Marco Solar kennt den Wolfsbarsch aus eigener Erfahrung – er hat gemeinsam mit Freunden bereits zahlreiche Jagden auf diesen faszinierenden Meeresräuber unternommen. In diesem Beitrag teilt er sein umfangreiches Wissen: Wo finden sich die heissesten Spots, auch jenseits der Landesgrenzen? Welche Ausrüstung brauchen Sie wirklich, und welche Methode führt an welchem Spot zum Erfolg? Viel Vergnügen beim Lesen!
Das ist der Wolfsbarsch
Der Wolfsbarsch (lat. Dicentrarchus labrax) gilt als begehrter Sportfisch und ist zugleich ein geschätzter Speisefisch. Unter Anglern ist er auch als Seebarsch bekannt. Köche schätzen ihn als Loup de mer, die Briten kennen ihn als Sea Bass. Die Tage, in denen ein Wolfsbarsch in mitteleuropäischen Gewässern nur als gelegentlicher Beifang galt, sind längst vorbei. An sämtlichen Küstengebieten der Nordsee, des Atlantiks und des Mittelmeers ist die Art klar auf dem Vormarsch – nicht zuletzt dank gezielter Schutzmassnahmen der EU für gefährdete Fischarten.
Das gezielte Angeln auf Wolfsbarsch ist echter Sport, der mit modernen Methoden rasch belohnt werden kann. Ein Wolfsbarsch im Salzwasser kommt nicht einfach in den Kescher geflogen. Die Parallelen zum gezielten Hecht- oder Zanderangeln sind unverkennbar: Sie müssen lernen, Gewässer zu lesen und die richtigen Köder einzusetzen. Mit jeder Session wächst Ihre Erfahrung, und Sie werden diese immer treffsicherer in echte Fänge ummünzen.
Nach der Lektüre dieses Beitrags werden Sie feststellen, dass Ihr nächster Wolfsbarsch-Spot möglicherweise gar nicht so weit entfernt liegt. Kaum ein Angler gibt seinen Lieblingsplatz freiwillig preis – das Geheimnis liegt darin, stets aufmerksam zu sein. Wer andere Spinner an Felsformationen oder in interessanten Hafenecken beobachtet, ist auf dem richtigen Weg, lokale Hotspots schnell aufzuspüren.
Wissenswertes über den Wolfsbarsch
Vorkommen und Laichzeit
Das Verbreitungsgebiet des Wolfsbarschs ist beeindruckend weitläufig. Von Marokko im Ostatlantik reicht es bis hinauf nach Norwegen, vom Schwarzen Meer über das Mittelmeer bis tief in den Nordatlantik. Im Sommer zieht es die Fische in küstennahe Gewässer, im Winter bevorzugen sie die offene See. Gleichzeitig sind Wolfsbarsche durchaus in der Lage, in brackigen Flussmündungen zu leben.
Die Paarungszeit fällt in die Monate Januar bis März, die Laichzeit erstreckt sich von Mai bis August. Ein Wolfsbarsch von rund 60 cm Länge hat bereits rund zwölf Jahre auf dem Buckel. Geschlechtsreife erreichen die Tiere ab etwa fünf Jahren – dann haben sie in der Regel auch das sportfischerliche Mindestmass von ungefähr 40 cm erreicht. Behandeln Sie junge Fische schonend und vermeiden Sie unnötige Entnahmen: Ein Exemplar von 20 cm ist kaum zwei Jahre alt und hat noch einen langen Weg vor sich, bevor es erstmals zur Fortpflanzung beitragen kann.
No-Kill-Regelung in Europa
Seit 2018 gelten für Sportfischer in Europa klare Regelungen zum Fang von Wolfsbarschen. Bemerkenswert: Es gibt Angler, die theoretisch mehrere Fische pro Tag entnehmen dürften, sich aber freiwillig an eine strikte No-Kill-Praxis halten – aus Solidarität mit jenen, die oberhalb der virtuellen Fanggrenze leben.
