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Kickback-Rig: Alles, was Sie über diese Finesse-Methode wissen müssen

Das Kickback-Rig hat sich in der Finesse-Szene längst einen festen Platz erarbeitet und ist weit davon entfernt, ein Geheimtipp zu sein. Für mich persönlich kam die Begegnung mit diesem Rig allerdings erst spät. Lange Jahre setzte ich beim Egli- und Zanderangeln konsequent auf das Dropshot- oder Carolina-Rig, bis mich ein enger Angelkollege schliesslich von den handfesten Stärken des Kickback-Rigs gegenüber anderen Methoden überzeugte. Seitdem greife ich immer öfter darauf zurück und stelle fest, dass mir damit schlicht mehr Erfolg beschieden ist als mit anderen Finesse-Rigs. Dieser Beitrag fasst alles zusammen, was Sie für den erfolgreichen Einstieg wissen sollten.

Was ist das Kickback-Rig?

Der Aufbau des Kickback-Rigs ist erfreulich überschaubar. Benötigt werden lediglich etwas Fluorocarbon, ein Offset- oder Öhrhaken sowie ein Blei. Als erstes wird ein etwa 1 m langes Stück Fluorocarbon an die geflochtene Hauptschnur geknüpft, beispielsweise mit einem Doppelten Grinner- oder einem Mahin-Knoten.

Zubehör fürs Kickback-Rig

Fürs Kickback-Rig benötigt man nicht viel Zubehör.

Materialien fürs Kickback-Rig:
  • Offset- oder Öhrhaken
  • Fluorocarbon
  • Blei

Mahin-Knoten mir Fluorcarbon Der Mahin-Knoten gehört zu meinen Favoriten und flutscht durch jeden Spitzenring. Ich persönlich bevorzuge ein etwas stärkeres Fluorocarbon in der Stärke 0,39, insbesondere an steinigen Gewässern mit hoher Muschelwahrscheinlichkeit. Wer an sauberen Untergründen auf kleinere Fische zielt, kann selbstverständlich auf dünneres Material zurückgreifen. Am Ende des Vorfachs wird mit einem Verbesserten Grinner-Knoten ein Einzelhaken befestigt. Ob einfacher Öhrhaken oder Offsethaken spielt keine entscheidende Rolle, solange die Grösse zum gewählten Köder passt. Rund 30 cm oberhalb des Hakens binde ich dann einen Seitenarm ins Vorfach ein.

Kurzer oder langer Abstand beim Seitenarm?

Manche erfahrenen Angler wie Herbert Ziereis arbeiten mit deutlich grösseren Abständen. Grundsätzlich gilt jedoch: Je länger der Abstand, desto schlechter fällt die Bisserkennung aus. Für den Seitenarm nehme ich ein grosszügiges Stück Fluorocarbon und knote es mit einem Seitenarmknoten fest ins Vorfach ein. Das Blei wird am Ende dieses Seitenarms befestigt. Die ideale Länge des Seitenarms liegt bei etwa 5-15 cm; beim Anlegen parallel ans Vorfach darf er auf keinen Fall bis zum Haken oder Köder reichen. Diesen Punkt sollten Sie beim Binden unbedingt im Hinterkopf behalten. Greifen Sie also lieber zu einem längeren Stück, das Sie anschliessend nach Bedarf kürzen können. Kickback-Rig am Wasser So sieht das Kickback-Rig am Wasser aus.

Blei wählen

Beim Blei stehen Ihnen verschiedene Optionen offen. Für eine ultraleichte Präsentation genügt bereits ein einfaches Klemmblei, das auf dem Seitenarm gequetscht wird. Alternativ lassen sich ein Birnenblei oder ein Dropshot-Blei verwenden. Ich persönlich knipse mir bevorzugt die Bleikugeln von verbogenen oder stumpfen Jigköpfen ab. Blei vom Jigkopf wiederverwenden Das Recycling von alten Jigköpfen ist eine gute Alternative für ein Kickback-Blei.

Vorteile des Kickback-Rigs

Das Kickback-Rig punktet in mehrerer Hinsicht gegenüber anderen Rigging-Varianten. Schauen wir zunächst auf das Blei: Es erfüllt gleich zwei Aufgaben. Als Wurfgewicht sorgt es für ordentliche Distanzen, und bei der grundnahen Führung wirbelt es den Gewässergrund in Ködernähe auf, was die Aufmerksamkeit der Fische weckt. Das kennt man von anderen Rigs auch. Der entscheidende Unterschied liegt jedoch darin, dass das Bleigewicht beim Kickback-Rig abgesehen von der Absinkphase nahezu keinen Einfluss auf das Köderspiel hat. Das eröffnet völlig neue Möglichkeiten: Mit Bleien von 50 oder sogar 60 g lässt sich dort fischen, wo normale Jigköpfe schlicht überfordert wären. Gerade im Sommer stehen Zander häufig mitten in der Hauptströmung eines Flusses, und genau in solchen Situationen spielt das Kickback-Rig mit schweren Gewichten seine Stärken aus. Zugleich ermöglicht es Wurfweiten, die mit anderen Methoden kaum zu erreichen sind, und erschliesst Spots, die sonst verborgen bleiben. Ich plane, dieses Rig künftig auch beim Angeln auf Dorsch in Norwegen einzusetzen. Zusammengefasst:
  • einzigartiges Köderverhalten
  • kein Widerstand für den Fisch beim Einsaugen des Köders
  • wenig Komplett-Abrisse, schnell gebunden
  • wenig Material notwendig, extrem hohe Wurfweiten möglich
  • kann auch mit viel Gewicht ohne Beeinflussung des Köders gefischt werden

