Angeln boomt: Über 1,5 Millionen Menschen in Deutschland stehen regelmässig am Wasser – und die Zahl wächst kontinuierlich. Die Gründe sind vielfältig: Sehnsucht nach Natur und Ruhe, der Wunsch nach regionaler Ernährung oder einfach die Freude an einem Hobby, das sich sowohl solo als auch in Gemeinschaft geniessen lässt. Grundsätzlich steht das Angeln jedem offen – vorausgesetzt, man hat das nötige Mindestalter und einen gültigen Fischereischein.
Allein im Jahr 2020 schlossen über 40.000 Personen in Deutschland die Fischereiprüfung erfolgreich ab. Da das Fischereirecht in Deutschland auf Landesebene geregelt ist, gibt es von Bundesland zu Bundesland teils spürbare Unterschiede bei den Anforderungen rund um den Fischereischein.
Dieser Artikel richtet sich an alle, die in Nordrhein-Westfalen wohnen und wissen möchten, wie sie ihren Fischereischein – umgangssprachlich auch Angelschein genannt – erwerben können. Sie erfahren, welche Voraussetzungen gelten, welche Unterlagen nötig sind und wie sich der gesamte Prozess möglichst unkompliziert gestalten lässt.
Tabelle: Überblick für Lesemuffel
Die folgende Tabelle fasst die wesentlichen Informationen zum Fischereischein in NRW kompakt zusammen. Im anschliessenden Fliesstext werden alle Punkte ausführlich behandelt.
Die wichtigsten Infos rund um den Fischereischein in NRW
Zuständiger Landesverband |
Anglerverband Nordrhein-Westfalen (FV NRW) |
Gibt es einen Unterschied zwischen Fischereischein und Fischereierlaubnisschein? |
Der Fischereischein ist ein durch landesrechtliche Vorschriften geregelter Sachkundenachweis, der in der Regel an das Bestehen der Fischereiprüfung gekoppelt ist. Der Fischereierlaubnisschein hingegen ist eine privatrechtliche Genehmigung, die das Angeln an einem bestimmten Gewässer oder Gewässerabschnitt erlaubt. Der Fischereischein ist in fast allen Fällen Voraussetzung, um einen Fischereierlaubnisschein zu erhalten. Wer in Deutschland angeln möchte, benötigt an nahezu jedem Gewässer beide Dokumente. |
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um an der Fischereiprüfung teilnehmen zu können? |
Mindestalter: 13 Jahre (Ausstellung des Fischereischeins jedoch erst ab 14 Jahren) Wohnsitz: Erstwohnsitz muss in NRW gemeldet sein |
Gibt es eine Sonderregelung für Menschen mit Behinderung? |
Personen, die dauerhaft betreut werden und ihren Alltag nicht eigenständig bewältigen können, sind von der Fischereiprüfung ausgeschlossen. Für Menschen mit körperlichen oder psychischen Einschränkungen besteht hingegen kein grundsätzlicher Ausschluss. Auf Antrag kann in diesen Fällen ein Sonderfischereischein ausgestellt werden, der das Angeln in Begleitung eines Fischereischeininhabers ermöglicht. |
Gibt es in NRW einen Jugendfischereischein? |
Ja. Jugendliche ab 10 Jahren, die das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, können einen Jugendfischereischein beantragen. Dieser gilt für ein Kalenderjahr, ist einmalig um ein weiteres Jahr verlängerbar und berechtigt zum Angeln in Begleitung eines Fischereischeininhabers. |
Wo meldet man sich für die Fischereiprüfung an? |
Die Anmeldung erfolgt bei der Unteren Fischereibehörde der Stadt oder des Landkreises, in dem der Hauptwohnsitz gemeldet ist. In vielen Fällen ist dies heute bequem per Online-Formular möglich. |
Ist es möglich, sich für die Fischereiprüfung an einem anderen Ort als dem Wohnort anzumelden? |
Bei Vorliegen eines triftigen Grundes kann bei der zuständigen Unteren Fischereibehörde am Heimatort eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden. Damit ist eine Anmeldung in einer anderen Stadt innerhalb NRWs möglich. |
Wo und wann findet die Prüfung statt? Was benötigt man am Prüfungstag? |