Sportfischer unterhalb des 48. Breitengrads dürfen bis zu drei Fische täglich entnehmen. Nördlich dieser Linie gilt ganzjährig 100 % No Kill für alle Sportfischer. Kommerzielle Fischer unterliegen einem zweimonatigen Fangverbot, damit sich die Wolfsbarsche ungestört zur Laichzeit versammeln können. Der 48. Breitengrad verläuft knapp unterhalb von Brest und Saint-Malo in Frankreich. No-Kill steht für Catch and Release.

Fangen und schonend zurücksetzen – mittlerweile eine weitverbreitete Praxis, die den Bestand langfristig sichert.
Update Oktober 2018 Holland:
Ab sofort ist wieder ein massiger Wolfsbarsch zum Verzehr pro Angler und Tag erlaubt. Ab 2019 sollte die Grenze möglicherweise weiter angehoben werden, mit einer offenen Angelsaison von insgesamt acht Monaten in Holland. Aktuelle Regelungen finden Sie beim niederländischen Angelverband: Sportvisserij Nederland | Zeebaars 2018.
Ausführliche Informationen zu den länderspezifischen Regelungen rund ums Angeln auf Wolfsbarsch in verschiedenen europäischen Ländern, inklusive einer Grafik zur Fanggrenze, finden Sie unter dem verlinkten Beitrag.
Das Mindestmass liegt in den meisten Ländern bei rund 40 cm – mit Ausnahme des französischen Mittelmeers, wo theoretisch bereits Fische ab 30 cm entnommen werden dürfen. Bitte informieren Sie sich stets über die lokalen Fischereigesetze. In Irland und Holland beispielsweise wird aktiv am Wasser kontrolliert, und die Kontrolleure lassen keinerlei Diskussionen zu.
Hot-Spots für Wolfsbarsche
Wolfsbarsche sind klassische Salzwasser-Raubfische. Sie jagen kleine Fische auch im Dunkeln, scheuen weder starke Strömung noch flache Flachwasserzonen. Bevorzugt werden trübe Gewässerabschnitte, zum Beispiel flache Strandpartien mit brechenden Wellen – aber auch klare Buchten zählen zu ihren Jagdrevieren.
England steht traditionell ganz oben, wenn es um Häufigkeit und Grösse gefangener Wolfsbarsche geht – unabhängig davon, ob vom Boot oder vom Ufer aus geangelt wird.
Auch Deutschland bietet attraktive Möglichkeiten. Die Angeltechniken zwischen Nord- und Ostsee unterscheiden sich dabei merklich. In der Ostsee herrschen ruhigere Verhältnisse; dort wird sogar mit der Fliegenrute und grossen Salzwasserfliegen auf Wolfsbarsch geangelt. In der deutschen Nordsee sind stärkere Ruten gefragt, da Strömung und Gezeiten höhere Gewichte und grössere Köder verlangen.
Auf Wolfsbarsch vom Strand aus
Steht Ihnen ein langer Strandabschnitt ohne auffällige Strukturen zur Verfügung, suchen Sie gezielt nach vereinzelten Steinpackungen oder vergleichbaren Besonderheiten. Genau dort finden sich die Wolfsbarsch-Hotspots.
Nordsee
Holzpfähle, Steinschüttungen, Buhnen und Wellenbrecher – die Nordsee bietet zahlreiche künstliche Strukturen, an denen sich Wolfsbarsche mit grosser Regelmässigkeit aufhalten. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Strömung: Wo Wasser zwischen zwei Sandbänken ein- oder ausläuft, sollten Sie auf keinen Fall vorbeigehen.
Atlantik
Im Atlantik vor Südfrankreich werden Wolfsbarsche mit Vorliebe mitten in den heftigsten Breaks gefangen – also genau dort, wo besonders viele und grosse Wellen brechen. Im Sommer teilt man sich diese Stellen allerdings mit Surfern, weshalb sich ein Besuch im Winter lohnt.
Lokale Sportfischer verzichten beim Brandungsangeln auf eine Wathose. Bei den teils extremen Wellenhöhen wäre das Risiko zu gross. Stattdessen trägt man, genau wie die Surfer, einen Neopren-Wetsuit und Wasserschuhe. Das erlaubt es, sehr nah am Fisch zu sein und raubende Wolfsbarsche direkt in den gebrochenen Wellen anzuwerfen.