Zander auf Kickback-RigDieser Zander biss weit draussen in einem Hafenbecken aufs Kickback-Rig.

Ein weiterer Pluspunkt, den auch das C-Rig und das Dropshot-Rig mit Seitenarm bieten, besteht darin, dass der Köder hinter dem Blei nahezu schwerelos im Wasser schwebt und von Fischen problemlos und widerstandsfrei eingesaugt werden kann. Kommt es zu einem Hänger oder Abriss, ist in der Regel nicht die gesamte Montage verloren. Seitenarm beim Kickback-Rig Am Ende des Seitenarms befindet sich in diesem Fall ein Dropshot-Blei, das ich zusätzlich mit einem einfachen Knoten gesichert habe.

Wahl des richtigen Köders

Um den namensgebenden Kickback-Effekt voll auszuschöpfen, empfiehlt sich der Einsatz von schwimmenden Gummiködern. Der Köder sinkt dabei zunächst gemeinsam mit dem Blei auf den Grund, bevor er langsam wieder aufsteigt und zurückschnellt. Damit der Auftrieb auch wirklich funktioniert, sollten möglichst dünndrahtige Haken verwendet werden. Für Köder wie die Finesse Filet Craw greife ich bevorzugt auf dünne Offsethaken zurück. Bei luftgefüllten Ködern lässt sich alternativ ein Einzelhaken vorsichtig durch die Nase des Köders führen. Das Auftriebsverhalten testen Sie am besten vorab zu Hause im Waschbecken oder direkt am Wasser. Sinkende Köder sind grundsätzlich ebenfalls einsetzbar, allerdings geht dabei der Kickback-Effekt verloren. Funktionieren tut es trotzdem. Bei der Köderwahl sind Sie grundsätzlich flexibel: Krebse, Tubes oder klassische Gummifische alles, was an Ihrem Gewässer normalerweise Bisse bringt, kann hier eingesetzt werden. Persönlich fische ich jedoch am liebsten mit Krebsen oder Fransen-Tubes.

Geeignete Köder für das Kickback-Rig:

  • Krebse
  • Creature-Baits
  • Tubes
  • No-Action- und Action-Shads (um den Kickback-Effekt beizubehalten, sollten es schwimmende bzw. stark auftreibende Köder sein)

Köder vorsichtig behandeln Um die Luftkammer nicht zu zerstechen, bietet sich bei solchen Ködern die vorsichtige Anköderung mit Öhrhaken an.

Führung des Kickback-Rigs

Bei der Köderführung gehen die Meinungen ähnlich auseinander wie beim Thema Abstand zwischen Haken und Seitenarm. Ein Teil der Angler besteht darauf, dass das Rig permanent am Grund geführt werden muss, also geschliffen oder eingeleiert. Ich persönlich baue gelegentlich auch einzelne Sprünge ein, vor allem in den Sommermonaten.
Generell sollte man nach jeder Kurbelumdrehung einen Moment warten, ehe man weiterkurbelt.

In genau dieser Pause fällt der Biss. Je nach gewähltem Abstand zum Seitenarm variiert die Intensität des Bisssignals. Bei meinem eher kurzen Abstand ist beim Egli und Zander ein deutliches Tock zu spüren.

Zusammenfassung:

  • Ständiger Grundkontakt (schleifen, einleiern); im Sommer können gelegentliche Sprünge eingebaut werden.

Barsch auf Kickback-Rig Der Biss dieses Eglis war aufgrund des kurzen Abstands deutlich zu spüren.

Bei einem längeren Abstand, der sich besonders im Winter bewährt, kann es vorkommen, dass sich Fische gefühlt nur „reinhängen". Im Vergleich zum Dropshot-Angeln setze ich beim Kickback-Rig auf etwas straffere und schwerere Ruten. Das erlaubt mir, höhere Gewichte einzusetzen, und die Bisserkennung ist ähnlich direkt wie beim Jiggen. Eine Rute, die ich in diesem Zusammenhang empfehlen kann, ist die #LMAB La Moustique Spinning in 2,25 m mit einem Wurfgewicht von 7-21 g. Letztlich ist es jedoch zweitrangig, wie intensiv der Biss ausfällt, denn mit diesem Rig werden Sie in jedem Fall fangen.

Viel Erfolg und stramme Leine, euer Dennis (@stramme_leine_siever)

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