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Wenn nichts läuft: Ein ehrlicher Bericht vom Angeltag an der Havel

Du liest Wenn nichts läuft: Ein ehrlicher Bericht vom Angeltag an der Havel 3 Minuten Weiter Ein Angeltag mit Victor von "Ich geh' angeln" - Herbststimmung auf dem Berliner Hausgewässer

Es gibt Tage, an denen sich der Fisch schlicht und einfach verweigert. Kein Zupfen, kein Biss, keine Reaktion - egal welchen Köder Sie präsentieren. Ob Blinker, Wobbler oder Softbait in sämtlichen Farben und Formen: Das Wasser bleibt stumm. Selbst die Spots, die normalerweise zuverlässig Fische liefern, lassen einen komplett im Regen stehen. Jeder leidenschaftliche Angler kennt dieses Gefühl nur zu gut.

Angelspot: Lindwerder

Genau ein solcher Tag hat sich letzten Sonntag an der Havel ereignet. Mit von der Partie waren meine Jungs - und die Erwartungen waren hoch. Von unserer Anlegestelle in Klein Venedig aus sind wir per E-Motor in Richtung Lindwerder aufgebrochen. Die Fahrt dauerte gut eineinhalb Stunden, bis wir unser Ziel erreichten. Am südlichsten Bereich der Insel lieferte das Echolot ein vielversprechendes Bild: Eine auffällig steile Kante, die das Gewässer von 2 auf 6 Meter Tiefe abfallen lässt und an der sich nachweislich viele Fische aufhalten. Doch trotz dieser idealen Voraussetzungen blieb der erhoffte Erfolg an dieser Stelle vollständig aus.

Nach mehreren erfolglosen Stunden hatten sich meine Erwartungen auf ein absolutes Minimum reduziert. An diesem Punkt wäre bereits ein zartes Zupfen an der Rutenspitze ein willkommenes Lebenszeichen gewesen.

Erfolg erst auf dem Rückweg

Als die Uhr 17:00 Uhr zeigte und der lange Rückweg noch bevorstand, fiel die Entscheidung, noch eine letzte Stelle anzufahren: die Nordostseite der Insel, wo ein sechs Meter tiefer Graben verläuft. Als Köder setzte ich auf einen Relax 8 cm Kopyto in der Farbe Motor Oil, montiert auf einem 14 g Jighaken. Und tatsächlich - auf einmal ein kräftiger, unmissverständlicher Biss. Die Rute bog sich durch, und das Lächeln kehrte zurück. Nach einem kurzen, aber durchaus genussvollen Drill lag ein 25 cm Egli im Kescher. Der Beweis: Es geht doch!

Beim nächsten Wurf folgte sofort der nächste Treffer - diesmal ein farblich sehr ausgeprägter 32 cm Egli. Offensichtlich war der dunkle, kompakte Kopyto die richtige Wahl für das etwas trübe Gewässer. Nach diesen beiden Fängen haben wir den Heimweg angetreten. Es war ein kräftezehrender Angeltag, und obwohl am Ende tatsächlich Fische gefangen wurden, war das Ergebnis für meine Jungs leider nicht ganz das, was sie sich erhofft hatten.

Anwendungshinweis

Wer den Kopyto in der Farbe Motor Oil selbst einsetzen möchte: Dieser Softbait spielt seine Stärken besonders in trüben oder leicht verfärbten Gewässern aus. Die dunkle, kontrastreiche Silhouette macht den Köder auch bei schlechten Sichtverhältnissen für Egli gut erkennbar. Kombiniert mit einem 14 g Jighaken lässt er sich präzise in Tiefenzonen zwischen 4 und 8 Metern führen - genau dort, wo sich Egli an steilen Kanten und Gräben mit Vorliebe aufhalten. Ein langsames, bodennah geführtes Jiggen mit kurzen Pausenphasen hat sich in solchen Situationen bewährt.

Learning aus diesem Angeltag

Es gibt Angeltage, an denen Sie alles versuchen und trotzdem keinen Ertrag sehen. Doch genau diese schwierigen Sessions haben ihren Wert: Sie schärfen den Blick für Details, schulen die Geduld und lassen die erfolgreichen Tage umso intensiver wirken. Wer solche Erfahrungen konstruktiv verarbeitet, geht motivierter und fokussierter in die nächste Runde. Der nächste Versuch kommt bestimmt - und die Hoffnung auf den grossen Fang bleibt ungebrochen.

Bis zum nächsten Mal und immer ratternde Rollen!

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