Die ergiebigsten Brandungsplätze liegen im Süden Frankreichs, direkt am Atlantik. Aber auch die holländischen Strände sind überaus interessant, und die Strände der Algarveküste in Portugal sind das ganze Jahr über einen Versuch wert.
Steinküsten und Klippen
Eine felsige Küste mit Klippen ist nahezu ideal für die Wolfsbarschjagd. Vor steilen Küstenabschnitten mit reichlich Deckung fressen sich die grossen Fische die Bäuche voll. Die besten Angelstellen sind oft ausschliesslich mit einem Boot und erfahrenem Skipper erreichbar. Beim Klippenangeln ist absolute Vorsicht geboten: Gehen Sie zu Fuss, sind stabiles Schuhwerk und ein erfahrener Begleiter Pflicht. Halten Sie ausserdem stets ein Auge auf die anrollenden Wellen.
Sobald das Wasser steigt und die Flut einsetzt, sollten Sie den Rückweg antreten oder ihn zumindest nie aus den Augen verlieren – er ist schneller verschwunden, als Ihnen lieb ist.
Die bekanntesten Klippen zum Angeln auf Wolfsbarsch finden sich vor Irland. Von Newport bis Baltimore reihen sich hervorragende Angelstellen für grosse Atlantik-Wolfsbarsche aneinander. Viele Häfen bieten Angelboote und Guides, die auf Sea Bass Trips spezialisiert sind. Auch die Felsen- und Klippenküsten Grossbritanniens und Portugals zählen zu den Top-Revieren.
Häfen und geschützte Abschnitte
Häfen sind neben Strand und Klippe eine weitere attraktive Anlaufstelle. In der niederländischen Region Zeeland liegt der weitgehend unbekannte Sloehaven der Stadt Vlissingen. Zwar ist ein grosser Teil nicht öffentlich zugänglich, doch die Stellen, an denen Angler ans Ufer gelangen, sind absolute Wolfsbarsch-Knaller. Wichtig: Hier treffen Sie häufig auch auf sehr kleine Wolfsbarsch-Schwärme – ziehen Sie in solchen Situationen lieber weiter und lassen Sie den Jungfischen Zeit zum Wachsen. Häfen und geschützte Anlagen beherbergen nun einmal neben grossen Exemplaren auch viele Jungfische.
Seien Sie fair und gönnen Sie den kleinen Wolfsbarschen ihre Ruhe.
Im Hafen lässt sich raubendes Verhalten besonders gut beobachten. Wo eben noch ein kleiner Fischschwarm seine Runden drehte, bleibt plötzlich nur eine markante Bugwelle zurück. Ein erfahrener Spinnfischer entwickelt einen Blick für solche Situationen. Abwasserrohre, Pumpen und algenbedeckte Steinpackungen sind die Kronjuwelen der Angelstellen, die ein Hafen zu bieten hat.
Ein geschütztes Binnenmeer mit Brackwasser oder eine Brücke mit Sturmflutwehren sind ebenfalls interessante Optionen. Beachten Sie an Ein- und Ausläufen teils sehr starke Strömungen – der Grossteil dieser Stellen ist dafür windgeschützt und wellenfrei.
Ausgewählte Hotspots auf einen Blick:
Der Sloehaven in Vlissingen, Region Zeeland (NL). Die Brackwasser-Binnenmeere zwischen Zeeland und Nordholland. In England: der Hafen von Portsmouth und die nahe gelegene Isle of Wight. Im Atlantik hat sich Tarifa in Portugal als hervorragender Ausgangspunkt etabliert.
Wolfsbarsch in Flussmündungen
Flussmündungen gehören zu den produktivsten und gleichzeitig am wenigsten befischten Wolfsbarsch-Revieren. Strömung, Gezeiten und eine abwechslungsreiche Bodenstruktur schaffen optimale Bedingungen. Nahrung gibt es im Überfluss, der Angeldruck ist minimal. Fast alle europäischen Flussmündungen sind für die kommerzielle Fischerei gesperrt. Oft ist ein kleines Angelboot mit erfahrenem Skipper die einzige Möglichkeit, die Fressplätze der Fische zu erreichen.