Ort und Termin werden mit der Anmeldebestätigung mitgeteilt. Bei offenen Fragen wenden Sie sich direkt an die zuständige Untere Fischereibehörde. Zum Prüfungstag unbedingt einen gültigen Personalausweis oder Reisepass sowie einen eigenen Kugelschreiber mitbringen – eine Ausweispflicht besteht vor Prüfungsbeginn. |
Wie häufig findet die Fischereiprüfung statt? |
Die Häufigkeit variiert stark je nach Standort – von einmal jährlich bis hin zu mehrmals monatlich. Eine frühzeitige Information bei der Unteren Fischereibehörde oder per Online-Recherche empfiehlt sich. Die Anmeldung muss spätestens 4 Wochen vor dem Prüfungstermin erfolgen. Viele Online-Angelschulen ermöglichen die Prüfungsanmeldung direkt über ihr Portal. |
Sind Vorbereitungskurse für die Fischereiprüfung in NRW verpflichtend? |
Nein. In NRW ist die Art der Vorbereitung freigestellt. Wer möchte, kann eigenständig mit Büchern lernen oder Präsenzkurse besuchen, die meist an Wochenenden stattfinden. Eine komfortablere und zeitlich flexiblere Alternative bieten Online-Kurse – zum Beispiel die Anglerschmiede. |
Wie lange ist der Fischereischein in NRW gültig? Gibt es einen Fischereischein auf Lebenszeit? |
Nein, einen Fischereischein auf Lebenszeit gibt es in NRW nicht. Nach bestandener Prüfung kann der Schein wahlweise für 1 Jahr oder 5 Jahre beantragt werden. Eine regelmässige Verlängerung gegen Gebühr ist erforderlich, um die Gültigkeit aufrechtzuerhalten. Eine Verlängerung muss nicht zu fixen Terminen erfolgen – allerdings darf in der Zeit, in der der Schein abgelaufen ist, nicht geangelt werden. |
Besteht in NRW die Möglichkeit, auch ohne Fischereischein zu angeln? |
Unter bestimmten Bedingungen ja: Im Rahmen eines sogenannten „Schnupperangelns" können Kinder und Erwachsene ohne Fischereischein in Begleitung eines Scheininhabers angeln. Voraussetzung ist ein vorab gestellter Antrag beim zuständigen Fischereiverband und ein fest vereinbarter Termin. Das Schnupperangeln ist auf maximal 2 Tage begrenzt. |
Wie ist die Fischereiprüfung in NRW aufgebaut? Was sind die einzelnen Prüfungsinhalte? |
Die Fischereiprüfung in NRW gliedert sich in 3 Teile. I.) Theoretischer Teil (Multiple Choice mit jeweils einer richtigen Antwort / 60 Minuten Zeit) Aus 6 Themenkomplexen werden je 10 Fragen gestellt. Mindestens 45 Fragen gesamt und mindestens 6 je Komplex müssen richtig beantwortet werden. 1.) Allgemeine Fischkunde 2.) Besondere Fischkunde 3.) Gerätekunde 4.) Gewässerkunde 5.) Natur- und Tierschutz 6.) Gesetzeskunde II.) Artenkenntnis: Aus einem Pool von 49 Bildern mit Fischen, Krebstieren und Neunaugen werden 6 zufällig gezogen, von denen mindestens 4 korrekt und ohne Antwortvorgaben benannt werden müssen. III.) Praktischer Teil: Eine von 10 möglichen Angelruten bzw. -montagen wird per Zufallsprinzip zugeteilt und muss inklusive des erforderlichen Zubehörs für eine waidgerechte Fischversorgung zusammengestellt werden. Je nach Prüfungskommission ist entweder der vollständige Aufbau oder lediglich die korrekte Reihenfolge der Komponenten gefordert. |
Welche Kosten sind für den Angelschein in NRW zu erwarten? |
Für die Prüfung wird eine behördliche Gebühr fällig. Hinzu kommen die Kosten für den Vorbereitungskurs sowie die Ausstellungsgebühr für den Fischereischein selbst – je nachdem, ob Sie ihn für ein Jahr oder für fünf Jahre beantragen. Bei der Anglerschmiede gibt es zu jedem Kurs ein exklusives LMAB-Köderpaket gratis dazu, was die Investition besonders attraktiv macht. |
Fragen offen geblieben? |
Weitere Informationen finden Sie beispielsweise unter https://anglerwerden.de/bundesland/nordrhein-westfalen/ oder https://www.mein-angelschein.de/angelschein_in_nordrhein-westfahlen/ Oder schreiben Sie einfach eine Mail an alex@hechtundbarsch.de |
Nebel-Kroko!
