Jeder erfahrene Angler kennt diese Tage. Blinker, Wobbler, sämtliche Farben und Formen von Gummiködern - nichts löst einen Biss aus. Nicht einmal die Spots, die sonst zuverlässig liefern, zeigen sich von ihrer produktiven Seite. Solche Tage gehören zum Angeln dazu, auch wenn sie einem gehörig auf die Geduldsprobe stellen.
Angelspot: Lindwerder
Genau ein solcher Tag erwartete mich letzten Sonntag an der Havel. Mit meinen Jungs im Boot, angetrieben vom E-Motor, ging es von unserer Anlegestelle in Klein Venedig Richtung Lindwerder - eineinhalb Stunden Fahrt bis zum Ziel. Am südlichsten Bereich der Insel zeigte das Echolot eine beeindruckend steile Unterwasserkante: Von 2 auf 6 Meter fällt das Gelände dort steil ab, und der Fischbestand war deutlich sichtbar. Trotzdem blieb jeder einzige Wurf ohne Reaktion.
Nach mehreren Stunden im Leerlauf hatte ich meine Erwartungen auf ein absolutes Minimum reduziert. Ehrlich gesagt hätte mich zu diesem Zeitpunkt selbst das zarteste Zupfen an der Rutenspitze schon vollends zufriedengestellt.
Erfolg erst auf dem Rückweg
Als die Uhr 17:00 Uhr anzeigte und wegen der langen Rückfahrt die Zeit drängte, beschlossen wir, noch einen letzten Versuch zu wagen - an der Nordostseite der Insel, an einem sechs Meter tiefen Graben. Meine Wahl fiel auf einen Relax 8 cm Kopyto Gummiköder in der Farbe „Motor Oil", montiert auf einen 14 g Jighaken. Was dann passierte, liess mein Gesicht wieder strahlen: Ein kräftiger, klarer Biss, die Rute legte sich durch, und nach einem kurzen, aber intensiven Drill lag ein 25 cm Egli zur Fotodokumentation im Kescher. Na also - es geht doch!
Der nächste Wurf brachte sofort den nächsten Fisch: Ein ausgesprochen farbenprächtig gezeichneter 32 cm Egli. Offenbar war der kleine, dunkle Kopyto genau das richtige Mittel für das etwas trübe Gewässer. Nach diesen zwei Egrli traten wir den Heimweg an. Es war ohne Zweifel ein zäher Angeltag - und obwohl der Erfolg am Ende noch gekommen ist, blieben meine Jungs leider leer ausgegangen.
Learning aus diesem Angeltag
Es gibt Tage, an denen Sie alles versuchen und trotzdem keine Belohnung erhalten. Doch genau diese schwierigen Ausflüge geben den erfolgreichen Tagen erst ihren wahren Wert. Wer solche Erfahrungen positiv verarbeitet, zieht daraus die Motivation, beim nächsten Mal noch konzentrierter und entschlossener auf den grossen Fisch zu gehen. Wir sind jedenfalls mit vollem Elan dabei und freuen uns auf die nächsten Fänge.
Bis zum nächsten Mal wünsche ich Ihnen allen ratternde Rollen!






