Interessante Flussmündungen in Deutschland und der Region:
- Westerschelde
- Ems
- Elbe
International lohnt sich eine Reise zum Bassin d'Arcachon oder nach Anglet am Fluss L'Adour in Frankreich sowie zum Podelta in Italien. Grosse Wolfsbarsche sind dort übrigens nur einer von vielen Raubfischen – ein Flussdelta ist immer ein Hotspot für diverse Räuber.
Angeltechniken und Ausrüstung für Wolfsbarsche
Für das gezielte Angeln auf Wolfsbarsch können Sie mit einem einzigen Ruten-Rollen-Setup viele verschiedene Spots effektiv befischen. Die Montagen passen sich zwar dem jeweiligen Spot an, doch die Grundausrüstung ist erfreulich überschaubar. Eine kraftvolle Rute – etwa die Shimano Beastmaster EX Spinning 300 XH oder die Gamakatsu Akilas 100 XXH – kombiniert mit einer hochwertigen Rolle bildet das Fundament. Die Schnurstärke sollte moderat bleiben: 0,30 mm bis 0,35 mm reicht in den meisten Situationen vollkommen aus. Stärkeres Material ist nur dann nötig, wenn Klippen oder Angelstellen keinen direkten Wasserzugang bieten.
Rolle
Für das gezielte Angeln auf Wolfsbarsch empfiehlt sich eine hochwertige, leise laufende Spinnrolle, die ausdrücklich für den Einsatz im Salzwasser ausgelegt ist. Salzwasser greift gewöhnliche Rollen erstaunlich schnell an. Ob geflochtene oder monofile Schnur bevorzugt wird, bleibt letztlich eine persönliche Entscheidung.
Greifen Sie anfangs dennoch auf eine Süsswasserrolle zurück, spülen Sie diese nach jeder Session gründlich unter fliessendem Wasser ab und fetten Sie sie neu. Wer regelmässig am Meer fischt, tut gut daran, zeitnah auf eine dedizierte Salzwasserrolle umzusteigen.
Kescher
Ein Teleskopkescher, ein stabiler Bootskescher oder ein Rundkescher an einer Schnur gehören zur Grundausstattung. Je nach gewähltem Angelplatz sollten Sie stets in der Lage sein, Ihren Fang so sicher und schonend wie möglich zu landen.
Angeltechnik vom Strand aus
Vom Strand aus müssen Wolfsbarsche regelrecht erkämpft werden. Natürlich lässt sich auch mit Naturködern erfolgreich angeln und der Wolfsbarsch als Beifang mitnehmen – doch die bei weitem effektivere Methode ist das gezielte Aufsuchen der Jagdreviere mit Kunstködern. Das gilt besonders an Strandabschnitten, die auf den ersten Blick wenig Struktur bieten.

Wolfsbarsch vom Strand in Frankreich. Obwohl der dunkle Rücken als Kontrast zum silberweissen Körper als typisch gilt, landet gelegentlich auch ein solch leuchtender Silberpfeil am Band.
Brandungsangeln auf Wolfsbarsche mit Naturködern
Beim klassischen Brandungsangeln mit Naturködern sind Watt- und Seeringelwürmer, Sandaale oder kleine Köderfische eine bewährte Wahl. Wie ihre europäischen Verwandten, die Egli, lieben auch Wolfsbarsche Würmer. Ein ganzer oder halber Seeringelwurm – alternativ ein Sandaal – an einem Einzelhaken eines Paternoster-Rigs funktioniert zuverlässig. Erfahrene Angler fixieren die Köder mit einem Stück Plastikschlauch auf dem Haken, damit sie auch bei weiten Würfen und starker Gezeitenströmung an Ort und Stelle bleiben. Köderfische montiert man besser an einem Rig mit nur einem Ausleger.