Angeln in NRW – Einstieg ins Thema
(Warum NRW ein attraktiver Einstiegsort zum Angeln ist; weshalb der deutsche Fischereischein sinnvoll ist; was Fischereischein und Fischereierlaubnisschein unterscheidet)
Das schönste Hobby der Welt
Angeln in NRW? Eine ausgesprochen gute Wahl! Das landschaftliche Profil des bevölkerungsreichsten Bundeslandes – geprägt durch Industriegeschichte, Grossstädte und eine bemerkenswert vielfältige Gewässerlandschaft – macht es zu einem echten Geheimtipp für Angler aus der ganzen Republik. Vier grosse Ströme und über 400 Seen bieten ein Spektrum, das anglerisch kaum zu überbieten ist.
Zu den grössten Flüssen in NRW gehören:
- Rhein: 226 km Flussstrecke in NRW (hervorragend für Zander, Egli, Welse und diverse Friedfische)
- Ruhr: 219 km lang (ideal für Hechte, Egli, Döbel und Schleien)
- Ems: 156 km Flussstrecke in NRW (stark für Zander, Egli, Rapfen und diverse Friedfische)
- Weser: 115 km Flussstrecke in NRW (attraktiv für Egli, Döbel, Hecht und diverse Friedfische)
Zu den grössten Seen in NRW gehören:
- Möhnetalsperre: 12340 ha (herausragender Hechtbestand)
- Biggesee: 895 ha (Hechte, Zander & Seeforellen in beeindruckenden Grössen)
- Sorpesee: 338 ha (Hecht- & Egli-Paradies)

Möhnesee bei Nacht
Darüber hinaus bietet insbesondere das Ruhrgebiet ein dichtes Netz an Möglichkeiten für Streetfishing, Ansitz- und Bootsangeln. Schifffahrtskanäle, Hafenbecken, innerstädtische Seenplatten und die zahlreichen Baggerseen, die durch den ehemaligen Erz- und Kohleabbau entstanden sind, bilden mitten im Grossstadtgefüge ruhige Rückzugsorte, an denen man dem Angeln fernab vom Alltagsstress nachgehen kann. Ergänzt wird dieses Angebot durch unzählige Vereinsgewässer, die von einer lebendigen und engagierten Angel-Gemeinschaft gepflegt werden.
Kurz auf den Punkt gebracht: Die Ausgangslage für angehende Angler in Nordrhein-Westfalen ist gut. Bevor es jedoch losgeht, sind neben der passenden Ausrüstung in der Regel zwei Dokumente erforderlich:
- der Fischereischein, für dessen Erhalt eine staatliche Prüfung abgelegt werden muss
- ein Fischereierlaubnisschein für das jeweilige Gewässer, an dem geangelt werden soll (in der Regel käuflich erwerbbar)
Fischereischein & Fischereierlaubnisschein
Deutsche Democrazy at its best!
So könnte man es im ersten Moment empfinden – dabei hat der vergleichsweise strenge Rahmen, den der Gesetzgeber dem Angeln in Deutschland gegeben hat, durchaus seine Berechtigung.
5 Gründe, warum ein prüfungsgebundener Fischereischein sinnvoll ist:
- Sachkundiger Umgang mit Fischen setzt theoretisches Wissen voraus.
- Angler tragen eine erhebliche Verantwortung gegenüber Tier und Natur.
- Klare Regelungen und ein gewisser Qualifikationsanspruch reduzieren die Angriffsfläche für Organisationen wie PETA.
- Eine Zugangshürde sorgt dafür, dass die Entscheidung zum Angeln nicht leichtfertig getroffen wird.
- Angeln ist in Deutschland kein reiner Freizeitsport – wer damit beginnt, sollte sich vorab mit grundlegenden tierethischen Fragen auseinandergesetzt haben.
Standpunkt: Es gilt, sich bewusst zu machen, dass das eigene Vergnügen – oder im gewerblichen Kontext: der eigene Vorteil – dem Fischwohl übergeordnet wird. Dieses Bewusstsein ist die Grundlage, auf der man anschliessend so fischschonend wie möglich handeln sollte.
Internationaler Vergleich
Ein Blick über die Grenzen zeigt, wie hoch Deutschland den Stellenwert tierethischer Fragen ansetzt. In Ländern wie Frankreich, Schweden, den Niederlanden oder Italien ist keine Sachkundeprüfung erforderlich. Dort reicht eine käuflich erwerbbare Erlaubnis für das jeweilige Gewässer vollkommen aus.

