
Crankbaits
Crankbaits sind die Unruhestifter unter den Hardbaits. Diese meist bauchigen, kompakten Suchköder sprechen nahezu jeden Raubfisch an - vom Egli bis zum Hecht.
9 Optionen
<h2>Kaufberatung: Crankbaits</h2><p>Crankbaits sind kleine, bauchige <strong>Wobbler</strong> mit Tauchschaufel, zumeist aus Kunststoff gefertigt. Sie werden vor allem als Suchköder eingesetzt: Mit ihnen lassen sich schnell grössere Wasserkörper nach Fischen durchsuchen, und sie liefern häufig die ersten Bisse. Das macht Cranks auch für Einsteiger bestens geeignet. Sie fangen bereits beim einfachen Einkurbeln (<em>cranking</em>), und es gibt immer wieder Situationen, in denen die kompakten Cranks in puncto Bissfrequenz schlicht unschlagbar sind.</p><h3>Grundlagen</h3><p>Dank ihres quirligen Laufs sind Crankbaits vor allem im wärmeren Wasser häufig die erste Wahl. Da sie grundsätzlich zu den Wobblern zählen, teilen sie mit diesen viele Eigenschaften. Besonders macht diese Wobblerform jedoch - neben dem voluminösen Körper, der für viel Wasserverdrängung sorgt - vor allem ihr hochfrequenter Lauf. Die Kombination dieser Merkmale löst sogenannte <em>reaction strikes</em> aus, also heftige Attacken, die selbst zuvor inaktive Raubfische zum Angriff verleiten. Folgende Eigenschaften sind bei einem Crankbait zu unterscheiden:</p><p><h4>Lauftiefe</h4>:</p><p>Die Lauftiefen der Crankbaits sind zumeist auf der Verpackung angegeben. Diese Werte beziehen sich auf einen geworfenen Köder, der mit mittlerer Geschwindigkeit eingekurbelt wird. Beim <strong>Schleppen</strong> läuft der Bait - je nach Abstand zum Boot - rund 15-20 % tiefer.</p><p>Einige Hersteller verzichten auf genaue Tiefenangaben. Mit wenigen Informationen lässt sich jedoch aus Modellbezeichnung und Optik auf den Tiefenbereich schliessen:</p><ul><li><strong>Flachläufer</strong> unter den Cranks bewegen sich direkt unter der Oberfläche (sog. <em>Supershallow-Runner,</em> kurz <em>SSR</em>) oder bis rund einen Meter Tiefe (sog. <em>Shallow-Runner,</em> kurz <em>SR</em>). Erkennbar sind sie an der kurzen, steil stehenden Tauchschaufel.<br><br><img src="https://cdn.shopify.com/s/files/1/0548/9197/0669/files/Westin_fat_bite.jpg" alt="Flachläufer Crankbait" width="247" height="133"></li><li><strong>Mitteltief</strong> laufende Crankbaits tauchen bis in Tiefen von 2 Metern ab und werden als <em>Medium-Runner</em> (kurz <em>MR</em> oder <em>MD</em>) bezeichnet. Sie besitzen eine etwas längere und flacher stehende Tauchschaufel.<br><br><img src="https://cdn.shopify.com/s/files/1/0548/9197/0669/files/duo-crankbait.jpg" alt="Mitteltief laufender Crankbait" width="211" height="98"></li><li><strong>Tiefläufer</strong> (sog. <em>(Super-)Deep-Runner,</em> kurz <em>(S-)DR</em> oder <em>DD</em>) tauchen auf 3 Meter und deutlich tiefer ab. Ihre flach stehende Schaufel erreicht teils nahezu die gleiche Länge wie der Körper des Köders selbst.<br><br><img src="https://cdn.shopify.com/s/files/1/0548/9197/0669/files/river2sea-crankbait.jpg" alt="Tiefläufer Crankbait" width="201" height="74"></li></ul><p><h4>Auftrieb</h4>:</p><p>Es werden drei Arten des Schwimmverhaltens unterschieden:</p><ol><li><em>Floating</em> (kurz: F): Diese Köder schwimmen auf und kehren ohne Zug durch die Schnur langsam an die Oberfläche zurück.</li><li><em>Suspending</em> (kurz: SP): Schwebende Köder, die bei Spinstopps lange in der Tiefe verbleiben, in die sie zuvor abgetaucht sind.</li><li><em>Sinking</em> (kurz: S): Langsam sinkende Varianten, die anschliessend zumeist auf konstanter Tiefe laufen.</li></ol><h3>Laufverhalten und Tauchschaufel-Fachsprache</h3><p>Das quirlige Laufverhalten teilen alle Crankbaits. Wie stark die Köder dabei seitlich ausbrechen, wird durch die Breite der Tauchschaufel bestimmt: Eine breitere Tauchschaufel erzeugt ein stärker schlängelndes Köderspiel. Lange, breite Schaufeln bewirken ein steiles Abtauchen mit kräftig seitlich ausbrechendem Lauf, während eine kürzere, schmalere Schaufel zu einer flacheren Tauchkurve und einem geradlinigeren Lauf führt.</p><p><h4>Terminologie der Tauchschaufeln:</h4></p><ul><li><em>Round Bill:</em> Crankbaits mit rundlich geformten Tauchschaufeln gehören oft zu den Medium- oder Deeprunnern und haben eine lebhafte Aktion. Trifft der Bait auf ein Objekt - etwa einen Stein - wird er zur Seite abgelenkt und umschwimmt diesen. Wird das Objekt zentral getroffen, stellt sich der Köderkörper steil auf, und die Haken bleiben dem Hindernis fern. Je breiter eine <em>Round Bill</em> ist, desto ausgeprägter wirkt sich dieser Effekt aus.