In Irland, England und Portugal bevorzugt man kleine Köderfische und Sandaale. In Spanien, im französischen Atlantikbereich sowie an der belgischen und holländischen Nordseeküste sieht man dagegen mehr Angler, die mit Watt- und Seeringelwürmern auf die kampfstarken Räuber setzen.
Brandungsangeln mit Kunstködern
Das gezielte Kunstköderangeln vom Strand auf Wolfsbarsch verlangt Ausdauer und – vor allem – echtes Vertrauen in die Methode. Wer nicht glaubt, dass direkt in der Welle, wenige Meter vor den eigenen Füssen, ein stattlicher Wolfsbarsch jagen könnte, wird schwer die nötige Motivation aufbringen.
Wer mit der richtigen Einstellung und den passenden Ködern am Wasser steht, wird garantiert belohnt.
Auch erfahrene Angelguides in Holland und Frankreich mussten anfangs überzeugend nachhelfen. In Holland kamen die ersten Bisse auf Sandbänken, die vielleicht zehn Minuten oder weniger mit dem steigenden Wasser überflutet waren. Die Fische ziehen mit der Flut auf die Sandbänke und attackieren alles, was dort ebenfalls nach frischer Nahrung sucht – ein eindrucksvolles Erlebnis.
Landesspezifische Unterschiede
Die Köderpalette für das Brandungsangeln mit Kunstködern ist vielseitig und unterscheidet sich von Land zu Land. Aus England stammen sehr erfolgreiche Imitationen von Sandaalen und Seeringelwürmern. Deutschland und Holland setzen auf Gummifische, während französische Spinnfischer am Meer Blinker, Jerkbaits und kleine Pilker bevorzugen.
Salzwasser-Kunstköder
Der Schlüssel liegt in einer durchdachten Vorauswahl verschiedener Salzwasser-Kunstköder, ergänzt durch lokale Baits vor Ort. Süsswasserköder lassen sich problemlos umrüsten – im Salzwasser sind jedoch rostfreie Haken und entsprechende Sprengringe unerlässlich.
Montage
Oft kommen Sie ans Wasser, ohne sofort raubende Fische zu sehen. Beim Brandungsangeln empfiehlt es sich dann, mit einem Gummiwurm an einem Lauf- oder Festblei – mit oder ohne Seitenarm – die mittleren und tiefen Wasserschichten systematisch abzusuchen. Ein Offset-Haken dringt zuverlässig ins Fischmaul ein und schützt vor Hängern. Je nach Situation können Sie alternativ ein Texas-Rig einsetzen oder, wenn der Strandabschnitt steil abfällt und schnell tief wird, die Drop-Shot-Technik nutzen, um den Untergrund präzise abzutasten.
Sehen Sie dagegen deutlich raubende Wolfsbarsche an der Oberfläche, empfiehlt sich eine Kunstköder-Montage für das Oberflächenwasser. Ein Gummiwurm ohne Vorbleierung an einem Haken mit leichtem Bleikopf erlaubt das Abfischen der oberen Wasserschichten. Alternativ bietet sich ein Topwater-Köder wie ein Wobbler an. Mit einer vorgeschalteten Wasserkugel lassen sich auch leichte Rigs weit werfen und präzise führen.
An guten Strandspots begegnen Ihnen unter Umständen auch Meeräschen. Der Unterschied zu einem angreifenden Wolfsbarsch ist schnell erkennbar: Der Wolfsbarsch hinterlässt beim Attackieren seiner Beute einen charakteristischen Schwall. Meeräschen hingegen fallen eher dadurch auf, dass sie scheu flüchten, als dass man sie beim Fressen beobachtet.
Angeltechniken auf Wolfsbarsch von der Klippe
Wie bereits erwähnt, ist Vorsicht beim Klippenangeln das oberste Gebot. Auch auf einer Steinpackung muss jeder Schritt bewusst gesetzt werden. Immer häufiger sieht man moderne Sportfischer beim Klippenangeln mit einer selbstauslösenden Rettungsweste ausgestattet. Ausserdem gilt: Niemals allein, Klippenangeln ist ein Teamsport. Zur Landung kann ein runder Kescher an einer Schnur gute Dienste leisten.