Die Regelungen zum Angeln im Ausland sind sehr unterschiedlich
Fischereierlaubnisschein vs Fischereischein
Bei aller Vorliebe für komplexe Begriffe hätte man die Bezeichnungen Fischereischein und Fischereierlaubnisschein sprachlich trennschärfer gestalten können. Damit von Beginn an keine Verwirrung entsteht, hier eine klare Erläuterung beider Begriffe:
- Der Fischereischein (umgangssprachlich „Angelschein") ist in fast allen Bundesländern die Grundvoraussetzung zum Angeln. Er stellt einen gesetzlich vorgeschriebenen Sachkundenachweis dar, der in der Regel an das Bestehen der Fischereiprüfung geknüpft ist. Vereinfacht gesagt verlangt die Gesetzgebung der meisten Bundesländer den Nachweis, dass man theoretisch und praktisch in der Lage ist, das Angeln unter Einhaltung bestimmter Verhaltensgrundsätze auszuüben.
- Der Fischereierlaubnisschein (auch Fischereilizenz, Fischereierlaubnis, Angelkarte oder Gewässerschein genannt) ist lediglich eine privatrechtliche Genehmigung, an einem bestimmten Gewässer oder Gewässerabschnitt angeln zu dürfen. Eigentümer oder Pächter können Dritten – in der Regel gegen ein Entgelt – das Angeln gestatten. Diese Erlaubnis belegt jedoch keine Befähigung oder Sachkunde des Inhabers.
An nahezu allen Gewässern in Deutschland werden beide Dokumente benötigt!
Den prüfungsgebundenen Fischereischein kann man dabei als die wesentliche Grundvoraussetzung betrachten – zumal die meisten Ausstellungsberechtigten von Erlaubnisscheinen (Eigentümer, Pächter, Angelgeschäfte, Portale wie Fiskado etc.) vorab die Vorlage des Fischereischeins verlangen.
Rechtliche Einordnung des Angelns ohne Bescheinigung
Wichtig! Rechtlich macht es einen erheblichen Unterschied, ob man ohne Fischereischein oder ohne Fischereierlaubnisschein angelt. Das Angeln ohne Fischereischein stellt in NRW eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einem Bussgeld von bis zu 5.000 geahndet werden kann. Das Angeln ohne Fischereierlaubnisschein – also ohne Genehmigung des Eigentümers oder Pächters – erfüllt hingegen den Straftatbestand der Fischwilderei (§293 StGB) und kann nicht nur mit einer Geldstrafe, sondern mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 2 Jahren geahndet werden.
Für hartgesottene Paragraphen-Liebhaber:
Der Straftatbestand der Fischwilderei im Wortlaut:
§293 StGB
Wer unter Verletzung fremden Fischereirechts oder Fischereiausübungsrechts
1. |
fischt oder |
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2. |
eine Sache, die dem Fischereirecht unterliegt, sich oder einem Dritten zueignet, beschädigt oder zerstört, |
wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
Hier finden Sie das nordrhein-westfälische Fischereigesetz online.
Der Fischereischein in NRW
(Prüfungsvoraussetzungen, Prüfungsanmeldung, Fischereiprüfung, Prüfungsvorbereitung, Beantragung des Fischereischeins, Erwerb von Fischereierlaubnisscheinen)
In nahezu allen Bundesländern* schreibt das jeweilige Landesrecht vor, dass zum Angeln ein Fischereischein – also ein „Angelschein" – erforderlich ist. Wer in Deutschland angeln möchte, kommt an diesem Dokument praktisch nicht vorbei.
In Nordrhein-Westfalen müssen Sie in einer Prüfung nachweisen, dass Sie Kenntnisse über Fische, Gewässer und Fischereirecht besitzen und Ihr Angelgerät selbständig sowie waidgerecht montieren können. Bevor wir uns den Prüfungsinhalten und der Vorbereitung widmen, klären wir zunächst, welche Voraussetzungen für die Teilnahme erfüllt sein müssen.
*In Niedersachsen ist das zwar formal nicht vorgeschrieben, in der Praxis stellen Fischereirechtsinhaber (Eigentümer, Pächter) Fischereierlaubnisscheine jedoch ausschliesslich an Personen mit Fischereischein aus. |

In Niedersachsen sind die Regelungen etwas anders
Voraussetzungen für die Fischereiprüfung
- Mindestalter
Zur Fischereiprüfung zugelassen werden Personen ab 13 Jahren. Die Ausstellung des Fischereischeins selbst erfolgt jedoch frühestens mit Vollendung des 14. Lebensjahres. - Wohnsitz
Der Erstwohnsitz muss in Nordrhein-Westfalen gemeldet sein. - Staatsangehörigkeit
Die Nationalität spielt keine Rolle – massgeblich ist allein der Wohnsitz. Ausländische Staatsangehörige, die sich weniger als ein Jahr in Deutschland aufhalten, können unter Umständen auch ohne Prüfung einen Fischereischein erhalten, sofern sie die entsprechende Sachkunde aus ihrem Heimatland nachweisen können. - Einschränkungen
Gemäss §33 Abs. 1 (2) des nordrhein-westfälischen Landesfischereigesetzes ist der Fischereischein Personen zu versagen, denen „für die Besorgung aller ihrer Angelegenheiten wegen einer psychischen Krankheit oder einer geistigen oder seelischen Behinderung ein Betreuer bestellt ist". Dieser Versagungsgrund betrifft ausschliesslich dauerhaft betreute Personen, die ihren Alltag nicht eigenständig bewältigen können. Für Menschen mit körperlichen oder psychischen Einschränkungen besteht hingegen kein genereller Ausschluss. Auf Antrag kann in solchen Fällen ein Sonderfischereischein ausgestellt werden, der das Angeln in Begleitung eines Fischereischeininhabers erlaubt.
