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Spinnangeln mit der Fliege: Eine unterschätzte Methode für die Bachforelle

Spinnfischen auf Meerforelle an der Küste - Der H&B Praxis-Guide Du liest Spinnangeln mit der Fliege: Eine unterschätzte Methode für die Bachforelle 4 Minuten Weiter Topwater-Angeln: Der grosse Praxis-Guide für Oberflächenköder

Ein Blogbeitrag von Teamangler Jonas Wille

Wer auf Forellen fischt, denkt zunächst an Spinner, kleine Wobbler an der Spinnrute oder das klassische Fliegenfischen. Doch es gibt eine Methode, die zwischen diesen Welten liegt und häufig völlig unterschätzt wird: das Präsentieren einer Fliege an der Spinnrute. Wie das funktioniert und warum sich die Methode lohnt, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Was macht das Spinnangeln mit Fliege aus?

Unter allen verfügbaren Kunstködern für Spinnangler führt die Fliege ein absolutes Schattendasein. Das ist ein Fehler, der sich rächen kann. Denn genau an jenen Spots, wo Hardbaits, Spinner und Gummifische am Jig komplett versagen, kann eine Fliege am Spinnsystem den entscheidenden Unterschied machen - und sorgt so für den einen oder anderen Bonusfisch, der sonst im Wasser geblieben wäre.

Die Montage

Der Aufbau dieser Methode ist erfreulich unkompliziert. Sie benötigen lediglich drei Komponenten: Fluorocarbon, ein kleines Birnenblei und eine Fliege. Mehr braucht es nicht.

"Wooly Bugger" am Dropshotrig mit Seitenarm

"Wooly Bugger" am Dropshotrig mit Seitenarm

Fluorocarbon

Bei der Schnurwahl sollten Sie auf einen ausreichenden Durchmesser achten. Die Führungsweise dieser Montage bringt viele Kontakte mit Geäst und Steinen mit sich - ein zu dünner Durchmesser wäre ein klares Risiko. Als untere Grenze empfiehlt sich 0,18 mm, darunter wird die Bruchanfälligkeit zu hoch.

Fliege

Bei der Wahl der Fliege steht Ihnen praktisch die gesamte Palette der Fliegenbinder-Kunst offen. Ob Nymphe, Streamer oder Nassfliege - alle Varianten haben ihr Potenzial. Teamangler Jonas Willes persönliche Empfehlung ist ein bewährter Klassiker: der "Wooly Bugger". Ein Streamer, der seit Jahrzehnten seinen Ruf bestätigt.

Blei

Als Gewicht eignet sich ein einfaches kleines Birnenblei oder ein Drop-Shot-Blei. Die Grammzahl richtet sich nach der aktuellen Strömungsstärke - in den meisten Situationen sind 7 bis 10 g vollkommen ausreichend. Die gesamte Montage wird als Drop-Shot-Rig mit Seitenarm gebunden und anschliessend an einer leichten Spinn-Bach-Kombination gefischt. Schlicht, aber wirkungsvoll.

Köderführung und Spots

Diese Technik entfaltet ihr volles Potenzial besonders beim Fischen in tiefen Gumpen sowie in Rinnen mit ausgeprägter Strömung.

Achten Sie darauf, dass der Grund nicht ausschliesslich aus Geröll besteht - andernfalls riskieren Sie, übermässig viel Blei zu verlieren.

Die Montage lässt sich in drei verschiedenen Varianten führen:

  • Faulenzen / Jiggen
  • Zupfen
  • Driftfischen

Das Faulenzen und Jiggen ist jedem erfahrenen Spinnangler vertraut: Der Köder wird mithilfe von Rute und Rolle rhythmisch über den Grund gehüpft. Beim Zupfen - angelehnt an die klassische Dropshot-Technik - lässt man die Montage stehen und versetzt die Fliege durch feine Rutenbewegungen am Ort in ein lebendiges Zittern. Für das Driftfischen empfehlen sich Nassfliegen und Nymphen: Mit einem leichteren Blei nutzen Sie die Strömung, um die Montage kontrolliert an den vielversprechenden Stellen vorbeizuführen und dem Fisch eine natürlich treibende Insektenlarve vorzutäuschen. Ein besonderer Vorteil dieser Montage liegt darin, dass sie sich sowohl mit, gegen als auch parallel zur Strömung sauber führen lässt.

Großer Fang mit Fliege

Anwendungshinweis

Für den Einstieg in diese Methode empfiehlt es sich, bei ruhigeren Wasserverhältnissen zu beginnen und zunächst mit dem Zupfen an einem bekannten Spot zu experimentieren. So bekommen Sie ein Gefühl dafür, wie sich die Montage im Wasser verhält und wie sensibel die Fliege auf minimale Rutenbewegungen reagiert. Wer die Grundtechnik einmal verinnerlicht hat, wird schnell merken, wie vielseitig diese Kombination aus Spin- und Fliegenfischen wirklich ist.

Zusammenfassung

Vorteile Nachteile
  • Grundnahes Fischen möglich
  • Vielseitige Führungsvarianten
  • Fängig an Spots, wo klassische Kunstköder versagen
  • Im Vergleich zur Fliegenrute für Spinnangler deutlich einfacher zu werfen
  • Erhöhte Anfälligkeit für Hänger

Empfohlenes Gerät:

  • Ultra- oder Mediumlight-Rute
  • 1500er / 2000er Spinnrolle
  • 0,10 mm Geflecht oder 0,20 mm Fluorocarbon als Hauptschnur

Wir danken Ihnen fürs Lesen und freuen uns über Ihr Feedback in den Kommentaren! Alles in allem ist dies eine spannende und praxiserprobte Methode - probieren Sie es beim nächsten Bachforellen-Trip einfach aus.

Petri Heil!

Jonas

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