Köder beim Klippenangeln
Häufig lässt sich der Untergrund vor Klippen gut einsehen. Flache Buchten, Plateaus, tiefe Löcher und Krautbänke werden sichtbar. Ein Gummifisch oder Gummiwurm ist hier eine ausgezeichnete Köderoptionen. Kleine Blinker und Pilker erweisen sich ebenfalls als erfolgreich. Das Dropshotten mit einem Seitenarm und Gummifisch ist eine moderne, sehr effektive Technik – wichtig ist, das Blei nach dem Aufsetzen sofort einige Meter vom Grund anzuheben und so weit wie möglich von den hängerträchtigen Felsen fernzuhalten.
Das Design der Soft Baits sollte möglichst naturgetreu sein. Wolfsbarsche sind Sichträuber. Eine täuschend echte Imitation – etwa die J Splits von Fish Arrow in allen fünf Farben – ist die richtige Wahl. Die zusätzliche Aluminiumfolie im Körper der Köder triggert den Beissreflex gekonnt, sobald sich Sonnenstrahlen darin spiegeln.
Ein Gummiwurm, mittig gehakt und damit mit zwei verführerischen Enden versehen, lässt sich an einer Laufposenmontage in verschiedenen Tiefen präsentieren. Die Pose reduziert das Risiko, mit der Hauptschnur an felsigen Ufern zu hängen. Erfolgreiche Wolfsbarsch-Angler lassen ihre Köder so mit der Strömung gezielt zu den Fressplätzen der Fische treiben.
Gezeiten beachten
Haben Sie einen produktiven Spot gefunden, notieren Sie sich unbedingt den Gezeitenstand. Oft ist entscheidend, ob die Fische bei auf- oder ablaufendem Wasser beissen. Das Zeitfenster an vielen Stellen umfasst pro Tidenhub nur wenige Minuten.
Pro Angler ist eine Rute beim Klippenangeln vollkommen ausreichend. Ergänzend zu Kunstködern kann eine Posenmontage mit Naturködern jederzeit zum Erfolg führen. Bleiben Sie flexibel und nutzen Sie, was Felsen und Klippen bieten: Mit einem Taschenmesser und etwas Geschick lösen Sie Muscheln und Schnecken direkt von den Steinen – frischere Naturköder gibt es schlicht nicht.
Angelmethoden im Hafen
Im Hafen profitieren Sie davon, dass Sie vor starken Strömungen und hohem Wellengang geschützt sind. Viele Häfen im Süden Europas bieten zudem eine gute Sicht bis auf mehrere Meter Tiefe. Im Idealfall parken Sie das Auto direkt am Angelplatz und brauchen keine zehn Meter bis zum ersten Wurf zu laufen.
Auch im Hafen bleibt unser Nummer-eins-Tipp für das gezielte Befischen von Wolfsbarschen ein Gummifisch oder Gummiwurm. Ein Gummiwurm an einem Dropshot-Rig ist für einen jagenden Wolfsbarsch nahezu unwiderstehlich und eignet sich hervorragend für das Angeln von einer Kaimauer aus. Oft sind es gerade die Low-Action-Köder, die den entscheidenden Biss provozieren.
Entdecken Sie einen Schwarm raubender Wolfsbarsche, greifen Sie schnell zu einem Topwater Bait. Ob Popper oder Pencilbait – die Fische fressen an der Oberfläche und werden Ihren Köder dort attackieren. Ein bewährter Geheimtipp eines französischen Wolfsbarsch-Guides: Werfen Sie nie direkt in den Schwarm, sondern leicht seitlich davon. Die grössten Exemplare halten sich stets etwas abseits des Hauptschwarms auf.
Seien Sie auf den Anbiss und weite Fluchten gefasst – ein grosser Wolfsbarsch hält, was er verspricht.
Angeln Sie zu nah an einem festgemachten Schiff, kann sich ein grosser Fisch in den Tauen verhängen. Wenn es die örtlichen Regeln erlauben, bietet sich im Hafen eine zweite Rute an: Eine Spinnrute kombiniert mit einer Posenrute und Naturköder ist eine erstklassige Kombination für die Wolfsbarschjagd.