Anmeldung für die Fischereiprüfung
Wo & wie meldet man sich an?
Die Fischereiprüfung wird am Wohnort abgelegt, also in der Stadt oder dem Landkreis, in dem die Person gemeldet ist. Wer alle genannten Voraussetzungen erfüllt, kann sich dort bei der Unteren Fischereibehörde für die Prüfung anmelden.
Die Prüfungsgebühr muss vor dem Prüfungstermin überwiesen werden. Sie deckt anfallende Ausgaben wie Raummiete, Prüfungspersonal und Prüfungsmaterialien ab.
Bei Vorliegen eines triftigen Grundes ist es möglich, eine Ausnahmegenehmigung zu beantragen, um die Prüfung in einer anderen Stadt innerhalb NRWs ablegen zu dürfen. In diesem Fall fallen zusätzliche Gebühren an, und eine Zulassung ist nicht garantiert, falls am gewünschten Ort die maximale Teilnehmerzahl bereits erreicht ist.
Wann finden die Prüfungen statt?
Die Prüfungstermine werden von der jeweiligen Unteren Fischereibehörde festgelegt. Die Häufigkeit schwankt je nach Standort erheblich. Während in manchen Städten Prüfungen sehr regelmässig angeboten werden, findet andernorts nur einmal jährlich ein Termin statt. Auch die Art der Terminbekanntgabe unterscheidet sich von Ort zu Ort.
Der einfachste Weg zur Termin-Information: einfach „Fischereiprüfung" oder „Fischereischein" zusammen mit dem Wohnort in die Google-Suche eingeben. Alternativ kann man sich telefonisch bei der Stadt- oder Kreisverwaltung bzw. direkt bei der Unteren Fischereibehörde erkundigen.
Hinweis! Es lohnt sich, mögliche Prüfungstermine frühzeitig zu recherchieren, um die eigene Vorbereitung zeitlich gut abstimmen zu können. Zu beachten ist ausserdem, dass die Teilnehmerzahl je nach Räumlichkeit begrenzt ist und die Anmeldefrist 4 Wochen vor dem Prüfungstermin endet.

Für die Prüfung sollten Sie das Equipment gut kennen
Ablauf & Inhalt der Fischereiprüfung
Wie läuft die Fischereiprüfung ab?
Ort und Zeit der Prüfung werden Ihnen mit der Anmeldebestätigung mitgeteilt. Bei Unklarheiten wenden Sie sich am besten direkt an die Untere Fischereibehörde Ihres Wohnortes bzw. Landkreises.
Die Prüfung wird auf Deutsch durchgeführt. Wer sprachliche Hürden hat, sollte vorab bei der zuständigen Behörde nachfragen, ob eine individuelle Lösung gefunden werden kann.
Wichtig! Vor Prüfungsbeginn ist eine Ausweispflicht zu erfüllen – bringen Sie daher Ihren Personalausweis oder Reisepass sowie einen eigenen Kugelschreiber mit.
Die Fischereiprüfung in Nordrhein-Westfalen gliedert sich in 3 Teile:
- Theoretische Prüfung: 60 Fragen aus 6 verschiedenen Themengebieten
- Artenkenntnis: Erkennen und Benennen von 6 Fischen / Krebstieren / Neunaugen
- Praktische Prüfung: Waidgerechter Zusammenbau einer Angelrute bzw. einer Angelmontage
Nach erfolgreich bestandener Prüfung erhalten Sie das Prüfungszeugnis, mit dem Sie anschliessend bei der Unteren Fischereibehörde Ihren Fischereischein beantragen können.
Was genau wird in den einzelnen Prüfungsteilen verlangt?
