<h2>Kaufberatung: Crankbaits</h2><p>Crankbaits sind kleine, bauchige <strong>Wobbler</strong> mit Tauchschaufel und zumeist aus Kunststoff gefertigt. Diese Baits werden vor allem als sogenannte Suchköder eingesetzt. Mit ihnen kann man schnell grössere Wasserkörper nach Fischen durchstöbern und sie bringen häufig die ersten Bisse. Dadurch sind Cranks auch für Einsteiger sehr gut einsetzbar. Sie fangen bereits beim einfachen Einkurbeln (<em>cranking</em>) und oft genug gibt es Situationen, in denen die kleinen Cranks einfach unschlagbar sind, was Frequenz und Bissausbeute angeht.</p><h3>Grundlagen</h3><p>Durch ihren quirligen Lauf sind Crankbaits vor allem im wärmeren Wasser oft die erste Wahl. Da sie grundlegend zu den Wobblern gezählt werden, teilen sie mit diesen auch viele Eigenschaften. Besonders macht diese Wobblerform jedoch, neben dem recht voluminösen Körper, der für viel Wasserverdrängung sorgt, vor allem ihr hochfrequenter Lauf. Die Kombination dieser Attribute führt zu sogenannten <em>reaction strikes</em>, also heftigen Attacken, die auch bei zuvor inaktiven Raubfischen ausgelöst werden. Folgende Eigenschaften sind bei einem Crankbait zu unterscheiden:</p><p><h4>Lauftiefe</h4>:</p><p>Grundsätzlich sind die Lauftiefen der Crankbaits zumeist auf deren Verpackung angegeben. Diese Angaben beziehen sich auf einen geworfenen Köder, welcher mit mittlerer Geschwindigkeit eingekurbelt wird. <strong>Schleppen</strong> Sie den Bait, läuft er, je nach Abstand zum Boot, eher ca. 15-20 % tiefer.</p><p>Einige Hersteller verzichten auch auf genaue Angaben zur Lauftiefe, mit einigen wenigen Informationen können Sie aber aus Modellbezeichnung (Kürzel) und Optik des Köders auf dessen Tiefenbereich schliessen:</p><ul><li><strong>Flachläufer</strong> unter den Cranks bewegen sich zwischen Tiefenbereichen direkt unter der Oberfläche (sog. <em>Supershallow-Runner,</em> kurz <em>SSR</em>) oder im Bereich bis einen Meter Tiefe (sog. <em>Shallow-Runner,</em> kurz <em>SR</em>). Erkennen können Sie diesen Typen an seiner kurzen, steil stehenden Tauchschaufel.<br><br><img src="https://cdn.shopify.com/s/files/1/0548/9197/0669/files/Westin_fat_bite.jpg" alt="Flachläufer Crankbait" width="247" height="133"></li><li><strong>Mitteltief</strong> laufende Crankbaits bewegen sich in der Stufe darunter, zumeist bis in Tiefen von zwei Metern und sind unter der Bezeichnung (sog. <em>Medium-Runner,</em> kurz <em>MR</em> oder <em>MD</em>) auf dem Markt vergleichsweise selten zu finden. Sie besitzen eine etwas längere und flacher stehende Tauchschaufel.<br><br><img src="https://cdn.shopify.com/s/files/1/0548/9197/0669/files/duo-crankbait.jpg" alt="Mitteltief laufender Crankbait" width="211" height="98"></li><li><strong>Tiefläufer</strong> (sog. <em>(Super-)Deep-Runner,</em> kurz <em>(S-)DR</em> oder <em>DD</em>) tauchen auf drei Meter bis deutlich tiefer ab und weisen eine flach stehende Schaufel auf, die zum Teil beinahe die gleiche Länge erreicht wie der Körper des Köders selbst.<br><br><img src="https://cdn.shopify.com/s/files/1/0548/9197/0669/files/river2sea-crankbait.jpg" alt="Tiefläufer Crankbait" width="201" height="74"></li></ul><p><h4>Auftrieb</h4>:</p><p>Es werden drei Arten des Schwimmverhaltens unterschieden:</p><ol><li><em>Floating</em> (kurz: "F"): Diese Köder schwimmen, sodass sie ohne Zug durch die Schnur langsam an die Oberfläche zurückkommen.</li><li><em>Suspending</em> (kurz: "SP"): Schwebende Köder, die bei Spinstopps lange in der Tiefe verbleiben, in die sie zuvor abgetaucht sind.</li><li><em>Sinking</em> (kurz: "S"): Langsam sinkende Varianten, die danach meist auf kontinuierlicher Tiefe laufen.</li></ol><h3>Laufverhalten und Tauchschaufel-Fachsprache</h3><p>Das bereits erwähnte, quirlige Laufverhalten teilen alle Crankbaits. Wie stark die Köder dabei zu den Seiten ausbrechen, wird durch die Breite der Tauchschaufel bestimmt. Eine breitere Tauchschaufel führt zu einem stärker schlängelnden Köderspiel. Lange, breite Schaufeln erzeugen ein steiles Abtauchen des Baits mit stark seitlich ausbrechendem Lauf, während eine kürzere, schmalere Schaufel zu einer flacheren Tauchkurve und einem etwas geradlinigeren Lauf führt.</p><p><h4>Terminologie der Tauchschaufeln:</h4></p><ul><li><em>Round Bill:</em> Crankbaits mit rundlich geformten Tauchschaufeln gehören oft zu den Medium- oder Deeprunnern und haben eine lebhafte Aktion. Neben dem beschriebenen Aufwirbeln von Sediment, wenn der Köder auf den Gewässergrund trifft, bieten runde Tauchschaufeln einen weiteren Vorteil: Trifft der Bait auf ein Objekt, z.B. einen Stein, wird er zur Seite abgelenkt und umschwimmt diesen. Wird das Objekt zentral getroffen, stellt sich der Köderkörper steil auf und die Haken bleiben dem Hindernis fern. Je breiter eine <em>Round Bill</em> ist, desto mehr wirkt sich dieser Effekt aus.