste Anlaufstelle. Zusätzlich ermöglichen spezialisierte Portale in Kooperation mit Gewässereigentümern und -pächtern den Kauf von Erlaubnisscheinen direkt online.
Angeln ohne Fischereischein: Ordnungswidrigkeiten und Bussgelder
Wie bereits erläutert, ist das Angeln ohne privatrechtliche Genehmigung - also ohne Fischereierlaubnisschein - kein bloss formaler Verstoss, sondern eine Straftat gemäss §293 StGB (Fischwilderei), die mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 2 Jahren geahndet werden kann.
Daneben gibt es weitere Verstösse, die als Ordnungswidrigkeiten eingestuft werden und mit einem Bussgeld von bis zu 5.000 geahndet werden können. Mitgeführte Angelgeräte können dabei eingezogen werden.
Ordnungswidrig nach §55 des Landesfischereigesetzes NRW handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig:
- seine Pflicht zur Erhaltung oder Hege eines gewässerentsprechenden Fischbestands vernachlässigt.
- auf überfluteten Grundstücken fischt.
- angelt, ohne einen gültigen Fischereischein zu besitzen oder ohne diesen sowie den Erlaubnisschein mitzuführen.
- in Fischwegen oder auf gekennzeichneten Strecken ober- oder unterhalb von Fischwegen fischt.
- den Fischereischein oder Erlaubnisschein bei einer Kontrolle nicht aushändigt.
- beim Fischfang künstliches Licht, verbotene Mittel oder verletzende Geräte einsetzt.
- eine fischereiliche Veranstaltung ohne Genehmigung durchführt, ein Wettfischen veranstaltet oder daran teilnimmt.
- Fische, Fanggeräte oder Fischbehälter nicht vorzeigt.
Zusammenfassung
Wer in Nordrhein-Westfalen legal angeln möchte, muss einige Voraussetzungen erfüllen - das ist keine Frage. Die Fischereiprüfung ist dabei aber kein unüberwindbares Hindernis. Mit strukturierter Vorbereitung und einem Zeitrahmen von 4 bis 6 Wochen lässt sie sich gut bewältigen. Wer bereits erste Angelerfahrungen gesammelt hat, etwa bei einem Aufenthalt im Ausland, dürfte noch leichter durch die Prüfung kommen. Dann steht dem Angeln von der Weser bis zum Rhein nichts mehr im Weg.


