Theoretischer Teil
Ähnlich wie beim Führerschein existiert für den theoretischen Teil ein fester Fragenkatalog – insgesamt 360 Fragen aus 6 Themenkomplexen:
- Allgemeine Fischkunde: Schwerpunkt auf Körperbau, Organfunktionen, Krankheiten etc. bei Fischen, Krebstieren und Neunaugen
- Spezielle Fischkunde: Besonderheiten einzelner Fischfamilien und -arten, Fortpflanzung, Lebensraum, Physiognomie etc.
- Gewässerkunde und Fischhege: Gewässerarten und deren spezifische Eigenschaften
- Tierschutz, Naturschutz und Umweltschutz: Bedrohte Arten, Uferbepflanzung, Pflichten und Rolle des Anglers als Naturschützer
- Gerätekunde: Angelgeräte, Zubehör und deren sachgerechter Einsatz
- Gesetzeskunde: Nordrhein-westfälisches Landesfischereigesetz, geschützte Tierarten, Rechte und Pflichten von Anglern
Für die Prüfung werden je 10 Fragen pro Themenbereich ausgewählt. Zur Verfügung stehen genau 60 Minuten. Bestanden ist der Teil, wenn mindestens 6 Fragen pro Themengebiet und mindestens 45 Fragen gesamt korrekt beantwortet wurden. Bei jeder Frage ist eine von mehreren Antwortmöglichkeiten richtig.

Fischarten erkennen: Wichtiger Teil der Prüfung
Artenkenntnis
Im zweiten Prüfungsteil werden aus einem Gesamtpool von 49 Bildern 6 zufällig ausgewählt. Mindestens 4 davon müssen korrekt benannt werden – und zwar ohne vorgegebene Antwortmöglichkeiten, also vollständig aus dem eigenen Wissen heraus.
Praktischer Teil
Im dritten Prüfungsteil wird den Prüflingen per Zufall eine von 10 möglichen Angelmontagen zugeteilt, die anschliessend aufgebaut werden muss. Ob dabei alle Knoten komplett zu binden sind oder ob lediglich die Komponenten in der richtigen Reihenfolge präsentiert werden müssen, liegt im Ermessen der Prüfungskommission. Zusätzlich ist das Zubehör für eine waidgerechte Fischversorgung zusammenzustellen.
Prüfungsvorbereitung: Wie viel Zeit sollte man einplanen?
Wer die einzelnen Prüfungsteile betrachtet, erkennt schnell, dass eine gewisse Vorbereitungszeit realistisch eingeplant werden sollte. Allerdings ist der Prüfungsrahmen klar abgesteckt, was die Vorbereitung erheblich erleichtert. Neben Beruf, Familie und Alltag sind 4 bis 6 Wochen ein realistischer Richtwert.
Keine Sorge: Im folgenden Abschnitt erfahren Sie, wie Sie sich am effektivsten vorbereiten können.
Wie bereitet man sich am besten vor?
In Nordrhein-Westfalen ist die Art der Prüfungsvorbereitung vollkommen freigestellt – Vorbereitungslehrgänge müssen nicht staatlich akkreditiert sein. Theoretisch lässt sich also auch mit eigenem Bücherstudium und einem selbst gestalteten Lernplan ein gutes Ergebnis erzielen.
In der Praxis ist die Vorbereitung durch ausgebildete Kursleiter meist effizienter und praxisnäher. Früher dominierten mehrtägige Wochenendschulungen in Vereinsheimen, bei denen Druckinhalte frontal für Gruppen aufbereitet wurden. Diese Veranstaltungen hatten durchaus ihren Charme – der Unterricht war jedoch oft eintönig und band regelmässig ganze Wochenenden.
Online-Angelschule: Angelschein bequem von zuhause?
Angesichts von Job und Familie wirkt es wenig zeitgemäss, 6 bis 8 Wochenenden für eine Angelprüfung zu blockieren. Daher haben sich in den letzten Jahren zunehmend digitale Angelschulen etabliert, die eine familienfreundliche und zeitlich flexible Alternative zu klassischen Präsenzkursen bieten.