</li><li><em>Square Bill:</em> Hier ist die Schaufel zumeist klein und steilstehend, aber vor allem rechteckig oder quadratisch. <em>Square Bills</em> laufen mittig über Hindernisse und zeigen eine weiter ausladende, schlängelnde Aktion als ein <em>Round Bill</em>. Es sind meistens eher flach laufende Modelle, die sich besonders gut im Cover einsetzen lassen.</li><li><em>Coffin Bill:</em> <em>Coffin</em> bedeutet im Englischen "Sarg" und entspricht auch der Schaufelform dieser Baits. Sie sind fast immer Tiefläufer und verbinden beim Antreffen von Hindernissen die Eigenschaften der beiden erstgenannten Formen.</li><li><em>Scatter Lip:</em> <em>Scatter Lips</em> sind konkave Tauchschaufelformen. Die Aussenkanten stehen etwas nach oben und erzeugen ein angedeutetes Grinsen dieser Köder. Der Lauf dieser Köder ist sehr hektisch und unregelmässig, dadurch lassen sie sich auch ohne Stopps und Twitches bereits abwechslungsreich führen.</li></ul><h3>Jahreszeiten</h3><p>Während das <em>Stop-and-Go</em> in allen Jahreszeiten funktioniert, sofern die Pausenlängen der Wassertemperatur angepasst werden (Faustregel: je kälter das Wasser, desto länger die Pause), sind unterschiedliche Cranks über das Jahr unterschiedlich erfolgsversprechend:</p><ul><li><strong>Frühling</strong>: Je wärmer das Wasser wird, desto schneller können Sie Ihren Köder einholen. Regelmässige Spinstopps von bis zu einer Sekunde sind hier eine gute Variante. Flachläufer spielen in dieser Zeit ihre Stärken aus, da die Fische sich vor allem in den flachen Gewässerbereichen aufhalten.<br><br></li><li><strong>Sommer</strong>: Im stark erwärmten Wasser können Sie Ihren Köder mit hohem Tempo einholen, da der <em>Stoffwechsel</em> der Räuber auf höchster Stufe läuft. Tieferlaufende Köder sind tagsüber empfehlenswert, während Flachläufer bei niedrigerem Sonnenstand oder wenn Egli und Zander aktiv auf Beute gehen, die erste Wahl darstellen.<br><br></li><li><strong>Herbst</strong>: Im Herbst fressen sich die Räuber maximal voll und haben auch entsprechend Energie für schnellere Jagden auf Kleinfisch. Mittleres bis hohes Einholtempo über vergehende Krautfelder mit unregelmässigen Spinstopps verspricht ein tolles Angeln.<br><br></li><li><strong>Winter</strong>: Eine eher ungewöhnliche Zeit für Cranks, jedoch bringen vor allem längere, schlanke Modelle mit schmaler Tauchschaufel und eher geradlinigerem Lauf immer wieder tolle Fische - besonders wenn sie mit Pausen von bis zu drei Sekunden und mittlerem Tempo geführt werden.</li></ul><h3>Köderführung und Zielfische</h3><p>Generell können Sie Ihren Crank einfach durchkurbeln. Der grosse Vorteil dieser Köderart liegt darin begründet, dass die Fische diesen reaktiv attackieren und dadurch wenig Zeit haben, sich ihre Beute genauer anzusehen. Aus diesem Grund sind zumeist auch keine total natürlichen Körperformen oder Dekore notwendig, damit ein Crank gut fängt. Natürlich ist es sinnvoll, gerade in klaren Gewässern auf natürliche Farben zu setzen, sehr dunkle Töne sind dagegen in der Dämmerung eine klare Empfehlung.</p><p>Optimieren lässt sich das Ganze, indem Sie regelmässig Spinstopps einlegen - gerade bei flachlaufenden sowie schwebenden Cranks erfolgen in diesen Pausen zumeist die Attacken. Schwimmende Tiefläufer hingegen können Sie durch konstantes Einkurbeln an die Bodenstrukturen bringen und dort auftreffen und immer wieder auftreiben lassen. Dieser Zickzack-Lauf und das aufgewirbelte Sediment verführt häufig dicke Egli und Zander zum Anbiss.</p><p>Neben Egli lassen sich mit kleineren Crankbaits auch <strong>Forellen</strong> überlisten, und <strong>Sommerhechte</strong> schnappen hier ebenfalls gerne zu. Schlanke Flachläufer sind an Sommerabenden auch immer einen Versuch auf Zander wert.</p><h3>Anwendungshinweis</h3><p>Beim Einsatz von Crankbaits in Schweizer Gewässern empfiehlt es sich, die Lauftiefe gezielt an die jeweilige Gewässerstruktur anzupassen. In flachen Buchten und Uferregionen, wo Egli häufig auf Kleinfisch jagen, sind <strong>Flachläufer</strong> mit steil stehender Tauchschaufel die erste Wahl. In tieferen Freiwasserzonen oder beim Befischen von Unterwasserkanten greifen Sie besser zu einem <strong>Tiefläufer</strong> mit langer, flach stehender Schaufel. Achten Sie zudem auf den Einsatz von <strong>monofilen Vorfächern</strong>, da diese die Vibrationen des Crankbaits optimal übertragen und gleichzeitig ausreichend Puffer für den Drill bieten.</p>