Zusammenfassung: Hot-Spots und Köder
Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen kompakten Überblick über die besten Angelstellen, die jeweils wirksamsten Köder und ausgewählte Hotspots für das gezielte Angeln auf Wolfsbarsch.
Angelstelle |
Angeltechnik |
Angelköder |
Informationen |
Angelstellen-Tipps |
Strand |
Spinnfischen |
Gummiwürmer, Blinker, Pilker, Wobbler |
Strömungen und besondere Strukturen gezielt suchen. |
Südfrankreich Atlantik, Holland Region Zeeland, Algarveküste, deutsche Nord-/Ostsee |
Brandungsangeln |
Watt-/Seeringelwürmer, Sandaale, Köderfische |
Verschiedene Abstände zum Ufer austesten. |
||
Klippen |
Spinnfischen |
Gummiwurm/-fisch, Blinker, Pilker, Wobbler |
Alle Wassertiefen systematisch absuchen, Gezeiten genau beachten. |
Irland, England, Portugal |
Posenangeln |
Lokale Naturköder: Muscheln, Krebse, Schnecken |
Extra-Rute mit Posenmontage und Naturköder. Alternativ Kunstköder an Pose, um Hänger zu vermeiden. Strömung produktiv nutzen. |
||
Häfen |
Spinnfischen |
Gummiwürmer (Drop Shot), Blinker, Wobbler, Popper |
Raubende Wolfsbarsche aufspüren und gezielt anwerfen. Drop-Shot-Technik an Hafenmauern einsetzen. |
Sloehaven Vlissingen und Binnenmeere Holland, Portsmouth England, Tarifa Portugal |
Posenangeln |
Watt-/Seeringelwürmer, Sandaale, Köderfische |
Wenige Hänger, ideal als Ergänzungs-Rute zur Spinnangel. |
||
Flussmündungen |
Spinnfischen |
Gummiwürmer (Drop Shot), Blinker, Wobbler, Popper |
Im Idealfall mit Boot raubende Fische suchen oder markante Unterwasserstrukturen abfischen. |
Westerschelde, Ems und Elbe. Bassin d'Arcachon und Anglet (L'Adour) in Frankreich |
Brandungsangeln |
Watt-/Seeringelwürmer, Sandaale, Köderfische |
Krallenbleie bei starker Strömung verwenden. |
||
Posenangeln |
Mit Posenmontage treibend vom Boot aus die Fische suchen. |
Fazit zum Angeln auf Wolfsbarsch
Was macht die Faszination Wolfsbarsch aus? Nach vielen Stunden am Wasser lässt sich das klar beantworten: Wolfsbarsche sind kompromisslose Kämpfer und zu hundert Prozent echte Sportfische. Jeder gefangene Wolfsbarsch bleibt lange im Gedächtnis – nicht zuletzt wegen seiner Unberechenbarkeit, die jeden Drill zum Erlebnis macht.
Auch wenn wir als Sportfischer aus Respekt vor dem Fisch und zum Erhalt der Bestände in ganz Europa freiwillig kaum Wolfsbarsche entnehmen, bleibt er vor allem eines: ein erstklassiger Speisefisch. In Restaurants und Fischgeschäften wird Wolfsbarsch-Filet regelmässig angeboten. Wurden die Fische ausserhalb der Laichzeit unter geregelten Bedingungen gefangen, spricht nichts gegen ein schmackhaftes, grätenarmes weisses Fischfilet.
Die benötigte Ausrüstung und Köderpalette muss kein Vermögen kosten. Vieles lässt sich aus einer bestehenden Zusammenstellung Schritt für Schritt sinnvoll ergänzen und erweitern.
Als willkommene Beifänge warten übrigens Kabeljau, Meerforelle, grosse Plattfische, Zander und weitere Raubfische – keine Seltenheit, sondern ein angenehmer Bonus. Haben Sie Fragen oder möchten Sie eigene Erfahrungen teilen? Wir freuen uns über jeden Kommentar und beantworten Ihre Fragen gerne.