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>>> Unser Tipp: Die Anglerschmiede <<< Für Fischereischein-Anwärter aus NRW empfehlen wir die Anglerschmiede, die hochwertige und kurzweilige Vorbereitungskurse für die Fischereiprüfung konzipiert hat. Mit abwechslungsreich aufbereiteten Lerninhalten können angehende Angler die gesamte Vorbereitung bequem online absolvieren und ihr Wissen anschliessend vertiefen – wann und wo es ihnen passt. Pausen sind jederzeit möglich, einzelne Lerneinheiten lassen sich beliebig wiederholen, und das eigene Lerntempo kann vollständig dem Alltag angepasst werden. Neben allen prüfungsrelevanten Themen vermittelt die Anglerschmiede auch interessante Hintergrundinformationen, die das Verständnis der Lerninhalte vertiefen – anstatt sie nur auswendig lernen zu müssen. So ist man nicht nur für die Prüfung gewappnet, sondern auch bestens vorbereitet auf das erste Angel-Abenteuer. Die Kursinhalte werden regelmässig aktualisiert und sind auf die jeweiligen Bundesländer abgestimmt, um regionale Besonderheiten wie spezifische Fischarten oder Gewässersysteme gezielt zu berücksichtigen. Die Anglerschmiede arbeitet ausserdem mit renommierten Angel-Experten wie Marc Ptacovsky, Enrico di Ventura, Marc Voosen und Stefan Seuß zusammen. 10 Gründe für die Anglerschmiede:
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Was kosten Vorbereitungslehrgänge für die Fischereiprüfung?
Ein Vergleich von Online- und Präsenzkursen zeigt, dass sich die Kursgebühren meist wenig unterscheiden. Bei der Anglerschmiede gibt es jedoch einen besonderen Bonus: Zu jedem Angelschein- oder Expertenkurs wird ein exklusives LMAB-Köderpaket gratis mitgeliefert – ein echter Mehrwert für alle, die ohnehin bald ans Wasser möchten.
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SPARTIPP! Den Vorbereitungslehrgang der Anglerschmiede für NRW finden Sie hier: https://anglerschmiede.de/produkt/online-vorbereitungslehrgang-auf-die-fischereipruefung-in-nordrhein-westfalen/. Zu jedem Angelschein- oder Expertenkurs gibt es ein exklusives LMAB-Köderpaket gratis dazu! |
Was lernt man bei Online-Angelschulen?
Wer in einen Vorbereitungskurs investiert, möchte vorher wissen, was ihn erwartet. Im Folgenden ein Überblick über beide Kursformate.
Präsenzkurse
Vorbereitungskurse in Vereinsräumlichkeiten oder gemieteten Gaststätten decken alle prüfungsrelevanten Inhalte ab, idealerweise unter Verwendung der in der Prüfung eingesetzten Bilder. Die Unterrichtsinhalte werden vom Kursleiter anhand von Schaubildern und Videosequenzen aufbereitet. In der Regel absolvieren die Teilnehmenden vor der eigentlichen Prüfung mindestens eine Probeprüfung.
| Vorteile | Nachteile |
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Online-Kurse
Die meisten Online-Kurse sind modular aufgebaut – die einzelnen Lerneinheiten sind in sich geschlossen, sodass die Reihenfolge selbst bestimmt werden kann. Digitale Inhalte lassen sich schneller aktualisieren als gedruckte Materialien, was besonders bei Gesetzesänderungen oder regionalen Anpassungen ein klarer Vorteil ist. Viele Plattformen erfassen den Lernfortschritt automatisch, sodass gezielt an Schwachstellen gearbeitet werden kann. Probeprüfungen sind jederzeit abrufbar, und oft lässt sich die Anmeldung zur Fischereiprüfung direkt über das Portal des Anbieters vornehmen.
Vorteile |
Nachteile |
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Ein gelegentlicher Einwand lautet, dass die praktische Prüfungsvorbereitung in Präsenzkursen einfacher sei. Jedoch bieten die meisten Online-Angelschulen digitale Gerätebautests und detaillierte Lernvideos an, die keine Fragen offenlassen. Voraussetzung ist allerdings die Eigeninitiative, den einen oder anderen Knoten auch tatsächlich im heimischen Wohnzimmer zu üben.
Wie erhält man den Fischereischein nach bestandener Prüfung?
Bei gewissenhafter Vorbereitung dürfen Sie der Prüfung mit Zuversicht entgegensehen. Nach dem Bestehen erhalten Sie zunächst Ihr Prüfungszeugnis. Mit diesem Dokument, einem gültigen Personalausweis oder Reisepass sowie einem Passfoto können Sie sich den Fischereischein in jeder beliebigen Gemeindeverwaltung in NRW ausstellen lassen.
Für die Ausstellung wird erneut eine Gebühr fällig. In Nordrhein-Westfalen kann der Fischereischein wahlweise für 1 Jahr oder 5 Jahre beantragt werden – eine Lebenszeit-Option gibt es im Gegensatz zu einigen anderen Bundesländern nicht.