</li><li><em>Square Bill:</em> Die Schaufel ist hier zumeist klein, steil stehend und - wie der Name vermuten lässt - rechteckig oder quadratisch. <em>Square Bills</em> laufen mittig über Hindernisse und zeigen eine weiter ausladende, schlängelnde Aktion. Es sind meist flachlaufende Modelle, die sich besonders gut im Cover bewähren.</li><li><em>Coffin Bill:</em> <em>Coffin</em> bedeutet im Englischen Sarg - und genau das entspricht der Schaufelform dieser Baits. Sie sind fast immer Tiefläufer und kombinieren beim Antreffen von Hindernissen die Eigenschaften der beiden erstgenannten Formen.</li><li><em>Scatter Lip:</em> <em>Scatter Lips</em> sind konkave Tauchschaufelformen, bei denen die Aussenkanten leicht nach oben stehen. Der Lauf dieser Köder ist sehr hektisch und unregelmässig - dadurch lassen sie sich bereits ohne Stopps und Twitches abwechslungsreich führen.</li></ul><h3>Jahreszeiten</h3><p>Während das <em>Stop-and-Go</em> in allen Jahreszeiten funktioniert - sofern die Pausenlängen der Wassertemperatur angepasst werden (Faustregel: je kälter das Wasser, desto länger die Pause) - sind verschiedene Crankbait-Typen über das Jahr unterschiedlich erfolgversprechend:</p><ul><li><strong>Frühjahr:</strong> Je wärmer das Wasser wird, desto schneller können Sie den Köder einholen. Regelmässige Spinstopps von bis zu einer Sekunde sind hier eine bewährte Variante. Flachläufer spielen ihre Stärken aus, da sich die Fische vor allem in flachen Gewässerbereichen aufhalten.</li><li><strong>Sommer:</strong> Im stark erwärmten Wasser darf der Köder mit hohem Tempo eingekurbelt werden, da der <em>Stoffwechsel</em> der Räuber auf höchster Stufe läuft. Tieferlaufende Köder empfehlen sich tagsüber, während Flachläufer bei niedrigerem Sonnenstand oder wenn Egli und Zander aktiv jagen, die erste Wahl darstellen.</li><li><strong>Herbst:</strong> Die Räuber fressen sich maximal voll und haben entsprechend Energie für schnelle Jagden auf Kleinfisch. Mittleres bis hohes Einholtempo über vergehende Krautfelder mit unregelmässigen Spinstopps verspricht ausgezeichnetes Angeln.</li><li><strong>Winter:</strong> Eine eher ungewöhnliche Zeit für Cranks - doch gerade längere, schlanke Modelle mit schmaler Tauchschaufel und geradlinigerem Lauf bringen immer wieder starke Fische, besonders bei Pausen von bis zu 3 Sekunden und mittlerem Tempo.</li></ul><h3>Köderführung und Zielfische</h3><p>Grundsätzlich können Sie Ihren Crank einfach durchkurbeln. Der grosse Vorteil dieser Köderart liegt darin, dass Fische reaktiv attackieren und dabei wenig Zeit haben, die Beute genau zu inspizieren. Deshalb sind naturgetreue Körperformen oder Dekore für einen fängigen Crank nicht zwingend notwendig. In klaren Gewässern empfehlen sich dennoch natürliche Farben; sehr dunkle Töne sind in der Dämmerung hingegen eine klare Empfehlung.</p><p>Zusätzlich optimieren lässt sich die Führung durch gelegentliche Spinstopps - gerade bei flachlaufenden sowie bei schwebenden Cranks erfolgen in diesen Phasen die meisten Attacken. Schwimmende Tiefläufer lassen sich durch konstantes Einkurbeln an Bodenstrukturen heranführen und dort immer wieder auftreffen und auftreiben. Dieser Zickzack-Lauf und das aufgewirbelte Sediment verführt häufig grosse Egli und Zander zum Anbiss.</p><p>Neben Egli lassen sich mit kleineren Crankbaits auch Forellen überlisten, und Sommerhechte schnappen ebenfalls gerne zu. Schlanke Flachläufer sind an Sommerabenden zudem einen Versuch auf Zander wert.</p><h3>Anwendungshinweis</h3><p>Für einen wirkungsvollen Einsatz von Crankbaits lohnt es sich, vor dem Auswerfen die Lauftiefe des gewählten Modells mit der aktuellen Wassertiefe abzugleichen. So vermeiden Sie unnötige Hänger und halten den Köder im optimalen Beissbereich. Gerade beim Schleppen vom Boot aus empfiehlt es sich, verschiedene Abstiege zu testen und die Schnurlänge schrittweise anzupassen, bis der Crank spürbar den Grund touchiert - dieses kurze Antreffen der Bodenstruktur löst oft die heftigsten Reaktionen aus. Achten Sie ausserdem darauf, beim Wurf gelegentlich die Einholtechnik zu variieren: Ein kurzes Stopp-and-Go oder ein einzelner Twitch kann den entscheidenden Unterschied machen, wenn die Fische selektiv fressen.</p>







































