Die Gebühren für den Fischereischein in NRW:
- Für eine Gültigkeitsdauer von einem Jahr wird eine Gebühr fällig.
- Für fünf Jahre Gültigkeit fällt eine entsprechend höhere Gebühr an.
Die erhobenen Gebühren werden hälftig aufgeteilt: Eine Hälfte deckt die Verwaltungskosten, die andere fliesst als sogenannte Fischereiabgabe direkt in Projekte zugunsten des Fischereiwesens sowie des Gewässer- und Artenschutzes.
Erwerb von Fischereierlaubnisscheinen
Für den ersten Wurf benötigen Sie nun lediglich noch einen Fischereierlaubnisschein für das Gewässer Ihrer Wahl. Wo erhalten Sie diesen?
Angelvereine
Eine bewährte Option ist der Beitritt zu einem Angelverein. So erhalten Sie regelmässigen Zugang zu Vereinsgewässern und finden häufig schnell Gleichgesinnte, mit denen sich gemeinsame Ausflüge ans Wasser planen lassen. Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede in Sachen Kollegialität zwischen den Vereinen, und in NRW ist es aufgrund der hohen Einwohnerzahl und einer entsprechend grossen Angel-Community – insbesondere in Ballungsgebieten – oft schwierig, überhaupt noch freie Plätze zu finden.
Angelvereine in Ihrer Nähe: Eine umfangreiche Liste mit Suchfunktion finden Sie unter https://www.fisch-hitparade.de/service/angelvereine

Mit Fischereischein bald auch angeln
Gastkarten und frei erhältliche Erlaubnisscheine
Zahlreiche Vereine bieten Gastkarten für tageweises Angeln in ihren Gewässern an, wobei häufig – wenn auch nicht zwingend – ein Vereinsmitglied anwesend sein muss. Für einige kleinere Seen und besonders für die grossen Flüsse sind Jahreserlaubnisscheine auch ohne Vereinsmitgliedschaft erhältlich. Erste Anlaufstelle für konkrete Informationen ist in der Regel der lokale Angelladen. Ergänzend dazu bieten Portale wie Fiskado in Kooperation mit Eigentümern und Pächtern die Möglichkeit, Erlaubnisscheine komfortabel online zu erwerben.
Angeln ohne Fischereischein: Bussgeld und Strafrecht
Wie bereits erläutert, gilt das Angeln ohne privatrechtliche Genehmigung – also ohne Fischereierlaubnisschein – als Straftat nach §293 StGB (Fischwilderei). Die Konsequenzen reichen von einer Geldstrafe bis hin zu einer Freiheitsstrafe von bis zu 2 Jahren.
Daneben gibt es weitere Verstösse, die zwar nicht strafrechtlich geahndet werden, aber als Ordnungswidrigkeit mit einem Bussgeld von bis zu 5.000 belegt werden können. Mitgeführte Angelgeräte können dabei eingezogen werden.
Ordnungswidrigkeiten (Quelle: https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_detail?sg=0&menu=0&bes_id=3852&anw_nr=2&aufgehoben=N&det_id=554202)
Nach §55 des Landesfischereigesetzes NRW handelt ordnungswidrig, wer vorsätzlich oder fahrlässig…
- seiner Pflicht zur Erhaltung oder Hege eines dem Gewässer entsprechenden Fischbestandes nicht nachkommt.
- auf überfluteten Grundstücken fischt.
- angelt, ohne Inhaber eines Fischereischeins zu sein, oder ohne Fischereischein und Erlaubnisschein bei sich zu führen.
- in Fischwegen oder auf gekennzeichneten Strecken ober- oder unterhalb der Fischwege fischt.
- den Fischereischein oder den Erlaubnisschein nicht zur Prüfung aushändigt.
- beim Fischfang künstliches Licht, verbotene Mittel oder verletzende Geräte einsetzt.
- eine fischereiliche Veranstaltung ohne Genehmigung durchführt, ein Wettfischen veranstaltet oder daran teilnimmt.
- Fische, Fanggeräte oder Fischbehälter nicht vorzeigt.
Zusammenfassung
Wer in Nordrhein-Westfalen legal angeln möchte, muss einige Voraussetzungen erfüllen. Die obligatorische Prüfung ist dabei keine unüberwindbare Hürde, sondern ein sinnvoller Schritt, der das Angeln auf ein fundiertes Fundament stellt. Wer bereits Angelerfahrung mitbringt – etwa aus dem Ausland – und sich gezielt vorbereitet, kann schon bald von Rhein bis Weser loslegen.































